Trainer-Netzwerk im Preußenstadion

2021/2022 - Trainer-Netzwerk Münster

Am gestrigen Mittwochabend lud der SC Preußen Münster zum zweiten Trainer-Netzwerk für Trainer aus dem gesamten Münsterland ein. Es war die erste Präsenzveranstaltung, welche im Preußenstadion in der Tribüne stattfand. Die erste Runde wurde aufgrund der Corona-Bedingungen online abgehalten.

Ziel ist es, die Trainer im Umkreis besser zu vernetzen und den Austausch auf Augenhöhe zu fördern. Moderator und Ex-Preuße Ole Kittner, der durch den Abend führte, beschrieb es in seinen einleitenden Worten sehr gut. Der SC Preußen Münster möchte mit den Vereinen und Trainern zusammenarbeiten und nicht so wirken, als wäre man „da oben“. Auf einer Ebene möchte man gemeinsam einen offenen und vor allem ehrlichen Austausch anbieten und suchen.

Hildmann über Trainerpersönlichkeit

2021/2022 - Trainer-Netzwerk Münster - Sascha HildmannEtwa 50 Trainer aus Münster und Umgebung fanden sich zum Trainer-Netzwerk ein. Den ersten Vortrag durfte der Cheftrainer vom SCP, Sascha Hildmann führen. Dieser erzählte von seinen Stationen als Spielertrainer und Trainer und von den Herausforderungen, die man in der jeweiligen Liga und mit den unterschiedlichen Mannschaften habe. Auch seine Zeiten als Jugendtrainer beim SV Elversberg und dem FSV Mainz, baute Hildmann in seinen Vortrag mit ein. Ein Trainer muss immer vorangehen und sich immer wieder auf seine Mannschaft einstellen. Ein Spielertrainer zu sein ist etwas anderes, als wenn man eine Mannschaft aus der Jugend trainiert. Auch die Voraussetzungen und Zielsetzungen bei den diversen Klubs spielen hierbei eine Rolle. Bei Idar-Oberstein zum Beispiel, war Hildmann auch für die Buchung der Hotels verantwortlich.

Danach stellte Rieke Schmale in ihrem Vortrag das Präventionszentrum Münster vor. Schwerpunkt: Gesundheit im Jugendfußball. Diese GmbH bietet für Vereine zertifizierte Kurse an und möchte so die Bewegung von Kindern und Jugendlichen fördern. Generell hat sich das Präventionszentrum zum Ziel gemacht, das Thema Gesundheitsvorsorge stärker in den Fokus des alltäglichen Handelns zu bringen. Wie das am besten geht? Natürlich mit Spaß und Freude an der Bewegung bei den Vereinen.

Halbzeit – dann weiter

In der Halbzeit gab es ein paar Snacks die der „gute Bäcker“ gesponsort hatte. Auch diese Zeit wurde für einen ersten kurzen Austausch beim Kaltgetränk sinnvoll genutzt. Viele unterschiedliche Anliegen und Fragen haben die einzelnen Trainer an die Profis gehabt oder eben sich auch untereinander den einen oder anderen Gedanken übermittelt.

Nach der Pause konnten sich die Teilnehmer zwischen zwei Vorträgen entscheiden. Auf der einen Seite stand Verbandssportlehrer Carsten Busch (FLVW) mit neuen Informationen zu den neuen Spielformen im Kinderfußball parat. Auf der anderen Seite stand Janis Hohenhövel, selbst Youngstars-Trainerentwickler bei den Preußen, mit seinem Vortrag „Die Spieler*innen mit der Ansprache erreichen – wie gelingt eine sinnvolle Pausengestaltung“ in den Startlöchern.

Da ich mich als angehender und frischer Co-Trainer bei Hiltrup nun selbst mit Kinderfußball auseinandersetze, blieb ich sitzen und lauschte Carsten Busch. Hier stellte er das neue Konzept der Spielformen im Kinderfußball vor. Man möchte, und viele werden es kennen, zum Straßenfußball zurück und allen Kindern ein möglichst positives aber vor allem gleiches Erlebnis mit Spaß am Fußball bereiten. Früher brauchte man nur eine Wiese, einen Ball, zwei Tore die meist mit Kleidungsstücken abgesteckt wurden und eben ein paar Freunde. Los ging es dann auch schon. Mehr brauchte man für Fußball eben nicht.

In dem aktuellen Spielbetrieb im unteren Juniorenbereich stellt man häufig fest, dass Mannschaften einen Gegner dominieren und sehr hoch gewinnen. Spielspaß kommt da bei der verlierenden Mannschaft nicht auf. Auch die Spielzeit pro Kind soll angeglichen werden. Hier liegt es aber eben auch an den Trainern, die nicht leistungsorientiert agieren, sondern  ergebnisorientiert. Hauptsache gute Ergebnisse und gewinnen, aber nicht alle Kinder gleichmäßig (soweit möglich) entwickeln.

Auch ich habe dies nun bei den ersten Jugendspielen im U8-Bereich so gesehen. Ein bis zwei Spieler werden hinten positioniert und bolzen den Ball einfach nach vorne, wo dieser bestmöglich verwertet werden soll. Zudem waren es oft die gleichen Akteure, die am Spiel teilgenommen haben. Viele Kinder selbst hatten nur wenige bis keine Ballaktionen.

Im G-Junioren Bereich wird man zukünftig 3-gegen-3 auf zwei Tore spielen. Ein Torwart ist nicht vorgesehen. Sollte 3-gegen-3 nicht möglich sein, so kann auch auf ein 2-gegen-2 umgestellt werden. Die Spielfelder werden kleiner und die Kinder erzielen mehr Tore, was das Erfolgserlebnis und den Spaß am Fußball fördert. Nach Auswertungen von Daten hat man so festgestellt, dass etwa 75% der Kinder Tore erzielen, während es auf dem großen Feld beim 7-gegen-7 eben nur eine magere Quote gibt. Weiter werden bei größeren Mannschaften mit 8 bis 16 Kindern dann so mehrere Felder gleichzeitig bereitgestellt, wo eben auch mehrere, von den Trainern zusammengestellte Mannschaften, im 3-gegen-3 / 2-gegen-2 antreten dürfen.

Der Sinn hier ist, dass man die Mannschaften nach der Leistungsfähigkeit zusammenstellt, sodass schwächere Kinder gegen schwächere spielen und die stärken sich untereinander messen.

Insgesamt ein spannendes Konzept, welches im G-Junioren-Bereich definitiv so beschlossen ist und kommen wird.

Nachspielzeit

In der Nachspielzeit konnten diverse Themen vertieft und persönliche Fragen beantwortet werden. Es war ein runder Abend mit engagierten Menschen in Münster und dem Münsterland. Auch einige der Nachwuchstrainer von Preußen waren vor Ort, sodass wir hier spannende Einblicke bekommen konnten. Wir freuen uns auf die dritte Runde, die wahrscheinlich Anfang 2022 stattfinden wird.

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