2. Bundesliga 2.0 – Der Kader des SCP unter der Lupe

Auch in diesem Jahr den Klassenerhalt im Visier: Marc Lorenz und der SC Preußen (Foto: SCP)

Die neue Saison steht vor der Tür. Nach dem Klassenerhalt am letzten Spieltag ist der SCP auch weiterhin stolzer Zweitligist. Einfacher als in der vergangenen Saison wird es aber auch in dieser Spielzeit nicht, zu stark ist die Konkurrenz. Um dennoch wieder alles in die Waagschale zu werfen, hat sich im sportlichen Bereich viel getan.

Die Abgänge

Insgesamt musste der SC Preußen Münster zehn Abgänge verkraften. Besonders überraschend und schade ist der Verlust von Eigengewächs Lukas Frenkert. Im Februar hatte er bereits ein unterschriftsreifes Vertragsangebot des Vereins vorliegen, wollte sich jedoch noch weitere Optionen offenhalten. Interesse gab es angeblich unter anderem von den Queens Park Rangers in England sowie aus der zweiten Bundesliga, etwa vom VfL Bochum oder Fortuna Düsseldorf. Am Ende entschied er sich nun für Eintracht Braunschweig. Ob dies tatsächlich die bessere Wahl war, sei einmal dahingestellt und wird sich noch zeigen.

Auch Dominik Schad verlässt den Verein. Er hatte sich zwar zum Ende der letzten Saison noch einen Stammplatz erkämpft, doch im Sommer verlängerte Jano ter Horst seinen Vertrag, und Position wurde mit Marco Meyerhöfer neu besetzt. Schad durfte im Sommer zwar noch beim SCP zwischenzeitlich mit trainieren, ist aber weiterhin auf Vereinssuche.

Im Mittelfeld kehrte David Kinsombi nach Ablauf seiner Leihe zurück zum SC Paderborn. Trotz seiner über 200 Zweitligaeinsätze konnte er sich in Münster nicht nachhaltig durchsetzen. Bei Paderborn wurde er inzwischen immerhin zum dritten Kapitän gewählt, fällt dort aber nun zunächst mit einer Verletzung für einige Zeit aus.

Überraschend war auch der Abschied von Luca Bazzoli, der im defensiven Mittelfeld zu Hause ist. Der Deutsch-Italiener bringt eigentlich alles mit, was einen modernen Sechser ausmacht: Übersicht, Physis und ein gutes Passspiel. Ein neues Vertragsangebot erhielt er trotzdem nicht, weil seine Tempodefizite dem Trainerteam offenbar zu gravierend erschienen. Bazzoli spielt nun für Rot-Weiss Essen. Ebenfalls betroffen vom Kaderumbruch war Sebastian Mrowca, der zweite „Doppelsechs-Held“ aus der Aufstiegssaison in die 2. Bundesliga. Nach seinem Achillessehnenriss verpasste er große Teile der letzten Saison. Zwar fand er gegen Ende wieder besser in den Rhythmus und verzeichnete auch noch mehrere Einsätze, doch für ein neues Vertragsangebot reichte es am Ende nicht. Dabei hätte Mrowca mit seiner Dynamik und Flexibilität durchaus eine Rolle in einer Mittelfeldraute spielen können, aber auch hier entschied sich der Verein für andere Optionen.

Im offensiven Mittelfeld verließ Daniel Kyerewaa den Verein. Mit seiner wuseligen Spielweise wäre er durchaus ein passender Backup für die Zehnerposition im Fußball von Alexander Ende gewesen. Doch auch hier trennten sich die Wege nach langem Zögernund schloss sich dem FC Reading in der 3. englischen Liga an.

Darüber hinaus ging Thorben Deters zurück zu seinem Heimatverein SV Meppen. Der Publikumsliebling, der sinnbildlich für den Weg des SC Preußen Münster in den vergangenen Jahren stand, kam in der letzten Saison nur auf sieben Einsätze, brachte es dabei aber immerhin auf zwei Torvorlagen. Er sucht nun in der Regionalliga Nord mehr Spielpraxis und möchte dort mithelfen, seinen Heimatverein zurück in die 3. Liga zu führen.

