SCP im Umbruch: Die Kaderanalyse 2022/2023

Der neue Mannschaftsrat um Thorben Deters, Thomas Kok, Kapitän Marc Lorenz, Nicolai Remberg und Vize-Kapitän Alexander Langlitz (Fotos: SCP)

Die neue Saison steht vor der Tür. Die Wunden nach dem dramatischen Ende der Saison 2021/2022 sind geleckt, mit neuem Elan soll in dieser Spielzeit also das erreicht werden, was im Mai an gerade einmal drei Toren scheiterte. Dazu hatte Peter Niemeyer in der Sommerpause erneut einiges zu tun. Wer die leise Hoffnung hatte, dass man mit dem Grundgerüst der letzten Saison und den dazu gewonnenen Erfahrungen im Aufstiegskampf einen neuen Anlauf startet, sah sich sehr früh getäuscht. Zwölf Abgänge stehen zwölf Neuzugängen gegenüber.

Die Abgänge

Die größten Verluste hatte man in der Defensive zu verzeichnen. Hoffmeier wechselte erwartungsgemäß in die zweite Liga zum SC Paderborn und fand sich auch am ersten Spieltag in der Startelf der Ostwestfalen wieder. Sein Nebenmann Robin Ziegele, in den letzten Wochen neben Hoffmeier gesetzt, pokerte lange, kam schlussendlich beim FSV Zwickau in der 3. Liga unter. Einen ähnlichen Substanzverlust gab es auf den Außenverteidigerpositionen. Marvin Thiel, durch diverse Verletzungen oder Krankheit ausgebremst, kehrte zurück in seine Lübecker Heimat, Luke Hemmerich zog es zu Drittligaaufsteiger Bayreuth. Ein Wiedershen wird es mit Jannik Borgmann geben, der zu Rot Weiss Ahlen wechselte, um mehr Spielpraxis zu erhalten. Gerne hätte man auch Julian Schauerte noch weiter im Adlerdress gesehen, doch der 34-jährige ging aus privaten Gründen zum 1.FC Kaan-Marienborn. Auch ihn wird man in dieser Saison erneut bei zwei Partien wiedersehen.

Auf den Torhüterpositionen zwei und drei wurde auch für frischer Wind gesorgt. Denn Marco Dedovic wechselte in die Regionalliga Nord zu Blau-Weiß Lohne und untermauerte dort seine Ansprüche auf einen Stammplatz. Steffen Westphal wechselte zum SV Lippstadt, wird dort jedoch die Position des Herausforderers annehmen. Die letzten vier Abgänge verteilen sich auf Mittelfeld und Angriff.

Dominik Klann wagte den Sprung in die 3. Liga zum SC Verl, Jules Schwadorf kehrte in seine rheinländische Heimat zurück und schnürt künftig für Fortuna Köln die Schuhe. Manuel Farrona Pulido schlug den gleichen Weg wie Marvin Thiel ein und wechselte zum VfB Lübeck. In Anbetracht der starken Konkurrenz bat Jan Dahlke um die Freigabe und wird zukünftig für Carl Zeiss Jena auf Torejagd gehen. Dies zu den Abgängen. Doch wer trägt in der kommenden Saison alles das Preußen-Trikot?

Torhüter:

Maximilian Schulze Niehues wird auch in die neue Spielzeit als unangefochtene Nummer eins gehen. Der 33-jährige Ur-Preuße ist in der Regionalliga ein absoluter Ausnahmekeeper. Dahinter duellieren sich zwei Neuzugängen um den Platz im Spieltagskader. Tom Müller wechselte von Carl Zeiss Jena an die Hammer Straße und bringt mit 24 Jahren sogar schon 3.Liga-Erfahrung beim Halleschen FC mit. In das Torwart-Trio gesellt sich mit Roman Schabbing ein neuer Keeper, der zuletzt in der A-Jugend beim MSV Duisburg aktiv war.

Wie bereits bei der Verpflichtung kommuniziert, soll Schabbing jedoch in der Oberliga-Reserve Spielpraxis sammeln. Für den Spieltagskader könnte es lediglich reichen, wenn die U23-Regel aufgrund von Sperren/Verletzungen Probleme bereitet. Denn dort fällt Müller altersbedingt raus. Insgesamt dürfte der SCP sich auf der Torhüter-Position insgesamt verstärkt haben und Müller ein stärkerer Herausforderer für Schulze Niehues sein, als es Dedovic zuletzt war.

