Mensch, wo ist die Zeit schon wieder hin? Vom Gefühl her sind die ersten Punkte in Wiesbaden gerade erst vergeben und schon steht der inzwischen siebte Spieltag in der Saison vor der Tür. Für unsere Adlerträger geht es am Sonntag um 16.30 Uhr zum SV Waldhof Mannheim ins Carl-Benz-Stadion. Und so langsam wird aus dem munteren Saisonstart – der bereits Tiefs aber auch einige Hochs bereithielt – eine erste Standortbestimmung.
Nach dem fulminanten 3:3 gegen den 1. FC Saarbrücken geht es nun wieder in den Südwesten zum Abschluss der englischen Woche. Mindestens 750 Preußen-Fans werden den Adlertross begleiten und noch einmal ordentlich die eigenen Farben nach vorne schreien, bevor die (viel zu) lange Länderspielpause ansteht. Leicht wird das allerdings nicht. „Mannheim ist immer etwas Besonderes, das wird ein heißes Spiel. Da müssen wir einen kühlen Kopf bewahren und unser Spiel aufziehen“, sagte Thomas Wörle auf der Pressekonferenz vor der Partie. Es dürfte ordentlich scheppern.
Erstmal nicht hinterherlaufen
Denn der Waldhof ist ebenfalls bekannt dafür, dass es auf und neben dem Platz gerne mal etwas intensiver zur Sache geht. Die Mannheimer sind eine gestandene Drittliga-Mannschaft mit reichlich Erfahrung im Kader, auch wenn der Saisonstart mit sieben Punkten aus sechs Spielen bislang eher durchwachsen ausfällt. Allerdings hatten es die ersten Wochen mit schwierigen Auftaktpartien auch in sich.
Auffällig: In fünf der sechs bisherigen Saisonspiele ging Mannheim zunächst in Führung. Eine Statistik, die aus Preußen-Sicht durchaus unangenehm klingt. Schließlich haben wir in dieser Spielzeit schon oft genug erlebt, wie die Adlerträger erst einmal einen kleinen Anlauf benötigen, bevor sie so richtig in eine Partie finden. Nach einem größeren Umbruch im Sommer dürfte der Anspruch beim Waldhof entsprechend nicht darin bestehen, dauerhaft im Mittelfeld herumzudümpeln. Auch in Mannheim wird man ein Wörtchen mitreden wollen, wenn es um die oberen Tabellenregionen geht.
Internationales Flair gibt es im Kader zudem gleich mehrfach. Mittelfeldspieler Vincent Thill ist mit gerade einmal 26 Jahren bereits 61-facher Nationalspieler Luxemburgs. Auf der Trainerbank steht mit Rui Mota ein Portugiese, der bei seiner vorherigen Station in Bulgarien seine Mannschaft sogar bis in die Europa League führte. Und vorne? Da sorgt Julian Ulbricht für Gefahr. Der Torschützenkönig der Regionalliga-Nord aus der letzten Saison hat bislang drei Treffer erzielt und ist damit aktuell bester Torschütze der Mannheimer.
Moral stimmt, Konstanz fehlt noch
Auf Preußen-Seite dürfte das 3:3 gegen Saarbrücken noch in den Knochen und Köpfen stecken. Wieder einmal bewiesen die Adlerträger dabei ihre Widerstandsfähigkeit und Moral. Eine Eigenschaft, die uns in dieser Saison durchaus schon häufiger Freude bereitet hat. Nur wäre es Thomas Wörle vermutlich ganz recht, wenn seine Mannschaft nicht jedes Wochenende eine Energieleistung benötigt, um überhaupt etwas Zählbares mitzunehmen. Genau dort liegt aktuell eine der Aufgaben: mehr Konstanz ins eigene Spiel zu bekommen. „Das wird ein superintensives Spiel, darauf müssen wir die Mannschaft vorbereiten“, so Wörle.
Morten Behrens trifft zudem auf seinen alten Arbeitgeber, für den er in der Saison 2022/23 die Schuhe schnürrte. Unser Keeper machte zwar bei den vergangenen Spielen nicht immer die glücklichste Figur, doch unser Coach stärkt ihm weiterhin den Rücken: „Wir brauchen eine positive Fehlerkultur, das haben wir am ersten Tag gesagt. Wir agieren nicht rigoros und klatschen jemanden an die Wand.“ Gegen Saarbrücken zeigte Behrens dann auch, warum diese Rückendeckung durchaus ihre Berechtigung hat. Nach einer unsicheren Phase in der ersten Hälfte hielt er in Durchgang zwei mit starken Paraden den Punktgewinn fest.
Einmal noch alles raushauen
Was den Blick auf die Ausfallliste angeht, bleibt alles beim Alten. Scherder, Batmaz, Bolay und der erfahrene Schulz werden ebenso fehlen wie unser Kapitän Koulis. Dazu sind auch die zuletzt angeschlagenen Vilhelmsson und Mees noch keine Optionen. Immerhin: Neue angeschlagene Spieler kamen aus dem Saarbrücken-Spiel nicht hinzu.
Vor der anschließenden Länderspielpause gilt es also noch einmal, alles herauszuhauen. 750 und mehr Adlerträger auf den Rängen werden ihren Teil dazu beitragen. Auf dem Platz wartet mit Waldhof Mannheim ein Gegner, der mindestens genauso viel Bock auf diesen Nachmittag haben dürfte.
Heiß wird es sowieso. Jetzt müssen die Preußen nur noch dafür sorgen, dass wir am Ende mit einem kühlen Kopf und möglichst drei Punkten aus dem Carl-Benz-Stadion nach Hause fahren.
Alle zusammen für Preußen Münster!