Im Winter war auch Florian Pick zum SC Preußen Münster gekommen, gemeinsam mit David Kinsombi. Seine Zeit beim SCP verlief jedoch enttäuschend, er konnte die Erwartungen nicht erfüllen und wechselte diesen Sommer nun zum 1. FC Saarbrücken.

In der Offensive gingen schließlich András Nemeth und Holmberg Aron Friðjónsson. Nemeth, vom Hamburger SV ausgeliehen, kehrte in seine Heimat Ungarn zurück. Es war insgesamt ein glückloses Gastspiel des Ungarn mit südafrikanischen Wurzeln. Friðjónsson war ein Last-Minute-Transfer, der vor allem als Joker für die Schlussminuten vorgesehen war und diese Rolle solide ausgefüllt hat. Für eine Weiterverpflichtung reichte es trotzdem nicht; der Verein entschied sich stattdessen für eine jüngere Alternative.

Die Neuzugänge

Insgesamt konnte der SC Preußen Münster elf Neuzugänge verbuchen. Zunächst kehrten mit Leon Tasov, Jakob Korte und Marvin Benjamins drei Spieler von ihren Leihstationen zurück. Darüber hinaus verpflichtete Sportvorstand Ole Kittner acht externe Neuzugänge, deren Profile zum Teil sehr vielversprechend sind.

Die Innenverteidigung wurde grundlegend neu aufgestellt. Mit Paul Jaeckel kommt ein Spieler von Union Berlin, der zuletzt an Eintracht Braunschweig ausgeliehen war. Er geht damit den umgekehrten Weg von Lukas Frenkert und soll künftig der Abwehrchef der Adlerträger werden. Jaeckel bringt internationale Erfahrung mit: Er stand bereits in der Champions League gegen Real Madrid und die SSC Neapel auf dem Platz und war Teil der deutschen U21-Europameistermannschaft.

Neu im Abwehrzentrum ist außerdem Antonio Tikvić. Der kroatische U21-Nationalspieler wurde in Hamburg geboren, spielte in der Jugend zunächst für den FC St. Pauli und den Hamburger SV, wechselte dann über Frankfurt und Bayern München II zu Udinese Calcio und anschließend zum FC Watford. Zuletzt war er an den Grazer AK ausgeliehen, wo er eine starke Rückrunde spielte. Nun will er sich endlich auch in Deutschland durchsetzen.

Für die rechte Abwehrseite verpflichtete Münster als Ersatz für Dominik Schad Marco Meyerhöfer. Der erfahrene Zweitligaspieler kommt von Greuther Fürth und wird sich auf dieser Position einen engen Konkurrenzkampf mit Jano ter Horst liefern.

Im Mittelfeld verstärkt Marvin Schulz den Kader. Er kommt von Holstein Kiel und gilt als vielseitige Allzweckwaffe. Er kann sowohl als Rechtsverteidiger, Innenverteidiger als auch als defensiver oder zentraler Mittelfeldspieler eingesetzt werden. In den Testspielen kam er bisher meist auf einer der Halbpositionen in einer Mittelfeldraute zum Einsatz.

Ebenfalls mit Erfahrung aus Kiel, zuletzt aber beim SC Verl unter Vertrag, wechselt Marcel Benger an die Hammer Straße. Unter Trainer Alexander Ende war er dort zweiter Kapitän und unverzichtbarer Stammspieler. Für Münster soll er nun auf der Sechser-Position die Fäden ziehen. Benger überzeugt vor allem durch sein hervorragendes Stellungsspiel, seine Übersicht und ein überdurchschnittliches Passspiel.

Neu im offensiven Mittelfeld ist Oliver Batista Meier, der zuletzt für den SSV Ulm aktiv war und ebenfalls eine Verler Vergangenheit mitbringt. Unter Alexander Ende spielte er in der Hinrunde 2023/2024 seine bislang beste Phase mit neun Toren und elf Vorlagen in 20 Spielen. Damals war er von Dynamo Dresden an Verl ausgeliehen. Nachdem Verl auch dank ihm überraschend weit oben mitspielte wurde er zurückbeordert, dann nach Zürich verliehen. Nach einem weiteren Halbjahr in Dresden wechselte er im Winter zum SSV Ulm, stieg dort aber bekanntermaßen mit dem Verein ab. Nach dieser Odyssee möchte Batista Meier nun in Münster endlich Fuß fassen und bei einem Verein langfristig ankommen.

