Ein bitteres Saisonende!

2021/2022 - Spielbericht - Westfalenpokal - SC Preußen Münster - SV Rödinghausen - 3:4 n. E.
Foto: SCP

Puh. Wo fangen wir denn an. Genau, am besten starte ich diesen letzten Spielbericht mit dem Ende des Abends. Hier war nämlich in der Fiffi-Gerritzen-Kurve noch das ein oder andere Kaltgetränk bei der aktiven Fanszene zu ergattern. Wenn man Plan A – Siege begießen – eben nicht in die Tat umsetzen kann, dann muss Plan B herhalten! Frustsaufen.

An dieser Stelle noch einen Gruß an die Jungs aus Bochum, die mit im Stadion waren, den SCP supportet haben und über Münster sagen: „Hier in Münster wird man behandelt, wie die Götter!“. Jovel!

Doch zurück zum Abend. So richtig schlimm war es mit dem Frustsaufen dann auch nicht, weil ich mittlerweile gelernt habe, anders mit solchen Momenten und Niederlagen umzugehen. Trotzdem waren die letzten Wochen, seit dem 0:0 in Wiedenbrück, echt bitter. Schlimmer hätte der Ausklang der Spielzeit für uns nun wahrlich nicht laufen können.

Die Preußen haben diese gute Saison am Ende nicht in Erfolge ummünzen können. Wir bleiben in allen Belangen 2021/2022 Zweiter. Denn auch im Finale gegen den SV Rödinghausen verlor der SCP vor 6.428 Zuschauern am Ende nach Elfmeterschießen mit 3:4.

Kok und Scherder in Startelf

Im Vergleich zum letzten Ligaspiel gegen Köln II musste Sascha Hildmann aufgrund der Ausfälle von Hoffmeier und Farrona Pulido Änderungen in der Startelf vornehmen. Simon Scherder bekleidete die Position neben Ziegele in der Innenverteidigung. Für Farrona Pulido rutschte Kok in die erste Garde. Ansonsten setzte man in der Offensive vermehrt auf die schnellen Spieler, um den SV Rödinghausen mit frühem Pressing unter Druck zu setzen.

Spiel bestimmt – kaum Abschlüsse

Zu Beginn der Partie hatte die aktive Fanszene in der Fiffi-Gerritzen-Kurve erneut eine Choreo vorbereitet. Das Motto war an unsere Antik-Arena gerichtet, welche sich ab dem Sommer durch den Abriss der Westkurve verändert wird. „für immer Preußenstadion“ lautete die Message, welche mit schwarzen und grünen Fahnen im Block unterlegt wurde. Zudem wurden die markanten Flutlichtmasten von der Hammer Straße mit eingebaut, was eine tolle Szenerie ergab.

Doch kommen wir nun zum Geschehen auf dem Platz. Dort nahmen die Preußen diese Partie direkt in ihre Hände. Spielbestimmend waren die Adlerträger von der ersten Minute an. In der 6. Minute war es Thorben Deters, dem ein Ball nach einer Ecke vor die Füße flog und er trocken aus 13 Metern abzog. Leider traf Deters nicht in den Kasten, sondern schoss direkt auf SVR-Schlussmann Sebald, der den Ball zur Seite abwehren konnte.

Danach passierte wenig vor beiden Toren. Die Preußen versuchten es, kamen auch immer wieder ins letzte Drittel, waren aber zu unkonzentriert beim letzten Ab- bzw. Zuspiel. Zudem muss man auch Rödinghausen ein Kompliment machen. Gegen uns können Sie. Verteidigen auch. Dies war der Matchplan für diese Partie. Tore verhindern und dann irgendwann zuschlagen. Doch dazu später mehr.

Die Preußen suchten immer wieder über die Außenbahnen den Weg zum Tor. In der 23. Minute klappte dies, als Borgmann über links den Ball eroberte und durchmarschieren konnte. Seine Flanke verpasste Bindemann, fand aber dann Langlitz als Abnehmer. Doch anstatt den Ball aus 6 Metern Richtung SVR-Tor zu köpfen, traf Langlitz die Kugel nicht richtig, sodass diese weiter durch den Strafraum segelte.

Fünf Minuten später hatten die Preußen erneut die Führung auf dem Schlappen. Okay, eher auf dem Kopf, als Deters und Teklab eine Ecke kurz ausführten und sich auf der rechten Seite durch kombinierten. Die Flanke von Deters fand Langlitz am langen Pfosten, der die Pille dann wieder quer im Zentrum auf Bindemann köpfte, welcher aber den Ball nicht ordentlich mit dem Kopf zum Tor drücken konnte. Es war die vielleicht beste Chance der ersten Halbzeit, denn Sebald im Kasten von Rödinghausen hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt.

Danach wurde die Partie ruppiger. Wirklicher Spielfluss bis zum Tor vom SVR kam nicht mehr auf. Dennoch behielten die Preußen weiterhin Oberwasser und bestimmten das Spiel. Kurz vor der Pause war es dann Schauerte, der sich nach einem langen Ball über rechts durchsetzen konnte und den Ball einfach flach ins Zentrum bringen wollte. Dieser segelte an Freund und Feind vorbei und am Ende auch knapp am langen Pfosten. Halbzeit!

Sicherlich war der SCP das stärkere Team, doch man merkte irgendwie, dass ein wenig Luft raus war oder einfach fehlte. Das Flair passte an diesem Samstag Nachmittag irgendwie gar nicht. Es war alles irgendwie (nur) okay. Doch ein richtiges Brennen auf den Rängen und/oder auf dem Platz wurde vermisst.