Innenverteidigung:

Was Maximilian Schulze Niehues als Preußen-Konstante im Tor ist, das ist Simon Scherder in der Abwehr. Ansonsten werden sich die Fans dort an neue Gesichter gewöhnen müssen. Niko Koulis gab als erster externer Neuzugang dem SCP sein Ja-Wort. Als einer der besten Verteidiger der Regionalliga Nord bei der Zweitvertretung von Holstein Kiel, möchte er nun einer Seniorenmannschaft den Stempel aufdrücken. Zudem durfte er letzte Saison im Spiel gegen Werder Bremen zumindest ein paar Minuten Zweitligaluft schnuppern.

Mit Simon Scherder wird er sich um den Platz als rechter Innenverteidiger duellieren, beim letzten Test in Spelle hatte er die Nase vorn, doch bei einer so hohen Kaderdichte sind Wechsel jederzeit möglich und jeder weiß, dass man Simon Scherder niemals abschreiben darf. Daneben ist Alexander Hahn gesetzt. Der 29-jährige kam von Viktoria Berlin, hatte dort verletzungsbedingt ein eher unglückliches Intermezzo. Zuvor spielte Hahn bei Rot-Weiss Essen und gehörte in diesen beiden Spielzeiten dort zu den besten Verteidigern der Regionalliga West.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Preußen-Fans auf eine neue Art der Spieleröffnung einstellen müssen. Denn während Marcel Hoffmeier entweder die flache Eröffnung suchte oder mit seinen berüchtigten Dribblings die erste Pressing-Linie des Gegners spielend leicht aushebelte, liegen die Stärken bei Hahn eher in der langen Spieleröffnung. In den Vorbereitungsspielen zeigte sich deutlich, dass Hahn messerscharfe und präzise Diagonalpässe in seinem Repertoire hat. Ein weiterer Unterschied zur letzten Saison im Defensivverhalten: Marcel Hoffmeier fehlt ebenso als „Feuerwehrauto“ (Zitat Hildmann), das auf Langstrecke jeden Ball ablief. Weder Hahn, Scherder noch Koulis dürften nur ansatzweise an dieses Tempo rankommen. Es bleibt spannend, wie dieses mögliche Tempodefizit durch Stellungsspiel ausgeglichen wird und ob die Preußen-Defensive in der neuen Saison erneut das Maß aller Dinge sein wird.

Als Herausforderer steht zudem Noah Kloth parat. Der 19-jährige aus der eigenen Jugend durfte bereits in der letzten Saison reinschnuppern (u.a. beim DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg) und machte seine Sache in der Vorbereitung auch tadellos. Im letzten Spiel gegen Spelle agierte er als Einwechselspieler zudem als Achter, auch die Sechserrolle traut man ihm zu. Die Vielseitigkeit könnte hier ein großer Pluspunkt sein.

Außenverteidiger:

Der große Aderlass dort sieht auf den ersten Blick schlimmer aus, als es war. Mit Marc Lorenz kehrte massig Erfahrung zurück an die Hammer Straße. Der Linksfuß wurde auf Anhieb Stammspieler und Kapitän und tritt somit in die Fußstapfen von Julian Schauerte. Auf der rechten Seite rückte Alexander Langlitz wieder nach hinten. Nach zwei Jahren als Offensivkraft kehrt er nun auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger zurück. In der ersten Reihe ist der Kader dort also keineswegs schwächer besetzt, als im Vorjahr, doch dahinter wird es eng.

Hauptgrund dafür ist die schwere Sprunggelenksverletzung von Lukas Frenkert, der beide Positionen ohne Qualitätsverlust spielen kann. Im Spiel gegen Uerdingen verletzte er sich nach üblem Einsteigen seines Gegenspielers schwer und wird noch eine ganze Weile ausfallen. So bleiben dort noch die aufgerückten Joel Amadi sowie Kevin Schacht. Auch Jarno ter Horst durfte sich dort versuchen, gehört aber offiziell (noch) nicht zum Kader der ersten Mannschaft, da er zunächst eine Ausbildung abschließen möchte. Amadi zeigte in den Testspielen vielversprechende Ansätze, doch diese Saison wird lediglich dazu da sein, um zu lernen und sich weiter zu entwickeln, da Stellungsspiel und Cleverness noch ausbaufähig sind.