Im Angriff gibt es zwei neue Optionen. Lars Lokotsch kommt als Nachfolger für Holmberg Aron Friðjónsson. Lokotsch war Kapitän beim SC Verl, ist groß gewachsen, physisch stark, arbeitet viel mit dem Rücken zum Tor und kann Bälle gut festmachen. Eine spannende Verpflichtung ist außerdem Oskar Vilhelmsson. Der ehemalige schwedische U21-Nationalspieler galt bei Darmstadt als großes Talent und hat bereits Bundesliga-Erfahrung gesammelt. Allerdings ist er sehr verletzungsanfällig. Auch in dieser Vorbereitung hatte er Pech: Zunächst prallte er im Testspiel in Kinderhaus unglücklich in einen Fangzaun und erlitt dabei eine Kopfverletzung. Kurz darauf musste er in einem Testspiel gegen Almelo mit Muskelproblemen im Oberschenkel ausgewechselt werden, mit denen er bis heute zu kämpfen hat. Dadurch verlief die Vorbereitung unbefriedigend.

Der neue Trainer und das Spielsystem

Trainer Alexander Ende ist in Münster kein Unbekannter. Bereits in der Saison 2006/07 spielte er selbst als Profi für den SCP in der damaligen Oberliga Westfalen. Damals sollte er mithelfen, den direkten Wiederaufstieg nach dem ersten Abstieg in die Viertklassigkeit zu schaffen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch: Der Kader war unausgewogen, und Ende selbst verletzte sich. Es blieb bei einem unglücklichen und kurzen Gastspiel, das nun der Vergangenheit angehört. Heute sind beide, Verein und Trainer, in der 2. Liga wieder vereint.

Alexander Ende steht für einen aktiven und attraktiven Fußball. Nach seiner erfolgreichen Arbeit beim SC Verl war er bei mehreren Vereinen gefragt, entschied sich aber bewusst für den SCP. Seine bevorzugte Grundordnung ist eine enge Mittelfeldraute, die das Zentrum überlädt. Außenbahnen spielen darin eine untergeordnete Rolle. Er setzt auf ein sehr ballbesitzorientiertes Spiel mit intensivem Gegenpressing. Grundlage ist eine enge Raute in der Formation 4‑1‑2‑1‑2. Dabei besetzen zwei zentrale Mittelfeldspieler die Halbpositionen. Interessant ist, dass Ende in der Vorbereitung bewusst mit „falschen Seiten“ gearbeitet hat. So spielte der Linksfuß Jorrit Hendrix auf der rechten Halbposition, während der Rechtsfuß Marvin Schulz die linke Halbposition übernahm.Insgesamt ist die Formation sehr konstant: Fans sollten also nicht damit rechnen, häufig ein 4‑2‑3‑1 oder andere Standardsysteme zu sehen. Ende vertraut diesem System und will es langfristig etablieren. Im Gegensatz zu Vorgänger Sascha Hildmann, der besonders in der 2. Liga stark auf defensive Stabilität gesetzt hat, will Ende den Schwerpunkt deutlich mehr auf Offensive und Ballbesitz legen. In der vergangenen Saison war Preußen Münster bei den Ballbesitzwerten ligaweit noch im untersten Bereich zu finden – das soll sich nun ändern.

Gemeinsam mit Alexander Ende wechselte auch Zlatko Muhovic nach Münster. Für Muhovic ist es bereits die dritte Station mit Ende als Trainer, nachdem die beiden zuvor bei Fortuna Köln und dem SC Verl zusammengearbeitet haben.

