Bevor im Pokal das Licht ausgeht – Preußen zu Gast in Vreden

Nach zwei Jahren des Fußhochlegens ist es mal wieder so weit: Preußen Münster muss sich durch die Amateurplätze der Region quälen, um sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Der erste Schritt auf diesem Weg führt am Mittwoch ins Hamalandstadion zur SpVgg Vreden. Und das Spiel steht nicht nur sportlich unter besonderen Vorzeichen.

Denn der Anstoß wurde kurzfristig um 15 Minuten vorverlegt. Statt um 19 Uhr geht es nun bereits um 18:45 Uhr los. Der Grund: In Vreden gibt es keine Flutlichtanlage. Und bevor sich eine Neuauflage des ganz dunklen Preußen-Westfalenpokals-Kapitels Erkenschwick ereignet, soll lieber rechtzeitig angepfiffen werden.

Sonnenfinsternis sorgt für unklare Lichtverhältnisse

Wir erinnern uns nur ungern an den September 2022: Im Westfalenpokal war gegen die SpVgg Erkenschwick nach 90 Minuten kein Sieger gefunden, im anschließenden Elfmeterschießen herrschten im Stadion bereits abenteuerliche Lichtverhältnisse. Am Ende flogen die Preußen raus. Diesmal soll es gar nicht erst so weit kommen.

Wobei das mit dem Licht am Mittwoch ohnehin so eine Sache ist. Parallel zum Spiel findet nämlich eine partielle Sonnenfinsternis statt. Ihren Höhepunkt soll sie in Vreden kurz nach 20 Uhr erreichen. Gegen 21 Uhr geht dort die Sonne unter. Ob der Schiedsrichter angesichts dieser ungewöhnlichen Umstände irgendwann genauer hinschauen muss, ob überhaupt noch genug zu sehen ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht heißt es im Hamalandstadion also irgendwann tatsächlich: Licht aus.

Vreden will Geschichte schreiben

Für die Blau-Gelben ist die Partie ohnehin ein echtes Highlight. Rund 2000 Zuschauer werden im Stadion erwartet, für Vreden dürfte es das Spiel des Jahres sein. Der Oberligist aus dem Kreis Borken will im Duell David gegen Goliath möglichst lange mithalten und, wenn es nach den Gastgebern geht, Geschichte schreiben. „Lasst uns das Hamalandstadion zu einem Ort machen, den Münster nicht so schnell vergisst. Lasst uns zeigen, dass Vreden nicht nur Fußball spielt, Vreden lebt Fußball“, heißt es auf der Vereinsseite. Klingt nach einer ziemlich klaren Kampfansage.

Sportlich ist Vreden ebenfalls ordentlich in die Saison gestartet. Zum Auftakt gab es einen 2:0-Sieg gegen den TuS Hiltrup. Trainer der Spielvereinigung ist Andree Dörr. Fun-Fact: Wisst ihr, dass der ehemaliger Bundesligaspieler Oliver Kirch einst die Fußballschuhe für Vreden schnürte?

Auch aktuell gibt es eine Verbindung zwischen beiden Vereinen. Vreden spielt in der Oberliga Westfalen und bekommt es dort unter anderem mit der U23 des SCP zu tun. Das erste Aufeinandertreffen der neuen Saison steht allerdings erst im November an – am Mittwoch geht es um deutlich mehr Prestige.

Preußen wird ordentlich durchmischen

Für die Preußen ist die Partie ein Teil einer englischen Woche zum Saisonstart. Entsprechend dürfte Thomas Wörle beziehungsweise sein Trainerteam die Gelegenheit nutzen, ordentlich zu rotieren und einigen Spielern Einsatzzeit zu geben. Joshua Mees wird nicht zur Verfügung stehen, dazu kommen die bekannten Langzeitverletzten.

Trotz aller Rotation dürfte die Marschroute klar sein: möglichst früh für klare Verhältnisse sorgen. Denn je länger die Partie offen bleibt, desto unangenehmer könnte es werden. Vreden wird Herz und Kampfgeist auf dem Platz lassen – und je länger der Oberligist an den eigenen Traum glaubt, desto schwieriger dürfte es auch für unsere Adlerträger werden.

Deshalb wäre das perfekte Szenario wohl: früh ein Tor erzielen, nachlegen und den Deckel draufmachen, bevor die Sonne endgültig verschwindet. Eine Verlängerung gibt es übrigens nicht. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, geht es direkt ins Elfmeterschießen. Und spätestens dann wäre es ganz praktisch, wenn noch genügend Licht vorhanden wäre.

Dritte Auflage des Duells gegen Vreden im Pokal

Ganz neu ist das Duell übrigens nicht. Bereits zweimal trafen die Preußen im Westfalenpokal auf die Spielvereinigung – und beide Male in der ersten Runde. 2008 gab es einen souveränen 4:0-Erfolg. 2016 wurde es deutlich zäher, am Ende reichte ein knappes 2:1. Ein bisschen Krampf gehört beim Westfalenpokal schließlich irgendwie dazu.

Wer die Adlerträger vor Ort unterstützen möchte, kann das noch tun: Für den Gästebereich gibt es an der Tageskasse noch Tickets. Rund 2000 Zuschauer insgesamt werden erwartet – es dürfte also ordentlich was los sein im Hamalandstadion.

Und wenn alles nach Plan läuft, geht es für den SCP anschließend weiter gegen den Westfalenligisten SSV Buer 07/28 aus Gelsenkirchen.

Bis dahin heißt es: Raus aus dem Profifußball-Alltag, rein in den Westfalenpokal. Und diesmal hoffentlich ohne Elfmeterschießen im Dunkeln.

Alle zusammen für Preußen Münster!

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