Aber wir sprechen hier über einen 18-jährigen, der noch die gesamte Karriere vor sich hat. Weiter zeigte sich da schon Kevin Schacht. Aus der Not geboren, half er als Linksverteidiger aus. In der vergangenen Saison war er Stürmer und Top-Torschütze in der Oberligamannschaft des SCP und qualifizierte sich somit für einen Profi-Vertrag. Doch die Verletzung von Frenkert ließ Hildmann erneut kreativ werden (wie beispielsweise bei Marcel Hoffmeier vor zwei Jahren, der vom offensiven Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger umgeschult wurde) und so schickte er den Linksfuß in die Viererkette. Auch Schacht muss dort noch lernen, die Ansätze, insbesondere in der Offensive, konnten sich jedoch sehen lassen.

Defensives Mittelfeld:

Die Königsposition beim SCP. In der vergangenen Saison war es offensichtlich, dass es schwierig werden könnte, sollte sich Dennis Daube verletzen. In diesem Jahr hat Niemeyer dort vorgesorgt. Thomas Kok hat nun eine komplette Vorbereitung im Adlerdress hinter sich und ist zunächst gesetzt. Ebenso zeigt seine Berufung in den Mannschaftsrat seinen Stellenwert im Team.

Prognose: An Kok wird man als Preuße in dieser Saison noch sehr viel Spaß haben. Da sich die Rückkehr von Dennis Daube nach seinem Kreuzbandriss im September 2021 beim SV Straelen weiterhin verzögert, sahen sich die Verantwortlichen genötigt, dort auch noch einmal zu handeln. Nach langem Hin und Her seit Januar diesen Jahres wechselte als bis dato letzter Neuzugang auch noch Dennis Grote zum SC Preußen. Das ganze Palaver aus dem Januar soll an dieser Stelle nicht noch einmal aufgekocht werden.

Fakt ist jedoch, dass die Verpflichtung in vielerlei Hinsicht Sinn macht. Neben der unsicheren Rückkehr von Dennis Daube kommt hier auch die Vielseitigkeit Grotes ins Spiel. Denn auf seiner letzten Station bei Wacker Innsbruck spielte Grote auch als Innenverteidiger. Sollte Alexander Hahn mal ausfallen, wäre Grote hier als Linksfuß ebenso ein guter Ersatz, wie auch auf der Achterposition.

Zentrales Mittelfeld:

Die Testspiele zeigten ganz klar, dass auch in der kommenden Saison wieder das 4-3-3-Spielsystem das Mittel der Wahl sein wird. Insofern kämpfen mit Thorben Deters, Darius Ghindovean und Yassine Bouchama drei Spieler um einen freien Platz. Denn Nicolai Remberg – das ist keine wilde These – ist gesetzt und dürfte außer bei Sperren oder Verletzungen immer spielen.

Bouchama kam vom VfB Homberg und möchte nun erstmalig in einem Verein mit größerem Umfeld, als auf seinen letzten Stationen Fuß fassen. In den Testspielen zeigte er durchaus, dass er auf diesem Niveau mithalten kann. Intelligente Läufe in die Tiefe, eine starke Ballbehandlung und vor allem Sicherung stachen sofort ins Auge.

Darius Ghindovean sollte in der Vorbereitung mehr Verantwortung übertragen werden, in den ersten Testspielen stellte Hildmann ihn auch auf die Sechserposition. Doch durch eine ärgerliche gelb-rote Karte wegen Meckerns im Spiel gegen Almelo schoss sich der Deutsch-Rumäne selbst ein wenig ins Abseits. Da Thorben Deters erneut an Corona erkrankte, rutsche Bouchama gegen Spelle in die Startelf, wer dann am Samstag gegen Wattenscheid den Vorzug erhält, wird man sehen.

Ebenfalls beim Testspiel gegen Almelo gab es eine Schrecksekunde, als Remberg auf die Schulter fiel. Doch ein vermuteter Schlüsselbeinbruch konnte nicht bestätigt werden und die Verantwortlichen konnten durchatmen. Denn Remberg ist mit seiner Power möglicherweise der einzige Spieler, den der SCP nicht adäquat ersetzen kann. Ebenso wie Kok wurde auch er in den neuen Mannschaftsrat berufen und soll die jüngere Generation vertreten. Der SC Preußen kann sich jedoch glücklich schätzen, dass er „Rambo“ noch eine weitere Saison in seinen Reihen weiß.