Die Vorbereitung zeigte, dass das Konzept der beiden noch Zeit braucht. Auf starke Auftritte folgten schwächere Leistungen, was teilweise auch der hohen Trainingsbelastung geschuldet war. Für die Umsetzung ist es wichtig, dass die Spieler die Abläufe automatisieren. Ein Vorteil ist, dass mit Marcel Benger auf der Sechserposition bereits ein Spieler vorhanden ist, der diese Rolle unter Ende verinnerlicht hat.

Torhüter:

 Johannes Schenk stand lange Zeit auf der Wunschliste des Karlsruher SC, die nach dem Abgang von Max Weiß zum FC Burnley dringend einen neuen Torwart suchten. Umso überraschender war die Entscheidung, dass er seinen ohnehin bis 2027 gültigen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2028 verlängerte. Diese Nachricht sorgte bei den Fans für große Freude, denn Schenk hat in den vergangenen Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen und ist auch in dieser Saison unangefochten die Nummer eins im Tor. Schenk selbst startete zwar mit einer leichten Handverletzung aus seiner Zeit bei der U21-Nationalmannschaft in die Vorbereitung, war aber schnell wieder fit.

Hinter ihm bleibt Morten Behrens, wie schon im Vorjahr, der Herausforderer. Er gilt als solide Alternative, falls Schenk einmal ausfallen sollte. Dritter Torwart ist Marian Kirsch, der sich in der Vorbereitung allerdings erneut Fingerbruch zugezogen hat. Als Übergangslösung war daher Nikolai Rehnen im Probetraining, um mit vier Torhütern agieren zu können.

Dieser vierte Torhüter ist namentlich Paul Ervens, der als großes Torwarttalent von Alemannia Aachen verpflichtet wurde. Ervens durfte in einem Testspiel gegen Kinderhaus bereits 90 Minuten bei den Profis absolvieren, ist aber zunächst für die U19 eingeplant. Man verspricht sich langfristig jedoch viel von ihm.

Innenverteidigung:

In der Innenverteidigung kämpfen aktuell fünf Spieler um zwei Stammplätze. Die beiden Neuzugänge Paul Jaeckel und Antonio Tikvić stehen dabei im Fokus. Jaeckel soll als neuer Abwehrchef die Defensive anführen und bildete zuletzt zusammen mit Niko Koulis das Innenverteidigerduo. Tikvić wurde erst spät verpflichtet, könnte sich aber schon bald in die Startelf spielen. Mit seinen 1.98 Meter Größe und dem starken linken Fuß, bringt er auf jeden Fall ein spannendes Profil mit.

Dahinter lauert Torge Paetow, der in der Vorbereitung auch als Rechtsverteidiger ausgeholfen hat. Und dann ist da natürlich noch Vereinslegende Simon Scherder. Obwohl er immer wieder abgeschrieben wurde, hat er es jedes Mal geschafft, sich an neue Anforderungen anzupassen. Scherder bleibt ein Spieler, der nicht nur defensiv Stabilität bringt, sondern auch in wichtigen Momenten Tore erzielt. In Münster würde niemand auf die Idee kommen, ihn abzuschreiben. Falls sich hier noch etwas tut, dürfte am ehesten Paetow noch den Verein verlassen, obwohl er in der vorletzten Saison unter Ende Kapitän in Verl war.

Außenverteidiger:

Auf der linken Außenverteidigerposition bleibt alles beim Alten. Mikkel Kirkeskov ist weiterhin unangefochtener Stammspieler, auch wenn er aufgrund einer Wadenverletzung einen Teil der Vorbereitung verpasst hat. Dahinter konnte sich Luca Bolay in den Testspielen ein wenig in Szene setzen. Dennoch ist bis zum Ende des Transferfensters noch offen, ob er beim Verein bleibt oder sich neu orientieren wird. Unter Kieran Schulze Marmeling und Christian Pander zeigte zudem Babis Makridis, dass er die Position zumindest in einer Fünferkette gut besetzen kann. Gerade gegen Almelo wurden dem gelernten Offensivspieler jedoch in einer Viererkette die Grenzen aufgezeigt. Dennoch ist damit zu rechnen, dass Makridis während der Verletzung von Kirkeskov hinten links aushelfen dürfte.

