Gute Idee mit Fragezeichen

Preußenstadion - Preußen Münster
Preußenstadion - Preußen Münster

Wer sich am Freitagabend das Spiel unserer Preußen gegen Rödinghausen bei sporttotal.tv angesehen hat, dem dürfte selbst heute Nachmittag noch ein bisschen der Kopf schwirren. Viel zu oft gab es wirre Kamerafahrten des automatisierten Systems auf der verzweifelten Suche nach dem Ball. Dazu kamen auch noch ungefilterte „Gesänge“ der SVR-Fantruppe, die sogar den alten Klassiker „Gelbe Karte, Rote Karte, raus die Sau!“ auspackten. Kurz gesagt: Alles nicht so schön.

Und dann ist da ja noch Corona. Auf absehbare Zeit wird es keinen unbegrenzten Zugang zum Preußenstadion geben. Ähnlich wie zum Ende der letzten Saison bleibt für uns Fans daher wohl nur die heimische Couch, um Preußenspiele auf einem Bildschirm zu verfolgen. Wohl deshalb hat sich der SCP – wie auch manche Ligakonkurrenten – auf die Suche nach einem Partner für Live-Streaming gemacht und ist fündig geworden: Soccerwatch.tv übernimmt die Übertragung der Heimspiele in dieser Saison.

Eigene SCP-Kommentatoren

Das Essener Unternehmen wird laut Pressemitteilung des SC Preußen mit einem automatisierten Kamerasystem mit insgesamt sechs Kameras in HD-Qualität übertragen. Außerdem sollen die Spiele professionell kommentiert werden. „Unser Ziel ist mittelfristig, eigene Kommentatoren aufzubauen und denen dann auch Experten an die Seite zu stellen“, kommentierte der SCP sein eigenes Vorhaben bei Instagram. Eine Zusammenarbeit mit Radio Mottekstrehle ist hier aktuell wohl nicht geplant.

Welche Möglichkeiten haben wir Fans durch dieses neue Angebot? Der Club macht drei Angebote: Eine Einzelspiel-Option, ein Jahres-Abo für alle Spiele im Livestream und eine Kombination aus Dauerkarte und die sogenannte „Dauerkarte“. Der Großteil der Erlöse aus diesen Angeboten geht direkt an den SC Preußen. Selbsterklärend ist wohl die Einzelspiel-Option, die pro Buchung 6,95 Euro kostet. Wer sich also nur Highlight-Spiele ansehen will, ist hier gut aufgehoben.

Drei verschieden Angebote

Auch das Jahres-Abo ist recht schnell erklärt. Für 99 Euro bekommt man bei Soccerwatch.tv Zugriff auf alle Heimspiele des SCP in dieser Saison und kann den Adlerträgern von Zuhause live beim Kicken zusehen. Jedes Spiel würde bei dieser Variante 4,95 Euro kosten. Das letzte Angebot des Klubs ist ein wenig komplizierter und gleichzeitig auch am teuersten: Die „Dauerkarte“ für 149 Euro. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Streaming und Stadion.

Nur mit dieser neuen „Dauerkarte“ kommt man als Fan nach aktueller Corona-Lage überhaupt ins Stadion. 300 Plätze hat der SCP derzeit zur Verfügung, die er an die Fans vergeben kann. Sollte die Zahl der verkauften Dauerkarte die zulässige Zuschauerzahl überschreiten, wird verlost. So verstehen wir zumindest die Pressemitteilung des SCP. Zudem muss man, sofern man das Spiel live im Stadion verfolgen will, einen „Tribünenzuschlag“ von 10 Euro zahlen. Das liegt wohl daran, das aktuell nur die teureren Sitzplätze zur Verfügung stehen. Das kann sich natürlich je nach Corona-Verfügung ändern, aber es ist seriöser vorsichtig zu planen.

Kleine Fragen bleiben

Der Eintritt würde somit bei 17,45 Euro pro Besucher liegen. Das ist für Menschen, die sich sonst nur Stehplatz leisten (können) ganz schön happig. Dazu ist es dank der möglichen Verlosung alles andere als sicher, das man die Adlerträger überhaupt mal zu Gesicht bekommt. Und einige trauen dem Anbieter nach der Übertragung von vergangenem Freitag nicht so recht über den Weg.

Natürlich kommt Soccerwatch mit mehr Technik und Live-Kommentar daher, aber es bleibt eben doch ein automatisiertes System. Und wozu solche Systeme in der Lage sind – oder eben auch nicht – haben Viele am Freitagabend gesehen. Deshalb ein Vorschlag: Um von dem Angebot zu überzeugen, könnten SCP und Soccerwatch das erste Saisonspiel als kostenlosen Stream anbieten. So wüsste jeder, worauf man sich einlässt anstatt mit dem vorliegenden Angebot einfach „in die Dunkelheit zu springen.“ Vielleicht haben ja auch die Sponsoren des SCP Lust, diesen ersten, kostenfreien Stream zu präsentieren.

Unser Fazit: Sehr gute Idee mit kleinen Fragezeichen.

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1 Antwort

  1. Markus sagt:

    Das ist einfach zu teuer

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