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Derbyfieber: Keine Zeit für Ausreden

Über die Relevanz des nächsten Heimspiels muss man wohl kaum etwas sagen. Nicht nur, dass die Adlerträger als Tabellenletzter akut abstiegsgefährdet sind, jetzt ist auch noch der Rivale aus Ostwestfalen zu Gast. Rein tabellarisch stehen diese zwar ein wenig besser da, aber aus der Gefahrenzone haben sie sich noch lang nicht verabschiedet. Es ist nicht „einfach nur“ eins der Derbys, wie man sie im Stadion schon des Öfteren gesehen hat. Das Spiel hat eine ganz besondere Brisanz. Es geht um das sportliche Überleben in der 2. Bundesliga, oder zumindest um den zweiten Derbysieg der Saison. Oder einfach um alles.
Die Ausgangslage: Purer Abstiegskampf
Kurz und knapp: Wir stehen schlecht da. 28 Punkte aus 30 Spielen, wenn wir im Abstiegskampf Plätze gutmachen wollen, sind wir auf das Versagen der direkten Konkurrenz angewiesen. Doch die scheint sich, gerade noch rechtzeitig, zu fangen. Es bleibt also spannend, aber um mal ein wenig Optimismus zu verbreiten: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.
Beim Spiel auf Schalke wurde Rico Preißinger noch verletzt ausgewechselt, für das Derby ist er aber wieder einsatzbereit, einer Manschette am Finger sei Dank. Schwartz muss weiterhin auf Batmaz, Scherder, Bolay und Vilhelmsson verzichten. Tikvic hat noch Trainingsrückstand und wird das Spiel wohl noch nicht von der Ersatzbank aus schauen können. Etienne Amenyido, der den Verein definitiv zum Ende der Saison verlassen wird, fehlt bis auf Weiteres wegen einer kürzlich erlittenen Oberschenkelverletzung… . Dafür ist Joshua Mees wieder fit und bietet eine weitere Option für die Offensive. Vielleicht sind dort deshalb noch zwei Positionen offen. Naheliegend wäre ein Einsatz von Yamada, der nicht nur auf Schalke traf, sondern bereits in Braunschweig sehr motiviert war und gute Szenen hatte. Gesperrt ist für das morgige Spiel niemand, aber die ein oder andere Gelbsperre droht, sofern sich Bouchama, Benger oder Paetow ihre jeweils 5. bzw. Ter Horst, Hendrix oder Preißinger ihre jeweils 10. Verwarnung abholen.
Auf die Frage, was es morgen braucht, um das Spiel zu gewinnen, sagt Alois Schwartz: „Alles raushauen. Laufen, kämpfen, machen, tun.“ In den letzten Spielen wirkte das Team oft leidenschaftslos und ideenleer. Der Tag morgen wird zeigen, ob sie die Leidenschaft von den Rängen auf den Platz bringen können und verstanden haben, was das Spiel für die Anhänger bedeutet.
Der emotionale Zustand
Die meisten langjährigen Fans des SCP sind Kummer ja gewohnt, aber die letzten Spiele gleichen einer emotionalen Achterbahnfahrt. Man gewinnt nach langer Durststrecke in Braunschweig, wird von Dresden desaströs vorgeführt, schöpft gegen den Konkurrenten aus Kiel neue Hoffnung, um dann vier Gegentore von den Knappen zu kassieren. Selten kam ein Derby zu einem unpassenderen Zeitpunkt. Ein Sieg würde Mannschaft und Fans den Mut und das Selbstvertrauen schenken, das man braucht, um die Saison womöglich doch noch zu drehen. Bei einer Niederlage würde die Stimmung vermutlich endgültig kippen. Schwer zu sagen, ob und was dann von „Alle zusammen…“ übrig bleibt. Und genau das ist gerade scheinbar ein großer Diskussionspunkt. Während besonders die aktive Fanszene alles gibt, um die Mannschaft nach vorn zu peitschen, werden die Stimmen aus anderen Ecken des Stadions immer lauter. Dort fragt man sich, warum man auf den Rängen Leistung bringen soll, wenn die Elf auf dem Platz es auch nicht tut.
Wenn Schiedsrichter Sascha Stegemann am Samstag um 13:00 Uhr das Spiel anpfeift, zählt nur eins: Leidenschaft, Kampfgeist und der unbedingte Wille, unsere Farben zum Sieg zu führen.
Kurz gesagt zwischen Angst, Wut und Hoffnung besteht die Gewissheit, dass diese 90 Minuten alles verändern können.
Alle in Schwarz zum Fanmarsch
Ohne Fanmarsch kein Derby. Kein Derby ohne Fanmarsch. In der Arena auf Schalke hingen am Sonntag schon die ersten Plakate, mittlerweile sind sie nicht nur in der Stadt, sondern auch in den sozialen Medien angekommen. Für alle die es trotzdem noch nicht mitbekommen haben, oder nochmal freundlich dran erinnert werden müssen: Treffen zum Fanmarsch ab 9 Uhr auf dem Marienplatz in der Innenstadt. Alle in Schwarz gesammelt zum Stadion.
Wenn die Mannschaften den Tunnel verlassen, muss die Atmosphäre im Preußenstadion die Luft zum Brennen bringen. Keine Ausreden mehr – jeder einzelne Spieler muss in jeder Faser seines Körpers spüren, dass dies mehr als nur drei Punkte sind; es ist die Ehre von Stadt und Verein. Das Stadion muss ein einziger Schmelztiegel aus Leidenschaft, Lärm und Widerstand werden, der die Arminia schon beim Aufwärmen erzittern lässt. Und besonders einer von ihnen soll wissen, wissen, worauf er sich eingelassen hat. Er soll bei jeder Ballannahme, bei jedem Schritt und in jeder Sekunde den geballten Zorn der Kurve spüren. Die Fans vergessen nicht – und die Fans verzeihen nicht. Zeigen wir, wer keinen Platz mehr in unserem Wohnzimmer hat. Lasst uns das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln, in dem nur eins regiert: Schwarz-Weiß-Grün!
Alle zusammen für Preußen Münster!










