Heimserie gegen Kiel fortsetzen

26. Spieltag - Vorschau - SC Preußen Münster - Holstein Kiel
26. Spieltag - Vorschau
SC Preußen Münster - Holstein Kiel
Hintergrundfoto: Bastian Bochinskí

Mit dem Kieler Sportverein Holstein stellt sich an diesem Wochenende einer der traditionsreichsten Vereine der 3. Liga an der Hammer Straße vor. Aktuell ist der Deutsche Meister von 1912 mit 40 Punkten auf Platz 6 der Tabelle positioniert und mausert sich langsam zum Favoritenschreck. Im Laufe der Saison feierten die Störche schon volle Punktzahl u.a. in Dresden und beim FC Energie Cottbus. Am letzten Spieltag gewann das Team von Karsten Neitzel mit 1–0 gegen Dynamo Dresden und schoben sich in den Kreis der Aufstiegsanwärter. Das Hinspiel im Holsteinstadion endete mit einer Punkteteilung. Die 1–0 Führung durch Fabian Wetter in der 47. Spielminute glich der damals eingewechselte Amaury Bischoff in der 89. Minute durch einen flachen Linksschuss aus 16 Metern aus. Insgesamt ist Statistik bei Spielen gegeneinander ausgeglichen. In 20 Spielen siegten achtmal die Preußen und achtmal die Holsteiner, viermal teilte man sich die Punkte. Trainer Karsten Neitzel spielt in der Regel ein klassisches 4-4-2. Das System ist auch mit Erfolg gekrönt, schon 16 Mal spielten die Holsteiner zu Null. Auf der anderen Seite stehen erst 30 Tore in 25 Spielen auf der Habenseite. Bester Torschütze des KSV ist Marc Heider mit sieben Treffern. Nicht dabei ist auf Kieler Seite, der gelb gesperrte Maik Kegel.

Heimspielplakat - 2014/2015 - 26. Spieltag - Holstein Kiel

Heimspielplakat – 2014/2015 – 26. Spieltag – Holstein Kiel

Nach der unnötigen Niederlage in Erfurt geht es für die Preußen nicht nur gegen einen direkten Konkurrenten, sondern auch wieder darum den zweiten Tabellenplatz zu sichern. Noch ein Ausrutscher bei dieser Ausgangslage können sich die Adlerträger im Moment nicht leisten. Der SV Holstein wird ein ähnlich unangenehmer Gegner sein wie es der FC Rot-Weiß Erfurt war. Verzichten muss Ralf Loose leider auf Dominik Schmidt, der sich beim Gastspiel in Thüringen einen Teilabriss des Syndesmoseband im rechten Sprunggelenk zuzog. Somit fehlt nach Erik Zenga ein weiterer wichtiger Spieler im Stamm der Preußen. Mit Marc Heitmeier kehrt aber einer zurück, der hinten für Ruhe und Sicherheit sorgen kann. Wer auf der zweite Innenverteidiger Position auflaufen wird bleibt eine die Frage bis zum Abschlusstraining. Neben Simon Scherder könnte Marco Pischorn eine Option für den Coach sein. Am Donnerstag meldete sich auch noch Jens Truckenbrod mit einem Virus-Infekt krank und fällt somit auch am Samstag aus. Viele alternativen auf der „sechser“ Position bleiben nicht. Einzig Philipp Hoffmann hat die Position in seiner Saarbrücker Zeit schon gespielt. Im Angriff dürfte nach abgesessener Gelbsperre wieder Marcel Reichwein ins erste Glied rücken. Es ist auch durchaus denkbar, dass mit Rocky Krohne ebenfalls begonnen wird um gegen die langen Verteidiger der Holsteiner Platz im Angriff zu schaffen. Dieser Wechsel in der Stadtformation wird dann wohl Benny Siegert zum Opfer fallen, der körperlich etwas unterlegen ist. Einen echten Zweikampf liefern sich gerade Daniel Masuch und Max Schulze-Niehues auf der Torhüterposition. Nach Aussage von Ralf Loose wird der spielen der die bessere Fitness hat.

