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Kein Wunder

Für mich war es das Bild dieses Spieltags: Nach dem Abpfiff sanken alle Spieler von Hannover 96 und des SC Preußen Münster im Hannoveraner Strafraum zu Boden. Das lag nicht nur am warmen Frühsommer-Wetter, sondern vor allem an diesem Spiel. Hinter den 22 auf dem Platz und den 49.000 im Stadion lag eine Achterbahnfahrt. Und zwar auf Crack, rückwärts und ohne Anschnallen. Was für ein Ritt!
Und am Ende war es für beide dann doch irgendwie zu wenig. Den Moral-Punkt hatten sich die Preußen durch den späten Ausgleich vielleicht verdient, aber der zählt nun mal leider nicht zusätzlich für die Tabelle. Und angesichts der zahlreichen Chancen in den letzten 10 Minuten waren es sogar zwei verlorene Punkte.
Gute 45 Minuten
Und da bin ich bei der Überschrift dieses Spielberichts: Kein Wunder. Denn ganz offensichtlich blieb das Wunder am Sonntag aus. Der Tabellenletzte konnte dem Tabellendritten zwar über lange Zeit Paroli bieten und ihn zwischendurch sogar vor echte Probleme stellen. Aber das Wunder eines Auswärtssieges gegen eine Spitzenmannschaft trat nicht ein.
Kein Wunder ist es aber auch, dass das Spiel genau so lief. Dieser Spielverlauf war ein Spiegelbild der Preußen-Saison 2025/2026. Bis kurz vor der Halbzeit sah es eigentlich ganz gut aus, ehe man sich dann mit einfachen Fehlern wieder selbst um den Lohn brachte. Nach dem gut raus gespielten 2:0 durch Shin Yamada fühlte man sich kurz an die Siege gegen Braunschweig oder Bochum in der Hinrunde erinnert. Zumal das Team die technisch starken Gastgeber gut vom eigenen Kasten fernhalten konnte.
Ein Spiegelbild der Saison
Die beiden Tore von Mustapha Bundu erinnerten dann eher an das Hinspiel gegen Düsseldorf oder die wilde Niederlage zum Saisonauftakt gegen Karlsruhe. Preußen spielte gut mit, brachte sich in aussichtsreiche Positionen und dann kamen die Fehler. Gegen Düsseldorf gab’s einen absolut vermeidbaren Elfer und in Karlsruhe spielte man nach Platzverweis 30 Minuten in Unterzahl.
Gegen Hannover waren es dieses Mal eine fehlende Restverteidigung beim 1:2 und mangelndes Defensivverhalten beim 2:2. Und was fehlt dann noch, damit das Spiel gut zu unserer aktuellen Saison passt? Richtig! Ein gegnerischer Keeper mit einem absoluten Sahnetag! Nahuel Noll sorgte vor allem in der Schlussphase dafür, das seine Vorderleute nach Abpfiff von den 96-Fans nicht in den Maschsee gejagt wurden.
Nur Noll in Normalform
Besonders in der siebenminütigen Nachspielzeit hatten die Preußen plötzlich Gelegenheiten für fünf Spiele, scheiterten jedoch fast immer an Noll. In dieser Phase wirkte es so, als wären bis auf den jungen Keeper alle 96er gedanklich schon bei der Feier nach dem Spiel. Und genau in diese Euphorie stach, schoss, strahlte Jorrit Hendrix. Aus gefühlten 10 Kilometern Torentfernung nagelte er einen Abpraller ins rechte Eck. Selbst Noll hatte da nix mehr zu halten. Jubel im Gästeblock, geschocktes Schweigen im Niedersachsenstadion. Party vorbei.
Aber da sind wir wieder bei der bisherigen Saison der Preußen. Später Ausgleich und damit einen Punkt zu ergattern hatten wir ja schon einige Male in dieser Saison. Aber dieses Aufbäumen kam immer ein bisschen zu spät für drei Punkte. Kommt also auch der große Kampf gegen Hannover zu spät? Rechnerisch ist sogar noch ein direkter Klassenerhalt drin. Aber dafür müsste realistisch betrachtet ein Wunder geschehen. Und das geht nicht ohne spektakuläre Siege gegen Spitzenteams.
In Hannover lieferten die Preußen auf jeden Fall ein Spektakel. Aber eben kein Wunder.
Alle zusammen für Preußen Münster!











Schade, wenn sie mit dieser Leidenschaft schon vor 8 Wochen angefangen wären, dann wäre uns einiges erspart geblieben. Vielleicht war es auch nur so, das einige Herren jetzt das Ganze als VORSPIELEN für neue Verträge bei anderen Vereinen gesehen haben?? Wir werden es nicht herausfinden, weiterhin viel Glück