Rödinghausen trifft aus dem Nichts

Weiter ging es unverändert in die nächste Halbzeit. Erwähnenswertes gab es die ersten 15 Minuten nicht wirklich. Es wurde eine etwas offenere Partie, wo Torchancen dennoch Mangelware blieben. Hildmann reagierte mit einem Doppelwechsel in der 56. Minute. Für Langlitz und Bindemann folgten Kwadwo und Wegkamp auf den Platz.

In der 61. Minute war es dann Rödinghausen, die aus dem Nichts zugeschlagen hatten. Schauerte wurde im Angriff auf der rechten Seite gedoppelt, verlor den Ball, sodass Rödinghausen einen Konter einleiten konnte. Der Steilpass aus der Defensive heraus fand den eingewechselten Marceta, welcher über links dann direkt Fahrt zum Tor aufnahm. Zwar kam Ziegele noch in den Zweikampf rein, aber nicht mehr an den Ball. Scherder blieb zu passiv und Marceta zog einfach ab. Unterlatte – Tor. 1:0-Führung für Rödinghausen.

Preußen blieb sich treu und spielte weiter munter nach vorne. Doch vermehrt waren gefährliche Aktionen nur noch durch Ecken zu sehen. Aus dem Spiel heraus klappte die Kombination wirklich bis in den Sechzehner. Doch am Ende war entweder noch ein Fuß der SVR-Defensive dazwischen oder es fehlte der letzte ordentliche Pass.

So musste ein Elfmeter den Ausgleich bescheren, dessen Entstehung ich so in meinen Jahren beim Fußball noch nie gesehen habe. Rödinghausens Kapitän Daniel Flottmann blieb am Boden und musste behandelt werden. Sein Keeper Sebald warf daher zuvor den Ball zur Seitenlinie, damit es eine Unterbrechung gibt und eine Behandlung durchgeführt werden konnte.

Danach folgte der Einwurf durch Deters auf die Rödinghausener Defensive, welches sauber als Fair-Play-Aktion gesehen werden darf. Doch anstatt den Ball aufzunehmen und eben weiterzuspielen, ließen zwei SVR-Spieler die Kugel einfach durchlaufen und meinten auf Zeit spielen zu müssen. Gerrit Wegkamp gestikuliert noch, bitte weiterzuspielen und nicht auf Zeit zu gehen. Nach wenigen Sekunden hatte unser Stürmer aber genug von dem Zeitspiel und ging dann auf den Ball. Diesen fischte Sebald weg, doch für Verteidiger Wolff war die Geschichte noch nicht beendet. Mit ordentlich Anlauf stieß der Verteidiger Wegkamp im Sechzehner um, sodass Exuzidis direkt auf den Elfmeterpunkt zeigt.

Nach langer Rudelbildung und vielen Diskussionen auf dem Platz verwandelte Henok Teklab sicher zum 1:1-Ausgleich.

Danach versuchte der SCP natürlich alles, um es in der regulären Spielzeit zu regeln. Es klappte nicht und man ging ohne Verlängerung direkt ins Elfmeterschießen.

Hier trafen Scherder und Schauerte für den SC Preußen. Dahlke, Teklab und Ghindovean scheiterten an Sebald, sodass am Ende der SV Rödinghausen als Gewinner feststand.

„Dann aber nächste Saison!“

Und nun? Essen ist als Rivale raus. Von oben kommt keine Mannschaft runter. Sicherlich gibt dies jetzt ein Gefühl von Favorit. Doch wenn wir nun damit anfangen zu glauben, dass es nächste Saison ein Durchmarsch vom SC Preußen Münster geben wird, dann bleiben wir am besten zu Hause. Keiner weiß genau, wie der Kader kommende Saison aussehen wird. Welche Abgänge und Zugänge es gibt. Auch Oberhausen, Wuppertal und Fortuna Köln wissen um die Chance, letztmalig direkt in die 3. Liga aufsteigen zu können.

Die kommende Saison muss wieder professionell angegangen und von Spiel zu Spiel gedacht werden. Etwas anderes hilft uns nicht. Wir tun gut daran, auf dem Boden zu bleiben und zumindest den Schwung aus dieser Saison im Umfeld mit in die Spielzeit 2022/2023 zu nehmen.

Doch bis dahin gibt es nun eine Sommerpause. Eine Sommerpause, die ich persönlich absolut brauche. Es war eine sehr intensive Saison, die wir auf allen Kanälen auch intensiv begleitet haben. Euer Fanmagazin macht jetzt ein wenig Pause/Urlaub, auch wenn ihr zwischendurch noch ein wenig von uns hören werdet. Am 16. Juni geht es dann schon wieder in die Vorbereitung. Bis dahin füllen wir unsere Akkus auf!

Alle zusammen für Preußen Münster!

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Daten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele, Scherder, Borgmann – Remberg, Kok (Dahlke, 85.), Deters (Ghindovean, 79.) – Langlitz (Kwadwo, 56.), Bindemann (Wegkamp, 56.), Teklab
SVR: Sebald – Choroba (Ercan, 81.), Flottmann, Wolff, Langer – Kurzen, Wiemann, Hoffmeier, Ibrahim (Marceta, 56.) – Schaub (Schuster, 65.), Bravo Sanchez (Riemer, 75.)

Tore: 0:1 Marceta (61.), 1:1 Teklab (72.)

Gelbe Karten: Remberg, Kok / Ibrahim, Flottmann, Langer

Zuschauer: 6.480

Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis

Das Spiel

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