Mehrere Fusionen und Namensänderungen in den Anfangsjahren führten 1917 zum heutigen Vereinsnamen Kieler Sportverein Holstein von 1900. Einer der Gründervereine war der FC Holstein Kiel, der von Schülern der ersten Oberrealschule gegründet wurde. Woher der Beiname „Die Störche“ kommt ist nicht genau übermittelt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es mit dem ersten Vereinslokal namens „Zum Storchennest“ zusammen hängt. Als der Fußball noch laufen lernte entwickelte sich der KSV zu einer echten Fußballmacht im norddeutschen Raum. Das erste Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft spielten die Kieler schon 1910 und verloren 0–1 gegen den Karlsruher FV. Zwei Jahre später gelang den Ostseestädtern im Hamburger Stadion Hoheluft die Revanche gegen die Karlsruher und holte die erste und einzige Meisterschaft nach Kiel. Die dritte und letzte Finalteilnahme fand 1930 im Düsseldorfer Rheinstadion statt. Gegen Hertha BSC Berlin unterlag man vor 40.000 Zuschauern mit 4–5. Bis zur Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 spielte der KSV durchweg in der höchsten Spielklasse in Norddeutschland. Große Erfolge blieben allerdings aus und man musste das Feld den Mannschaften aus Hamburg, Bremen und Braunschweig überlassen. Mit Gründung der Bundesliga wurden der KSV in die zweitklassige Regionalliga eingestuft. Im zweiten Jahr der Liga gewannen die Kieler die Meisterschaft und nahmen an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Denkbar knapp ist man an Borussia Mönchengladbach gescheitert. Als 1974 die 2. Bundesliga eingeführt worden ist folgte für die Holsteiner der Gang in die Drittklassigkeit. Das letzte Mal zweitklassig waren die Norddeutschen ab 1978/79 für drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga-Nord. Wie die Preußen musste auch Holstein Kiel durch die Zusammenlegung von Nord und Süd den Gang in die Oberliga antreten. Bis zum Aufstieg vor gut zwei Jahren ging es für den KSV immer wieder mal rauf und runter zwischen dritter und vierter Liga.

Spielstätte der Kieler ist seit 1911 das städtische Holsteinstadion im Stadtteil Wik. Leere Kassen und ein Schaden, verursacht durch eine Windhose zwangen den Verein zum Verkauf des Areals. Der letzte große Umbau des Stadions fand 2006 statt. Die Deutsche Fußball Liga stufte das Stadion als nicht drittligatauglich ein und drohten dem Club mit Lizenzentzug bei Nichterfüllung der Auflagen. Für 1,8 Millionen Euro wurde die Arena nochmals Grundsaniert. Davon fielen 1 Million Euro auf die Stadt Kiel, die ausschließlich für die Sicherheitsauflagen verwendet worden sind. Der Verein musste selbst 800.000 Euro aufbringen um die Infrastruktur des Stadions zu verbessern. Wiederum Auflagen des DFB zwangen 2009 zu weiteren Investitionen in Höhe von ca. 4 Millionen Euro. Den Löwenanteil musste diesmal der KSV Holstein mit etwa 2,1 Millionen Euro aufbringen. Den Rest teilten sich der Bund, das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Kiel. Nach allen Umbaumaßnahmen der letzten Jahre passen derzeit 11.386 Zuschauer in das Holsteinstadion. Ähnlich wie im Preußenstadion wurde in all den Jahren mehr geflickt als wirklich gebaut. Den Zuschauerrekord jeweils 30.000 Besuchern teilen sich das Endspiel um die Deutsche Feldhandball Meisterschaft 1950 zwischen dem THW Kiel und dem SV Polizei Hamburg. Ein Jahr später spielte wieder Kiel gegen Hamburg nur diesmal ging es in der Oberliga Nord im Fußball zwischen dem KSV und dem HSV um Punkte.

Für reichlich Spannung vor dem Spiel ist aber allemal gesorgt zumal die Preußen gegen die Kieler noch eine Rechnung aus der letzten Saison offen haben. Grundstein des Spiels kann nur wieder sein, sicher aus der Verteidigung zu spielen. Auch das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Mittelfeld muss wieder kontrollierter werden und Amaury Bischoff mehr ins Spiel einbinden. Wenn es wie eine Phrase klingt, meist sind es die einfachen und sicheren Sachen die den Erfolg bringen. Trotz der Niederlage am letzten Samstag, ist mit einer guten Kulisse zu rechnen. Selbst der Gästeblock wird gut gefüllt sein. Für die Nordlichter ist es eine der kürzesten Auswärtsfahrt der Saison.

In diesem Sinne – Nur der SCP

Links zum Spiel:

 

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