Wild, Wilder, Preußen – Mittwochabendspiel endet im Remis

Am Mittwochabend traf unser SCP auf den FC Saarbrücken. Es ist der 6. Spieltag der laufenden Saison. Die allgemeinen Grundvoraussetzungen könnten nicht besser sein. Dritter gegen Vierter. Regen angesagt. Ausverkaufte FGK. Zuletzt zwei Siege in Folge. Auch die Saarländer kommen durchaus bestärkt nach Westfalen, denn diese bringen die torgefährlichste Offensive mit.

Trainer Giannikis wechselte im Rückblick auf die 1:0-Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt zweimal. Fahrner und Kühlwetter nahmen auf der Bank Platz, stattdessen starteten Rizzuto und Brünker. Ex-Adler Pick führte die Blau-Schwarzen als Kapitän aufs Feld.

Thomas „Tom“ Wörle entschied sich für drei Wechsel in der ersten Elf. Higl, Tasov und Preißinger durften das Geschehen von außen aus begutachten. Neu dabei waren dann die Ex-Löwen Althaus und Maier sowie Louis Kolbe. Paetow übernahm das Kapitänsamt für den verletzten Koulis und den zunächst geschonten Preißinger. Somit sah die Startelf wie folgt aus: Behrens – Koulis, Zeller, Paetow – Varelmann, Maier, Althaus, Kolbe – Makridis, Schulz II., Johansson.

Blitzstart, aber nicht für uns

Auch wie bereits gegen die jungen Wilden aus Stuttgart ging es turbulent los. Unsere Jungs kommen recht schläfrig aus der Kabine und sind dann zu passiv. Rizzuto darf aus gut 20, 30 Metern draufhalten und tut das. Der dabei entstehende Flatterball fliegt sehr zentral auf Behrens zu, lässt diesen aber wirklich sehr unglücklich und unpassend nach rechts abprallen. Dort wartet Alexander Staff (Leihgabe von Eintracht Frankfurt) und drückt den Abpraller über die Linie. Ob das an der Stelle ein Torwartfehler war, will ich hier aber nicht beurteilen, das können andere besser.

Somit stand es nach gerade einmal vier Minuten 1:0 für die Gäste, die ihrem Titel „torgefährlichste Offensive“ also alle Ehre machten. Auch in der Zeit danach ließen die Saarländer nicht locker und wollten mehr. Sie liefen immer wieder gut an und setzten unseren Spielaufbau heftig unter Druck. Immer wieder ist es auch Pick, der versucht, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen, es aber nicht schafft.

In Minute 19 erhöht Kelsey Owusu auf 2:0 nach einem grandiosen Solo aus dem eigenen Defensivdrittel. Er umkurvt jeden Gegenspieler und lässt sich nicht vom Ball trennen. Am Ende zieht er von der Sechzehnerkante aus ab und trifft ins lange Eck. Wird das wieder so ein Ding wie gegen die Viktoria aus Köln?

Dann ist es zwei Minuten später derjenige, von dem man am wenigsten ein Tor erwartet hätte: Babis Makridis mit dem Anschluss. Louis Kolbe mit einem brutal starken Dribbling gegen Pick, welchen er allein durch sein pures Tempo überholt und „nass“ gemacht hat, setzt dann eine wundervoll platzierte Flanke. Am Fünfer steigt Babis hoch und köpft das Ding einfach nur noch ein. Und schon ist wieder alles drin.

Immer wieder ist es Kolbe, sowohl vor als auch nach dem Tor, der sich offensiv einbringt und flankt, was das Zeug hält. Hilft alles nichts, wenn man das 3:1 frisst. Varelmann zieht aus der Kette heraus und dann wird sein direkter Gegenspieler Owusu steil geschickt. Das Laufduell war verloren, bevor es begonnen hatte. Dann hatte Owusu genug Zeit und Überblick, um Pick am langen Pfosten zu finden, der den Ball dann nur noch reindrücken muss. Einem 19-Jährigen mit fünf Profieinsätzen hier die Schuld zu geben, fände ich an der Stelle unangebracht. Insgesamt war das in Halbzeit eins sehr oft sehr schlecht verteidigt.

Kurz vor der Pause ist es dann noch einmal Althaus für unsere Preußen, der sich schön in den Sechzehner aufdreht, dann mit einem Haken einen Gegenspieler aussteigen lässt und anschließend abschließt. Der Schussversuch wird erst von einem Verteidiger und dann noch vom Torwart gegen die Latte abgefälscht. Mit etwas Glück ist das der Anschlusstreffer.

Dann ist Pause und die wird auch bitter nötig. Saarbrücken ist deutlich sicherer und dominanter als unsere Preußen und hätte auch noch mehr Tore schießen können. Besonders auffällig ist die Qualität und Quantität der Standards. Bei fast jeder Ecke gibt es eine andere Variante, sodass sich unsere Jungs auf nichts einstellen konnten.

Das sind nicht mehr unsere Preußen

Unsere Jungs kommen engagierter aus der Kabine, so wie man es gerne ab Minute eins sehen wollen würde. Das übliche Schema, die Schleuder-Einwürfe, sind auch wieder ein Thema. Die kommen wie Geschosse in den Strafraum geflogen und werden immer nur über Biegen und Brechen geklärt. In Minute 57, nach einem Freistoß aus halblinker Position von Johansson köpft Zeller ins linke untere Eck ein, der SCP ist wieder da. 2:3. Das war viel zu passiv verteidigt von den Saarländern.

