Preußen Münster und das zukünftige Hygienekonzept für Heimspiele

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Via Facebook erreichte uns folgende Nachricht:

NullSechs es wäre jetzt mal an der Zeit einen kritischen Artikel bzw. Kommentar zu verfassen. Diese Absprachen des Vereins mit der Stadt sind echt lächerlich.”

Und wisst ihr was? Genau das machen wir jetzt auch. Euer Wunsch ist für uns natürlich Grund genug sich das ganze Konzept mal genauer anzuschauen. Und wenn wir eines können, dann sind es kritische Kommentare verfassen.

Die Vorgeschichte

Doch Eines nach dem Anderen. Was ist passiert? Beim DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg waren 7.000 Zuschauer:innen zugelassen und ein relativ strenges Hygienekonzept musste ausgearbeitet und durchgesetzt werden. Dazu zählten die Einhaltung der 3G Regel. Das heißt: Geimpfte, Getestete und Genesene mussten vor Einlass per Zertifikat nachweisen, dass sie unter eine dieser drei Kategorien fallen. So weit, so gut. Doch wie wir unseren Lieblingsverein aus Münster kennen, endete dies fast in einem kompletten Fiasko. Menschen warteten teilweise über zwei Stunden in der Schlange, weil die Mitarbeiter:innen mit dem Andrang nicht fertig wurden. Durch die fortschreitende Zeit wurden die Fans immer nervöser und auch wütender. Ein Tweet der Social Media Abteilung der Preußen machte die Situation auch nicht besser. Irgendwann wurde dem Anschein nach auch nicht mehr überprüft und um dem Andrang Herr zu werden, wurden einige (laut Hörensagen) wohl einfach durchgewunken.

Des Weiteren galt im Stadion überall eine Maskenpflicht, da bei 7.000 Zuschauer:innen es schnuckelig eng wurde, vor allem auf den Stehplätzen. Da sich jedoch oft nicht an die Maskenpflicht gehalten wurde, rief das wiederum die Behörden auf den Plan. Diese haben sich jetzt mit der Vereinsführung der Preußen zusammengesetzt und ein neues Konzept für die kommenden Heimspiele ausgearbeitet und in den sozialen Medien kocht die Suppe mal wieder fast über.

Was wurde beschlossen

Im Prinzip handelt es sich bei dem neuen Konzept um eine leicht abgespeckte Version des Konzepts gegen den VfL Wolfsburg. Um genau zu erklären, was beschlossen wurde und was wir davon halten, gehen wir einfach mal die Punkte Schritt für Schritt durch.

1. Begrenzung der Zuschauerzahl auf 5.000

Dieser Punkt ist selbsterklärend. Statt 7.000 Zuschauer:innen dürfen in den nächsten Heimspielen nur noch 5.000 ins Stadion, dafür jedoch auch Gästefans. Was bedeutet das für die Preußen? Für die Preußen bedeutet dies, dass die 3G Regel entfällt und nicht mehr nachgeprüft werden muss. Insofern sind die 5.000 eher eine Kapitulation vor der eigenen Infrastruktur, da so der Andrang minimiert wird und die Mitarbeiter:innen beim Einlass einfach nur noch wie gewohnt die Zuschauer:innen durchwinken müssen.

Auf der anderen Seite ist dies auch ein unabwendbarer Schritt um die Situation, gerade auf den Stehplätzen, zu entzerren. 7.000 Menschen, viele davon ohne Masken, können viel zu leicht zu einem Superspreader-Event werden. Durch die vernünftige und notwendige Reduzierung der Fananzahl kann dem entgegengewirkt werden. Dennoch halte ich den damit einhergehenden Wegfall der 3G Regel für unverantwortlich und hätte mir vom Verein eher mehr Personal gewünscht anstatt weniger Fans.

2. Nur noch personalisierter Vorverkauf

Bedeutet, dass pro Person nur noch maximal zwei Tickets gekauft werden können. Jedes Ticket ist personalisiert mit der gesamten Kontaktadresse. Auch auf dem zweiten Ticket muss zwingend die Kontaktadresse der Begleitperson stehen. Die Daten werden dann beim Einlass mit einem Ausweisdokument verifiziert. Geht ja auch viel schneller als sich ein Zertifikat anzugucken. Tageskarten wird es vorerst nicht mehr geben.

Da es im Vorfeld viel Ärger und Kritik bzgl. der Luca App gab und gibt, ist dieser Schritt nötig. Dadurch werden so “lustige” Kontaktdaten wie Micky Mouse, Max Mustermann oder Batman verhindert. Das schützt einen selbst und andere auch, also tragt bei sowas bitte euren richtigen Namen ein. Den Punkt finde ich in Ordnung. Was bei mir auf Unverständnis stößt ist, wieso man dann zurück auf 5.000 Zuschauer geht. Bei 7.000 Zuschauern und 3G Regel ist das Infektionsrisiko sehr gering, nochmal dazu, dass man ohnehin draußen unter freiem Himmel ist. Inwiefern dadurch Zeit gespart wird, erschließt sich mir auch nicht so ganz.

3. Durchgehende Maskenpflicht im gesamten Stadion

Selbsterklärend, oder? Also machen wir es kurz: Maskenpflicht im Stadion ist gut!

4. Erhöhter Personaleinsatz bei Heimspielen

Um die Maskenpflicht durchzusetzen wird es mehr Personal geben. Hoffen wir mal, dass die mehr kontrollieren als es anscheinend beim Spiel gegen Wolfsburg der Fall war. Vor allem hoffen wir, dass es auch friedlich bleibt. Denn wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, kann aus dem Stadion geschmissen werden. Das könnte eventuell zu Konflikten führen.

5. Stadionöffnung und Stadionzugang

Das Preußenstadion öffnet seine Pforten jetzt zwei Stunden vor Anpfiff, Zugänge bleiben wie gehabt. Geht früher hin als sonst, genehmigt euch ein Bier und ne Wurst!

Kritische Auseinandersetzung

Die Maßnahmen sind so weit in Ordnung. Natürlich könnte man hier und da etwas verbessern, doch dem SCP sind dort anscheinend die Hände gebunden. Schließlich macht nicht der Verein die Regeln, sondern die Behörden.  Alles in allem liegt der Ball jetzt aber bei den Fans. Sollten wir uns nicht an die Hygienemaßnahmen halten, dann werden die Zuschauer:innen erstmal wieder ausgeschlossen und dann bleibt nur Soccerwatch und ganz ehrlich, das will wohl kaum jemand.

Wir leben aktuell in einer seltsamen Situation und jede:r wünscht sich natürlich eine Rückkehr zur Normalität. Solange dies jedoch nicht der Fall ist, weil die Pandemie immer noch grassiert, sollten wir alles dafür tun, um die Pandemie endlich zu besiegen. Und dazu zählen auch so ungeliebte Maßnahmen wie Maske, Abstand und Zuschauerbegrenzung. Also lasst euch impfen, tragt eine Maske und beachtet die Hygieneregeln, damit wir weiterhin ins Stadion können und wenigstens etwas Normalität in diese Zeit bekommen.

Alle zusammen für Preußen Münster!

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