Außenbahn offensiv:

Ordentlich Wirbel und massig Tempo verspricht die Besetzung der Außenbahnen. Henok Teklab, die wahrscheinlich größte Überraschung der letzten Saison, blieb den Preußen trotz höherklassiger Angebote erhalten. Sein Spielwitz und die Eins-gegen-Eins-Duelle werden also auch in der kommenden Saison die Preußen-Herzen höherschlagen lassen. Hinzu kommt mit Manfred Kwadwo der viel zitierte „gefühlte Neuzugang“. Nach einer Verletzungsodyssee im vergangenen Jahr möchte er diese Saison zeigen, warum er bereits in den beiden nächsthöheren Ligen unterwegs war. In der Vorbereitung gelang ihm dies schon sehr gut, gerne mehr davon.

Ergänzt wird das Trio von Shaibou Oubeyapwa. Der Rechtsaußen kam von Rot-Weiß Oberhausen an die Hammer Straße und war in den beiden vergangenen Jahren insbesondere in puncto Vorarbeiten der herausragende Spieler seiner Mannschaft. Im Gegensatz zu Teklab ist Oubeyapwa jedoch physisch deutlich stärker und versucht den Gegner zu überlaufen, um den Ball dann präzise in die Mitte zu geben.

Bereits letzte Saison versuchte der SCP oftmals das Spiel in die Breite zu ziehen, um Räume zu schaffen. Sehr viel anders wird es offensiv auch in diesem Jahr nicht aussehen. Die Variabilität und vor allem Breite des Kaders ist hier ein großer Pluspunkt. Auch Thorben Deters hat gezeigt, dass er sich auch auf dem linken Flügel sehr wohl fühlt. Wie auch in der vergangenen Vorbereitung durfte sich auch Deniz-Fabian Bindemann dort öfters versuchen. Denn auf seiner angestammten Position im Angriffszentrum legte man noch einmal nach.

Mittelstürmer:

Die Chancenverwertung war in der vergangenen Saison oftmals das größte Manko. Hätte, wäre, wenn und aber – man möchte nicht dran denken, wie es ausgegangen wäre, hätte der SCP einen echten Knipser in seinen Reihen gehabt. Gerrit Wegkamp war und ist wertvoll für die Mannschaft, unermüdlicher Einsatz für das Team ist sein Markenzeichen. Doch in puncto Abschluss ließ der 29-jährige oft sehr viel liegen.

Besser machen soll es nun Andrew Wooten. Nach drei mittelmäßigen Stationen bei Philadelphia Union in der MLS, Admira Wacker Mödling in Österreich und beim VfL Osnabrück möchte der Amerikaner nun wieder an seine Zeit in Sandhausen anknüpfen. Dort traf er in der Spielzeit 2018/2019 in 31 Spielen satte 17-mal ins Schwarze. In der Vorbereitung zeigte sich auch, dass Wooten derzeit die Nase vor Wegkamp hat. Doch hier hat der SCP ein Luxusproblem, denn der erwähnte Bindemann zeigte sich gegen Ende der letzten Saison stark verbessert. Es bleibt zu hoffen, dass die Abschlussschwäche nun behoben ist.

Die Vorbereitung:

Solide, das ist wohl das Wort welches es am besten trifft. Natürlich ist der langfristige Ausfall von Lukas Frenkert äußerst bitter. Nach einer schweren Schulterverletzung aus dem Spiel gegen Lotte brannte der wurfstarke Außenverteidiger auf die neue Saison und wurde nun jäh ausgebremst. Ebenso hatte man auf das Comeback von Dennis Daube gehofft, dies lässt jedoch weiter auf sich warten. Ansonsten gab es zwischendurch immer mal wieder kleine Blessuren, der Großteil des Kaders konnte jedoch die gesamte Vorbereitung voll durchziehen. Nachdem man mit zwei klaren Siegen gegen den SV Bad Bentheim (8:0) und KFC Uerdingen (6:0) gestartet war, trennte man sich von den beiden Drittligisten Borussia Dortmund II und MSV Duisburg jeweils 1:1.

