Wundertüte SCP – Der neue Kader unter der Lupe

Große Fußstapfen für Wagner, Brandenburger und Co

Wann immer Marco Antwerpen die Raute als System der Wahl erachtete, waren im Vierermittelfeld Martin Kobylanski, René Klingenburg, Sandrino Braun und Kevin Rodrigues Pires gesetzt. Nur noch Letztgenannter ist von ihnen geblieben. Insbesondere die Torgefahr von Klingenburg  (9 Saisontore) und Kobylanski (12 Saisontore) schmerzt merklich. Doch in der Zentrale verpflichtete die sportliche Führung einige spannende Spieler.

Nico Brandenburger beispielsweise kam vom Absteiger Fortuna Köln. Der kampf- und kopfballstarke Abräumer wechselt mit neuen Ambitionen an die Hammer Straße und möchte die vergangene Saison schnell abhaken. In der vorletzten Saison im Mittelfeld einer der besten Sechser der Liga, gelang es ihm in der nachfolgenden Spielzeit nicht, das Niveau zu halten. In Münster möchte er einen Neustart wagen, wurde jedoch aufgrund einer Zerrung die ersten Wochen der Vorbereitung ausgebremst. Doch kämpfte er sich zuletzt wieder ran und durfte im letzten Testspiel gegen Almelo beginnen.

Dies tat er an der Seite von Fridolin Wagner, den der neue Trainer Sven Hübscher aus der Zweitvertretung von Werder Bremen mitbrachte. Wagner ist mit seinen gerade mal 21 Jahren schon rumgekommen, kann aber eine prägende Rolle im Preußenspiel einnehmen. Wagner besticht durch eine hervorragende Arbeit gegen den Ball, hier kommt dem Blondschopf sicherlich die hervorragende Ausbildung von RB Leipzig zu Gute. Dennoch ist er auch technisch beschlagen, löst Situationen spielerisch exzellent und ist mit einem soliden Passspiel ausgestattet. Mit Sicherheit gehört er zu den Gewinnern der Vorbereitung, wenngleich Sven Hübscher natürlich keinen seiner Schützlinge hervorheben mochte.

Kevin Rodrigues Pires betonte im Sommer mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Auch ein Positionswechsel weiter nach vorne auf die Spielmacher-Position ist durchaus denkbar, doch ist auch dort die Konkurrenz nicht gerade blind. Als Herausforderer auf der Sechserposition gehen die beiden jungen Naod Mekonnen (19 Jahre) und Dominik Klann (20 Jahre) ins Rennen. Mekonnen kam mit einigen Vorschusslorbeeren aus der Jugendakademie von Leipzig und soll behutsam aufgebaut werden. Ähnliches gilt für Dominik Klann, der jedoch aus der eigenen Preußen-Jugend kommt, großen Anteil am Aufstieg der U23 hatte und auf den SCP-Chefscout Kieran Schulze-Marmeling große Stück hält.

Mit seiner Flexibilität könnte auch Marcel Hoffmeier erste Einsatzzeiten im Profi-Fußball sammeln. Der 20-Jährige kam vom SV Lippstadt. In Ostwestfalen sagen nicht wenige ihm eine gute Karriere voraus. Links vorne oder defensiv wie offensiv zentral, Hoffmeier hat überall die Möglichkeit seine gute Technik auszuspielen. In der Vorbereitung kam er noch nicht so zum Zuge, wie man es vielleicht erwarten konnte. Der Dreijahresvertrag, dem man ihm beim SCP allerdings unterbreitete, dürfte auch Zeichen einer gewissen Wertschätzung sein und man glaubt daran, dass er hier noch viel Spaß bereiten kann.

Neue Flügelpower für die Adlerträger

Lucas Cueto verlängerte seinen Vertrag im Sommer, Philipp Hoffmann besitzt ein Arbeitspapier bis 2020. Ansonsten sollen drei neue Spieler für ordentlich Wirbel sorgen. Ähnlich wie Wagner setzte dabei Seref Özcan neue Akzente und hat berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz in den ersten Partien. Der 1.64-1.66 m (die Meinungen/Messungen divergieren hier) große Flügelflitzer sucht mutig die Eins-gegen-Eins-Duelle, hat einen enorm schnellen Antritt und zieht sich durch seinen niedrigen Körperschwerpunkt oftmals unerwartet schnell wieder hoch, wenn ein Gegner mal wieder nur seine Hacken sah.

Eine Fallsucht wie beispielsweise beim abgewanderten Rühle ist nicht zu sehen. Vergleichbar sind beide jedoch in Sachen Temperament. In Uerdingen wurde Maurice Litka bekannt, weil Kevin Großkreutz meinte ihn tätlich angehen zu müssen. Nach Rückkehr seiner Leihe zum FC St. Pauli sah er dort keine Perspektive mehr und wechselte zum SC Preußen. Beidfüßig mit Vorteilen im linken Fuß, quirlig und starker Technik kann er sowohl auf den Flügeln die Abwehr des Gegners durcheinander wirbeln oder aber auch im Zentrum als flinker Umschaltspieler agieren. Hinzu kommt, dass er in den ersten Vorbereitungsspielen auch als Elfmeterschütze fungierte. Als er gegen Almelo angeschlagen aussetzte, verwandelte Rufat Dadashov souverän. Nur die Frage, ob der SCP in der 3. Liga noch einen Elfmeter erhalten wird, kann an dieser Stelle nicht zu 100% beantwortet werden.

In der 3. Liga zumeist im Zentrum vorzufinden, setzte Hübscher Neuzugang Luca Schnellbacher in der Vorbereitung meist auf der rechten Außenbahn ein. Obwohl er gerade einmal 25 Jahre alt ist, kommt Schnellbacher schon auf 187 Partien in der 3. Liga. Geballte Erfahrung also, obwohl auch er, ähnlich wie Brandenburger, zuletzt mit dem VfR Aalen abstieg. Immerhin minderte man die Gefahr, dass er gegen Preußen trifft, in den letzten drei Jahren trug er sich immerhin dreimal als Gegner in die Torschützenliste bei Spielen des SCP ein.

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