Auf der rechten Seite ist Jano ter Horst, der seinen Vertrag in diesem Sommer verlängert hat und damit langfristig an den Verein gebunden bleibt, geblieben. Als direkter Konkurrent wurde Marco Meyerhöfer von der SpVgg Greuther Fürth verpflichtet. Meyerhöfer bringt reichlich Erfahrung mit: Über 100 Einsätze in der 2. Bundesliga, hohe Spielintelligenz und eine sehr gute Passsicherheit zeichnen ihn aus. Zusätzlich zu seiner Kernposition als Rechtsverteidiger kann er auch in der Innenverteidigung oder auf der linken Seite eingesetzt werden, was ihn zu einer vielseitigen und wertvollen Option macht. Wer hier das Rennen macht, ist vollkommen offen und womöglich auch vom Gegner abhängig. Ter Horst wurde zwischenzeitlich auch in der Innenverteidigung getestet, nach den Transfers von Jaeckel und Tikvic ist dort jedoch kein Bedarf mehr. Leon Tasov wurde ebenfalls in der Vorbereitung als Außenverteidiger getestet, dürfte aber nur Außenseiterchancen besitzen.

Mittelfeld:

Das Mittelfeld gilt in dieser Saison als das Prunkstück der Adlerträger. In Bestbesetzung, sofern alle Spieler fit sind, dürfte die Aufstellung folgendermaßen aussehen:
Auf der Sechserposition lenkt Marcel Benger das Spiel und verteilt die Bälle. Auf den beiden Halbpositionen spielen – wie schon zuvor erläutert – der Linksfuß Jorrit Hendriks auf der rechten Seite und der Rechtsfuß Marvin Schulz auf der linken Seite.

Jorrit Hendrix übernimmt zudem das Kapitänsamt der Adlerträger von Marc Lorenz, der dem Mannschaftsrat jedoch weiterhin erhalten bleibt. Vor diesem Mittelfeld-Trio agiert Oliver Batista Meier als zentraler Spielmacher. Der technisch starke Deutsch-Brasilianer kam vom SSV Ulm und möchte an seine erfolgreiche Zeit unter Alexander Ende in Verl anknüpfen. Dass er über einen feinen Fuß verfügt, zeigte er bereits in der Vorbereitung, als ihm zwei direkte Freistoßtore gelangen.

Hinter der geplanten Stammformation drängen weitere Spieler auf Einsätze. So ist Rico Preißinger als verlässlicher Allrounder stets eine Option und bekannt für seine Konstanz. Auch Yassine Bouchama wird vom System der Raute profitieren, kann sowohl als Zehner als auf den Halbräumen eingesetzt werden. Eine zusätzliche Option für die Sechserposition war Jakob Korte, der jedoch nach seiner Rückkehr aus Lübeck mit einer Schambeinverletzung zu kämpfen hat und zunächst ausfällt.

Auf der linken Seite war Marc Lorenz in den vergangenen drei Jahren die absolute Konstante und ein unumstrittener Leistungsträger. Doch in der neuen Systematik wird die linke Außenbahn offensiv kaum noch bespielt. Deshalb wurde Lorenz in der Vorbereitung sowohl auf der Zehnerposition getestet als auch auf der linken Halbposition im Mittelfeld. Diese Rollen könnten auch dem inzwischen 37-jährigen Routinier (älteste Feldspieler der 2. Bundesliga) liegen.

Marvin Benjamins hat hingegen nur Außenseiterchancen auf regelmäßige Einsätze. Zwar konnte er sich im Testspiel gegen Almelo mit einer ansprechenden Leistung zeigen, dennoch erscheint es möglich, dass er bis zum Ende der Transferperiode erneut verliehen wird oder den Verein ganz verlässt. Anfangs dachte man, dass auch Tidiane Gueye aus der U23 nur Außenseiterchancen haben dürfte. Doch der Mittelfeldmann, der aus Ahlen letzte Saison in die Zweitvertretung gewechselt war, wusste zu überzeugen. Er erzielte gegen Verl den Siegtreffer und zeigte auch ansonsten ansprechende Leistungen. Belohnt wurde dies für die Nummer 46 nun mit einem Kaderplatz am ersten Spieltag in Karlsruhe.