Bereits dort war zu sehen, dass man mit klassenhöheren Teams mithalten kann, zumal man auf die schwarz-gelbe Zweitvertretung in einer Phase traf, wo sämtliche Spieler noch vor Ort waren und nicht zu Aushilfszwecken in die erste Mannschaft berufen wurden. Gegen Almelo verlor man das erste Testspiel, doch musste man hier auch fast eine halbe Stunde in Unterzahl agieren. So lassen sich auch aus solch einem Test wertvolle Erkenntnisse ziehen. Zum Abschluss hatten viele Fans auf ein Highlight gehofft, es ging jedoch gegen den SC Spelle-Venhaus, seines Zeichens Oberligist aus Niedersachsen. Zwar gewann der SCP mit 3:0, in gewissen Phasen zeigte sich jedoch noch ein wenig Sand im Getriebe. Doch der Gegner agierte wie womöglich viele Gegner in der kommenden Saison äußerst defensiv, insofern war der Test aus rein sportlicher Sicht mit Sicherheit nicht verkehrt.

Sonstiges:

Wie bereits erwähnt, ist das 4-3-3-Spielsystem bislang alternativlos und die Kaderplanung baut genau auf diesem Konzept auf. Es bleibt spannend, wie man sich aufstellt, sollte das 4-3-3 mal nicht richtig greifen. Doch auch wenn es mal aus dem Spiel heraus nicht läuft, hat der SC Preußen möglicherweise eine neue Waffe. Marc Lorenz zeigte nämlich, dass er in Sachen Standards nichts verlernt hat. Einem direkt verwandelten Gewalt-Freistoß gegen Uerdingen ließ der neue Kapitän einen perfekt getretenen 30-Meter-Freistoßtreffer gegen Dortmund II folgen. Ebenso ist er der neue Mann für Ecken und Freistoßhereingaben. Ein Element, das den Preußen zuletzt fehlte. Darüber hinaus ist auch Dennis Grote dafür bekannt, dass er vernünftige Standards schlagen kann. Gerade gegen tiefstehende Gegner wie Wiedenbrück oder Rödinghausen kann man so auch mal einen Sieg erzwingen.

Gewöhnen müssen sich die Zuschauer bei zwei alten Bekannten an neue Rückennummern. Darius Ghindovean wechselte von der 22 auf die 8, die zuletzt Jules Schwadorf innehatte. Henok Teklab schnappte sich die 16, zuvor war er mit der 32 unterwegs. Allgemein scheinen zweistellige Rückennummern bei den Adlerträgern einen hohen Stellenwert zu genießen, die Rückennummern 2,3,4 und 9 (nach dem Dahlke-Abgang) sucht man vergeblich.

Fazit:

Im Mittelfeld und in der Offensive scheinen die Preußen noch ein wenig qualitativ höher und variabler aufgestellt, als in der vergangenen Spielzeit. Die Schlüsselposition im defensiven Mittelfeld ist hervorragend besetzt, mit Wooten kam ein anderer Spielertyp als Wegkamp, der in den letzten beiden Testspielen zeigte, dass er mit mehr Spielpraxis eine erhebliche Verstärkung sein kann.

Schwer absehbar ist jedoch, wie gefestigt die Defensive in diesem Jahr sein wird. Durch den hohen Substanzverlust wird es dort noch eine Weile dauern, bis ein Rädchen in das andere greift. Sollte der Worst Case eintreten, dass Langlitz oder Lorenz ausfallen, will man jedoch den Jungs aus der eigenen Jugend die Chance geben, ließ Niemeyer verlauten. Daher ist bereits vor Saisonbeginn das Thema Kaderplanung abgeschlossen. Sollte sich gegen Ende des Transferfensters eine absolut großartige Chance ergeben, wird man zwar mit Sicherheit überlegen, derzeit sind jedoch keine Neuzugänge mehr geplant.

Doch der Kader bringt auch jetzt schon genug Qualität mit, um sich gegen die Konkurrenz aus Wuppertal, Köln, Oberhausen oder Rödinghausen durchzusetzen. Mit Schulze Niehues, Hahn, Scherder, Langlitz, Lorenz, Daube, Grote, Wegkamp oder Wooten hat man viel Erfahrung im Kader. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass es nicht zu viele Platzhirsche für zu wenig Positionen gibt. Wenn es einem zuzutrauen ist, eine solche Situation zu moderieren, dann kann man sich in der Hinsicht auf Sascha Hildmann verlassen.

Samstag geht es mit dem ersten Spiel gegen Wattenscheid los. Den Frust der vergangenen Spielzeit abhaken und mit vollem Elan in eine hoffentlich unvergessliche Saison starten.

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!

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1 Response

  1. Olaf Lindenblatt sagt:

    Diese Saison steigen wir alle zusammen in die 3. Liga auf und feiern mit dem SCP!

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