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Saisonfinale

Am Sonntag endet für den SC Preußen Münster eine Saison, die sportlich bereits entschieden ist: Der SCP steht als Absteiger in die 3. Liga fest. Doch das Saisonfinale in der URSAPHARM‑Arena an der Kaiserlinde wird alles andere als ein Auslaufen – weder für Münster noch für Gastgeber SV Elversberg.
Für Elversberg ist es ein Tag, an dem ein ganzes Stadion brennen wird – ein volles Haus, ein klarer Auftrag, ein greifbares Ziel. Für Münster ist es ein Tag, an dem eine Mannschaft zeigen kann, dass sie trotz Abstieg Stolz, Haltung und Zusammenhalt besitzt.
Die Preußen haben in dieser Saison oft gelitten, aber selten aufgehört zu kämpfen. Genau das macht dieses Finale so besonders: Es ist geht in diesem Spiel nicht nur um Punkte – es geht um Identität.
Zu Gast bei einem potentiellen Aufsteiger
Für Elversberg ist es ein echtes „Endspiel“, wie Trainer Vincent Wagner betont. Sein Team hat sich eine starke Ausgangsposition erarbeitet und kann am letzten Spieltag noch entscheidend in die Tabelle eingreifen. Nach der 1-3 Niederlage bei Fortuna Düsseldorf ist der Vorsprung zwar geschmolzen, doch dank des besseren Torverhältnisses könnte ein Heimsieg zum historischen Aufstieg in die erste Liga reichen.
Aber Fußball findet nicht im Konjunktiv statt. Daher: Vom direkten Aufstiegsplatz über die Relegation bis zum undankbaren vierten Platz ist für die Saarländer noch alles drin, es kommt auch drauf an, was Hannover und Paderborn in den parallel stattfindenden Spielen auf den Platz bringen. Münster hingegen spielt ohne sportlichen Druck um etwas ganz anderes: Würde, Charakter und einen sauberen Abschluss. Die letzten beiden Spiele zeigen, dass die Mannschaft unbequem sein kann. Hannover sang schon vom Europapokal, als das Karma in Person von Jorrit Hendrix zurückschlug und mit einer Bewerbung für das Tor des Monats zum 3-3 ausglich. Aber ausgerechnet dieser muss eine Rot-Sperre absitzen.
Der personelle Supergau
In seinem letzten Spiel als Trainer der Adlerträger muss Alois Schwartz ganze 12 Ausfälle kompensieren: Scherder, Tikvic, Kirkeskopv, Preißinger, Benger, Benjamins, Batmaz, Amenyido und Schulz (Innenbandriss im Knie) fallen verletzt aus. Dazu kommen die gesperrten Heuer, Hendrix und Paetow. Man kann gespannt sein, wen Schwartz beim Aufstellungstetris aus dem Hut bzw. auf den Platz zaubert.
Die Saison war brutal. Viele Verletzungen, die immer wieder zu Rotation in der Aufstellung zwangen, ein Spielsystem, welches die Gegner irgendwann decodiert hatten, verpasste Chancen und zu viele Spiele, in denen Kleinigkeiten zu dummen Gegentoren führten. Offensiv fehlte häufig der finalisierende Abschlussgedanke, während defensive Fehler hingegen sofort bestraft wurden.
Nur noch 90 Minuten
Die Mannschaft weiß, dass die Fans sie durch eine schwere Saison getragen haben. Und sie weiß, dass viele von ihnen auch nach Elversberg reisen – trotz Abstieg, trotz Enttäuschung, trotz allem. Aber auch das ist Preußen Münster: treu, laut, unerschütterlich. Als im letzten Heimspiel der Abstieg feststand, verließ kaum jemand das Stadion. Auch wenn schmerzlich klar wurde, dass die Zeit in Liga 2 vorbei ist, wurde die Mannschaft direkt wieder aufgebaut. Nach dem völlig ungeplanten Aufstieg 24/25 geht die Zeit in Liga 2 zu Ende. Für die einen war das der Grund, die Tickets für das letzte Spiel sofort zu verkaufen, viele andere dachten sich wohl „Jetzt erst Recht“ und kosten die 2. Liga bis zur letzten Sekunde aus.
Und genau deshalb kann dieses Saisonfinale ein Moment werden, der lange im Fanherz bleibt. Ein Moment, in dem unsere Mannschaft ein letztes mal zeigen kann, dass sie verstanden hat, was es bedeutet, diese Farben zu tragen. Ein Moment, der den Blick nach vorne richtet – in eine neue Saison, in der der SCP in der 3. Liga angreifen wird.
Und vielleicht ist das am Ende die wichtigste Erkenntnis aus der Saison. Es zählt nicht immer nur die Tabelle. Es zählt auch die Tatsache, dass dieser Verein mit diesen Fans immer wieder aufstehen kann.
Egal in welcher Liga, egal an welchem Ort!
Alle zusammen für Preußen Münster!










