Zurück in der Liga: Preußen vor schwerer Aufgabe in Köln

Nach zwei Pokalspielen richtet sich der Blick beim SC Preußen Münster wieder auf den Ligaalltag. Am Sonntagabend geht es für die Adlerträger zum FC Viktoria Köln. Um 19:30 Uhr wird im Sportpark Höhenberg angepfiffen – und der SCP darf sich dabei erneut auf lautstarke Unterstützung verlassen. Mehr als 2.000 Preußenfans werden ihre Mannschaft in die Domstadt begleiten.

Zwei Wochen sind seit dem letzten Drittligaspiel vergangen. Nach dem 3:1-Auftakterfolg bei Wehen Wiesbaden und dem 1:1 gegen den FC Ingolstadt steht der SCP mit vier Punkten auf Rang fünf. Viktoria Köln hat nach zwei Spielen drei Zähler gesammelt und liegt auf Platz zehn.

Dazwischen lagen für beide Mannschaften intensive Pokaltage. Preußen bot dem Karlsruher SC vor allem in der ersten Halbzeit einen starken Kampf, musste sich dem Zweitligisten aber mit 1:2 geschlagen geben. Wenige Tage später folgte im Westfalenpokal ein deutlicher 10:0-Erfolg beim SSV Buer. Trainer Thomas Wörle nutzte die Partie auch dazu, Spielern aus der zweiten Reihe und jungen Talenten Spielzeit zu geben.

„Wir haben die Chance gehabt, eine Runde weiterzukommen und auch die Spielzeit zu nutzen. Das haben die Jungs, die aktuell vielleicht etwas hinten dran sind, hervorragend gemacht. Der Konkurrenzkampf ist wichtig für uns“, zeigte sich Wörle zufrieden.

Viktoria mit viel spielerischer Qualität

Wer bei Viktoria Köln nur auf das 2:5 zum Saisonauftakt gegen Jahn Regensburg schaut, bekommt allerdings ein falsches Bild vom kommenden Gegner. Bereits beim anschließenden 3:1-Auswärtserfolg gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart zeigte die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm, welche Qualität in ihr steckt. Viktoria trat spielbestimmend auf, presste früh und kombinierte sich immer wieder gefährlich nach vorne.

Auch im DFB-Pokal unterstrichen die Kölner ihre Fähigkeiten. Gegen den Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Nürnberg war die Viktoria über weite Strecken mindestens ebenbürtig. Erst im Elfmeterschießen musste sich Köln geschlagen geben, nachdem Meiko Sponsel in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich erzielt und seine Mannschaft damit in die Verlängerung gerettet hatte.

Wörle warnt entsprechend vor einer Mannschaft, die besonders mit Ball unangenehm werden kann.

„Mit Ball können sie extrem dominant spielen, sie haben viele Zocker, die ein Spiel bestimmen können. Dazu haben sie gegen Nürnberg gezeigt, dass sie eine Top-Offensive in Schach halten können.“

Zu den auffälligen Akteuren gehört unter anderem Niklas Castelle. Der frühere Aachener kam im Sommer vom SSV Ulm nach Köln und bringt viel Dynamik im Offensivspiel mit. Dazu verfügt Viktoria mit Spielern wie Taylan Duman, Lucas Wolf oder David Otto über einige Akteure, die technisch stark sind und ein Spiel auch individuell entscheiden können.

Beide Teams konnten im Landespokal rotieren

Auch die Viktoria war unter der Woche noch einmal im Landespokal gefordert. Beim Landesligisten Union Schafhausen gewann Köln am Mittwoch mit 5:1. Nach den kräftezehrenden 120 Minuten gegen Nürnberg wechselte Wilhelm dabei seine komplette Startelf aus. Die erste Garnitur konnte sich also ähnlich wie bei den Preußen zumindest weitgehend auf das kommende Ligaspiel vorbereiten.

Beim SCP fehlen weiterhin Malik Batmaz, Simon Scherder, Luca Bolay und Marvin Schulz, die sich allesamt im Reha-Training befinden. Bei allen weiteren Personalien ließ sich Wörle vor dem Wochenende noch nicht endgültig in die Karten schauen.

