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Aufpassen, SCP!

Vielleicht habt ihr auch diesen Artikel von liga3-online.de gelesen. Darin geht es um die Durchschnittspreise der Dauerkarten aller Drittligisten. Wir in der Redaktion haben den Artikel diskutiert und waren uns schnell einig, dass wir etwas dazu schreiben wollen. Denn so richtig toll finden wir die Entwicklung bei den Tickets nicht. Und das ist noch westfälisch-zurückhaltend ausgedrückt. Es gab verschiedene Ideen, bis schließlich ein guter Freund des Teams seine ganz persönliche Geschichte zum SCP und seinen Ticketpreisen erzählte. Seinen Bericht geben wir hier als kleinen „Reality-Check“ unverändert wieder.
„Ich und meine Schwester sind seit Geburt Preußen Fans und als Kind war ich Regelmäßig im Stadion. Nach der Corona-Saison war es dann so, dass ich meine Schwester überzeugt habe mal mit mir ins Stadion zu gehen. In der ersten halben Saison haben wir alle Tickets einzeln geholt, dann die erste Halbjahres-Dauerkarte und danach dann auch die Mitgliedschaft.
Für uns beide war es aber bis dahin schon sehr schwer, weil wir nie viel Geld hatten und haben. Preußen war es uns aber wert. Die Preise waren für uns schon in den Regionalliga Zeiten hoch. Ticket, eine Cola und eine Wurst. Mehr als das ist für uns nicht drin.
Trotzdem wollten wir beide aber mehr Teil von Preußen sein und haben nach und nach auch die ersten Auswärtsspiele mitgenommen. Wir haben uns Regeln aufgestellt, damit das finanziell nicht aus dem Ruder läuft. Wir haben vor der 3.-Liga-Saison gesagt, wir fahren nur NRW-Spiele an. Dann kam der Aufstieg in Liga 2 und wir gaben die Regel auf. Wir wollten das eine Jahr ausnutzen. Wir haben für Mitgliedschaft, Dauerkarte und Ausgewählte Auswärtsspiele Schulden aufgenommen. Und dann kommt für uns sehr überraschend noch ein Jahr 2. Liga hinzu. Wie aber in der Vorsaison nochmal fast alle Auswärtsspiele mitzunehmen war nicht mehr möglich. Am Ende waren es in der 2. Saison nur noch 5 Auswärtsspiele.
Und dann kam der Abstieg und irgendwie waren wir traurig, aber auch froh. Froh, endlich hoffentlich keine Bundesliga-Preise mehr zahlen zu müssen. Dann die erste Meldung: Osnabrück erhöht zum Aufstieg die Dauerkarten-Preise und ist mit den neuen Preisen immer noch günstiger als wir. Eine Liga Unterschied und die Osnabrücker spielten ja in den letzten Jahren regelmäßiger 2 Liga.
Das war der Punkt an dem ich überhaupt bemerkt habe, wie teuer unsere Karten sind. Und die jetzigen Preise können wir eigentlich nicht bezahlen. Es ging sogar soweit, dass unsere Oma uns mehrere 100 € für die jetzigen Dauerkarten vorgestreckt hat. Ohne Sie hätten wir jetzt keine Karten. Aber wir möchten natürlich auch weiterhin dem Verein die Treue halten und, so ehrlich bin ich, unsere Plätze auch nicht hergeben. Wir haben sehr gute Sitzplätze in der 2. Reihe und fühlen uns da sehr wohl.
Es ist aber auch Fakt, wenn die Preise so hoch bleiben, sogar noch erhöht werden, dann müssen wir in den sauren Apfel beißen und können uns dann nächste Jahr keine Dauerkarte mehr leisten.
Ein Stück weit verstehe ich den Verein. Warum was ändern, wenn die Nachfrage so hoch ist? Nur fühlt sich das nicht mehr so fannah an, wie wir den Verein vor dem Stadionumbau eigentlich wahrgenommen haben.“
PS: Unser Autor erwähnt in seinem Text unsere lila-weißen Freunde aus dem niederen Sachsen. Dort gibt es schon seit einigen Jahren die „Tante-Gerhild-Gemeinwohl-Tickets“. Vielleicht ist das ja mal eine gute Diskussionsgrundlage für den nächsten Sponsorenabend unter dem Stichwort „Corporate Social Responsibility“.











@Althues, es können die unterschiedlichsten Gründe für eine Sitzplatzdauerkarte sprechen: Vielleicht sind es gesundheitliche Gründe, vielleicht hat man oft wenig Zeit und kann nicht schon eine Stunde vor Anpfiff einen guten Platz auf der Ost sichern. Jeder guckt anders Fußball, jeder will dabei sein.
Was ich nicht verstehe, wenn das Geld so knapp ist und sogar Schulden aufgenommen worden sind, das es weiter Sitzplatzkarten sein müssen. Bin seit Jahrzehnten Preußen-Fan und habe neben der Mitgliedschaft bis heute eine Stehplatzdauerkarte. Hiermit fühle ich mich sauwohl.