Ein wenig später macht Wörle dann auch von seinem „Mr. Gamechanger“ Gebrauch. Ndikom und Higl kommen aufs Feld für Althaus und Schulz II. Der soeben angesprochene Gamechanger tut dann, was er tun muss. Johansson mit einem schönen Flugball Richtung Sechzehner, der dann von einem Blau-Schwarzen herausgeköpft wird, landet genau in den Füßen von einem gewissen Montell Ndikom. Der braucht dann genau vier Ballkontakte von der Annahme bis zum Abschluss – und das ist was für einer. Ndikom nimmt sich ein Herz und alle Kraft, die er hat, und schweißt das Spielgerät in den Knick. Nichts, aber wirklich gar nichts zu machen für den Saarbrücker Schlussmann. Was für eine Aufholjagd.

Das Spiel endet in einem offenen Schlagabtausch. Beide Mannschaften spielen auf Sieg, aber die jeweiligen Defensivreihen halten Stand.

Jetzt müssen die nötigen Schlüsse gezogen werden. Die Mentalität ist lobenswert, aber die Anfangsphase in Halbzeit eins war eine Vollkatastrophe. Wie Torge Paetow auch schon gegenüber Nullsechts.tv gesagt hat, wurde sich zwar vorgenommen, so einen Fehlstart möglichst zu verhindern, geklappt hat es halt auch nicht.

Trotzdem kann man aber auch noch ein paar positive Aspekte hervorheben. Kolbe hat sein bestes Preußenspiel gemacht. Er hat eine Torvorlage geliefert und sowohl offensiv als auch defensiv gegen Pick ordentlich Alarm gemacht. Auch Althaus war wirklich gut und ist mir aufgefallen als jemand, der seine Teamkollegen bei einem Zwei-Tore-Rückstand motiviert und ermutigt, weiterzumachen. Und zu guter Letzt: Fußballgott Babis Makridis. Der, der in Block O1 den Spitznamen „Wir spielen zu Zehnt“ trägt. Aber am Mittwoch hat er das Gegenteil bewiesen. Er hat sein Tor gemacht, wirkte ansonsten auch sehr sicher in seinen Aktionen und hat viel versucht, offensiv wie defensiv. Das ist eine wirklich tolle Entwicklung bei dem Jungen.

Jetzt noch die englische Woche erfolgreich abschließen!

Am Sonntag geht es noch einmal nach Mannheim, wo dann ab 16:30 Uhr der Ball rollt. Auch das wird ein schweres Spiel, in dem man dann alles daransetzen muss, die schläfrige Phase am Anfang des Spiels so schnell es geht zu beenden. Wie bereits gegen Stuttgart II als auch jetzt gegen Saarbrücken werden nämlich solche Fehler eiskalt bestraft.

Danach geht es auch erst einmal in die dreiwöchige Länderspielpause, in der dann Kräfte regeneriert und Taktiken noch einmal verinnerlicht werden können. Auch für unsere Langzeitverletzten besteht dann die Chance, gegebenenfalls wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen.

Die Terminierungen für die Spieltage 8 bis 15 sind da. Die drei Wichtigsten erfahrt ihr hier:

Spieltag 8: RW Essen, Heim, Freitag, 09.10., 19 Uhr
Spieltag 9: Fortuna Düsseldorf, Heim, Mittwoch, 14.10., 19 Uhr
Spieltag 12: Alemannia Aachen, Auswärts, Sonntag, 01.11., 19:30 Uhr

Alle zusammen für Preußen Münster!


Der Spieltag

2026/2027 - 3. Liga
Di., 15. Sep. 2026
- 19:00
SSV Jahn Regensburg
1 2
Fortuna Düsseldorf
2026/2027 - 3. Liga
Di., 15. Sep. 2026
- 19:00
MSV Duisburg
2 1
Havelse
2026/2027 - 3. Liga
Di., 15. Sep. 2026
- 19:00
FC Würzburger Kickers
1 0
Alemannia Aachen
2026/2027 - 3. Liga
Di., 15. Sep. 2026
- 19:00
SG Sonnenhof Großaspach
1 1
SC Verl
2026/2027 - 3. Liga
Di., 15. Sep. 2026
- 19:00
SV Meppen
1 3
FC Viktoria Köln
2026/2027 - 3. Liga
Mi., 16. Sep. 2026
- 19:00
FC Ingolstadt
1 2
Hoffenheim II
2026/2027 - 3. Liga
Mi., 16. Sep. 2026
- 19:00
SC Preußen Münster
3 3
1. FC Saarbrücken
2026/2027 - 3. Liga
Mi., 16. Sep. 2026
- 19:00
FC Hansa Rostock
3 2
Stuttgart II
2026/2027 - 3. Liga
Mi., 16. Sep. 2026
- 19:00
SC Fortuna Köln
0 2
SV Wehen Wiesbaden
2026/2027 - 3. Liga
Mi., 16. Sep. 2026
- 19:00
SV Waldhof Mannheim
1 2
Rot-Weiss Essen

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