Gerade die Partie gegen Buer hat dem Trainer aber weitere Optionen aufgezeigt. Mehrere junge Spieler machten auf sich aufmerksam und könnten sich damit auch für die kommenden Aufgaben in der 3. Liga näher an Einsatzzeiten herangearbeitet haben.

„Bei den jungen Spielern geht es darum, einen guten Moment zu finden, um sie in der 3. Liga zu bringen, damit sie auch einen guten Start haben. Dafür bringen sie sich immer besser in Stellung.“

Saisonspende 26/27: Mit Preußen mitfiebern und Gutes tun

Auch in dieser Saison läuft bei Nullsechs.de wieder die Saisonspende. Die Idee ist einfach: Ihr legt selbst fest, welches Ereignis während der Preußen-Saison eure Spende wachsen lässt. Das können beispielsweise Punkte, Siege, Auswärtstore, Tore eines bestimmten Spielers oder ganz eigene Aktionen sein. Welcher gute Zweck am Ende unterstützt wird, entscheidet ebenfalls jeder Saisonspender selbst.

Seit dem Start der Aktion wurden auf diesem Weg bereits mehr als 90.000 Euro für zahlreiche Organisationen und gute Zwecke gesammelt. Die Saison 2026/27 ist bereits die neunte Runde der Nullsechs-Saisonspende.

Noch nicht dabei? Dann macht mit: Alle Informationen und Anmeldung zur Saisonspende 2026/27

Vielleicht wird ja schon ein Preußen-Tor in Köln zum nächsten Beitrag für einen guten Zweck.

Gute Erinnerungen an Höhenberg

An das letzte Drittligaspiel im Sportpark Höhenberg dürften sich viele Preußenfans noch sehr gut erinnern. Ende April 2024 lag Münster zunächst mit 0:2 und kurz nach der Pause sogar mit 1:3 zurück. Dann drehte der SCP eine Partie, die zu den spektakulärsten Spielen der damaligen Aufstiegssaison gehörte.

Marc Lorenz und Alexander Hahn glichen aus, ehe Niko Koulis in der 85. Minute das 4:3 erzielte. Jano ter Horst machte vier Minuten später mit dem 5:3 endgültig den Deckel drauf.

Für Sonntag hat diese Partie sportlich natürlich kaum noch Bedeutung. Beide Mannschaften haben sich seitdem stark verändert. Sie zeigt aber, dass Begegnungen zwischen Viktoria und Preußen durchaus Unterhaltungswert entwickeln können. Bereits das Hinspiel der Saison 2023/24 war beim 3:3 im Preußenstadion ein ausgesprochen turbulentes Spiel.

Über 2.000 Preußenfans machen sich auf den Weg

Dass eine Partie am Sonntagabend um 19:30 Uhr nicht unbedingt die angenehmste Anstoßzeit für Auswärtsfahrer ist, scheint in Münster kaum jemanden abzuschrecken. Mehr als 2.000 Preußen werden ihre Mannschaft nach Köln begleiten.

Wörle weiß die Unterstützung zu schätzen: „Dass wieder so viele Fans mitfahren, freut uns total. Diese Unterstützung wird uns zusätzlich Rückenwind geben.“

Nach dem guten Saisonstart möchte der SCP auch in Köln ungeschlagen bleiben. Einfach dürfte das nicht werden. Viktoria besitzt viel spielerische Qualität und hat spätestens gegen Stuttgart und Nürnberg gezeigt, dass die Auftaktniederlage gegen Regensburg nicht als Maßstab taugt.

Für Preußen wird es darum gehen, die spielerischen Fortschritte aus den vergangenen Wochen erneut auf den Platz zu bekommen und gleichzeitig die Kölner Kreativspieler nicht ins Rollen kommen zu lassen.

Oder, wie Thomas Wörle es formuliert: Die Adlerträger sind „heiß auf die schwere Aufgabe“.

Alle zusammen für Preußen Münster!



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