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Eine starke erste Halbzeit reicht dem SCP nicht zum Weiterkommen

Einmal mehr endet die Reise der Preußen im DFB-Pokal bereits in der ersten Runde. Nach dem 1:2 gegen einen starken KSC gab es hinterher zwar viel Lob für eine besonders in der ersten Hälfte couragierte Leistung unserer Mannschaft, doch die Lorbeeren ernteten am Ende die Spieler aus Baden. Dabei war alles angerichtet für ein echtes Pokal-Spektakel: Bestes Fußballwetter und ein mit 13.945 Zuschauern ausverkauftes Haus, das an diesem Abend aufgrund der DFB-Vorgaben lediglich „Preußenstadion“ hieß. Trainer Thomas Wörle ließ wieder im gewohnten 3-4-3 mit der zentralen Achse Koulis, Preißinger, Higl spielen. Dabei rutschte Tikvic neu in die Dreierkette und Ndikom ersetzte den noch angeschlagenen Joshua Mees. Verzichten musste der Coach obendrein auf den einmal mehr verletzten Oscar Vilhelmsson.
Preußen beginnen druckvoll
Die Preußen in den schwarzen Pokal-Trikots gingen von Beginn an sehr engagiert und mit hoher Laufbereitschaft zu Werke. Es wurde hoch gepresst und das Karlsruher Aufbauspiel schon im Ansatz gestört. So entwickelte sich eine interessante Partie mit leichten Vorteilen für die Adlerträger und diese erspielten sich dann nach und nach auch erste gute Chancen. In der 16. Minute zog Ryan Johansson nach Ballgewinn links davon und bediente den mitgelaufenen Kolbe, doch ging dessen Schuss noch knapp über das Tor. Kurze Zeit später war es Makridis der nach einer schönen Einzelleistung aus dem Gewühl heraus an KSC‑Schlussmann Bernat scheiterte.
Doch in der 35. Minute war es dann endlich so weit und das Stadion eskalierte. Erneut hatte sich Johansson durchgesetzt und war diesmal von rechts in den Strafraum eingedrungen, ließ den Ball dann aber für Ndikom liegen, der trocken ins rechte untere Eck abzog. Es roch nach Sensation und da die Preußen auch in der Folge nicht nachließen, ging es mit der verdienten 1:0-Führung in die Pause.
Karlsruhe kommt mit Schwung aus der Pause
Der Gast aus Baden, der sich zum Jahresbeginn in der Liga nur mithilfe des VAR durchsetzen konnte – dieser kommt in der ersten Pokalrunde bekanntlich nicht zum Einsatz –, hatte aber anscheinend keine Lust auf „Sensation“, brachte zur zweiten Halbzeit Ben Farhat für Eichinger und stellte unter Beweis, warum er in der Liga als Geheimtipp gehandelt wird. Die Karlsruher erkämpften sich nun zunehmend Spielanteile und übernahmen mehr und mehr das Kommando. Der SCP wurde stellenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt und konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Zunächst rutschte Broschinski noch völlig frei am Ball vorbei, dann versuchte es Ben Farhat mit einem Fernschuss, doch in der 69. Minute war es dann Wanitzek, der aus gut 25 Metern durch die Beine von Koulis den bis dahin starken Behrens nicht gut aussehen ließ und zum 1:1‑Ausgleich traf.
Keine Entlastung gegen starke Gäste
Die Adler fanden offensiv kaum noch statt und es dauerte bis zur 77. Minute, ehe Ndikom mit einem Schlenzer das Spielgerät ansatzweise gefährlich Richtung Gäste-Tor brachte. Karlsruhe ließ aber nicht locker und stresste unsere Jungs weiter und markierte, nach einer vorausgegangenen Abseitsposition von Ben Farhat, durch den erfahrenen Jung den 2:1‑Führungstreffer. Den Preußen war irgendwie der Stecker gezogen. Zwar versuchten sie noch einmal alles und nach einem Rempler an Makridis im 16er hätte es eigentlich einen Elfmeter für unsere Farben geben müssen – wie hätte hier wohl ein VAR entschieden? – doch im Großen und Ganzen brachte der Zweitligist die Führung abgeklärt über die Runden. Die glatte rote Karte für Samuel Althaus nach einem Foul an Väänänen in der Schlussminute tat ihr Übriges dazu.
Nach 95 Minuten war dann Schluss und das Gastspiel des SCP im Pokal wieder einmal in der ersten Runde beendet. Die Leistung aus der ersten Hälfte macht aber Mut für die Zukunft und man sieht, dass hier etwas heranwächst. Vielleicht sollten die Verantwortlichen bis zum Ende der Transfer-Periode aber noch einmal über eine Neuverpflichtung für die Offensive nachdenken, da Vilhelmsson weiter verletzungsanfällig bleibt und Zidan Sertdemir wohl vor einem Wechsel zum dänischen Erstligisten Sönderjyske steht.
Mittwoch gegen Buer im Westfalenpokal
Um auch im nächsten Jahr wieder im DFB-Pokal dabei zu sein, müssen die Preußen entweder mindestens Vierter in der Liga werden oder den steinigen Weg über den Westfalenpokal gehen. Dort ist schon am kommenden Mittwoch der SSV Buer an der Hammer Straße zu Gast. Vielleicht klappt es dann ja endlich mit dem ersten Pflichtspiel-Sieg im heimischen Stadion seit dem 31. Oktober letzten Jahres. „Damals“ siegten wir 2:1 gegen Holstein Kiel. Das fühlte sich eigentlich sehr gut an. Ich hätte wohl mal wieder Bock drauf!
Alle zusammen für Preußen Münster!