Mittelstürmer:

Joshua Mees könnte grundsätzlich auch als Backup für Oliver Batista Meier im offensiven Mittelfeld infrage kommen und wäre zudem in der Lage, eine der Halbpositionen zu übernehmen. Dennoch wird er nach seiner vergangenen Saison in erster Linie als Angreifer geführt. Mit neun Treffern war er der beste Torschütze der Preußen in der letzten Spielzeit. Aufgrund einer Sprunggelenksverletzung aus dem letzten Heimspiel gegen Hertha BSC verpasste er große Teile der Vorbereitung, ist inzwischen aber wieder vollständig ins Mannschaftstraining eingestiegen und auch in diesem Jahr eine zentrale Rolle einnehmen

Weiterhin im Kader stehen auch Malik Batmaz und Etienne Amenyido. Batmaz kehrte nach einem Kreuzbandriss im Frühjahr auf den Platz zurück, konnte bis zur Sommerpause jedoch kein Tor mehr erzielen, darüber hinaus verlief nun auch seine Vorbereitung durchwachsen. Da aber auch seine Vorbereitung vor zwei Jahren nicht optimal verlief, kann man durchaus hoffen, dass er an seine starke Drittligasaison mit 17 Treffern anknüpfen kann.

Etienne Amenyido war in der vergangenen Saison ohne Torerfolg geblieben und hatte unter Sascha Hildmann einen schwierigen Stand. Unter dem Interimstrainerteam Schulze-Marmeling, Pander und Weinfurtner änderte sich das jedoch schlagartig: Amenyido wurde zum Fixpunkt des Angriffs. Mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen startete er auch in die aktuelle Vorbereitung, in der er mit fünf Toren bester Torschütze war. Sollte er diese Form bestätigen, dürfte sein erstes Pflichtspieltor für die Preußen nur noch eine Frage der Zeit sein.

Zu den Neuzugängen im Angriff zählt Oskar Vilhelmsson, der vom SV Darmstadt 98 gekommen ist. Der ehemalige schwedische U21-Nationalspieler konnte bereits Bundesliga-Erfahrung sammeln und dort mit vier Toren auf sich aufmerksam machen. Allerdings war er schon in seiner Zeit bei Darmstadt sehr verletzungsanfällig und diese Problematik zeigte sich auch in der bisherigen Vorbereitung. Wenn er fit ist, gehört er jedoch zu den ersten Alternativen im Sturm und erhielt in den Testspielen regelmäßig Startelfeinsätze. Ob seine Muskulatur der hohen Belastung des intensiven Pressingfußballs von Alexander Ende standhalten wird, bleibt abzuwarten. Gelingt ihm das, ist Vilhelmsson ein Spieler mit sehr hohem Potenzial.

Neu im Angriff ist außerdem Lars Lokotsch, der als Nachfolger für Holmberg Aron Friðjónsson verpflichtet wurde. Lokotsch hat in seiner Karriere einen ähnlichen Weg genommen wie Preußen Münster: Vor zweieinhalb Jahren spielte er noch in der Regionalliga, wechselte dann über den SC Verl nun in die 2. Bundesliga nach Münster. Die vergangene Saison war mit sechs Treffern eher durchwachsen, doch in der Spielzeit davor erzielte er 14 Tore und zählte zu den besten Angreifern der 3. Liga. Lokotsch ist nicht nur ein klassischer Torjäger, sondern überzeugt auch durch seine körperbetonte Spielweise, sein Ballabschirmen und seine hohe Laufintensität, die Lücken für seine Mitspieler schafft.

Die Vorbereitung:

Die Vorbereitung ist insgesamt schwer zu bewerten, da zwei der wichtigsten Testspiele (gegen KAA Gent und den MSV Duisburg) unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Über diese Partien ist man deshalb auf Medienberichte angewiesen, die allerdings von ordentlichen Leistungen sprechen.

Gestartet wurde mit einem lockeren Aufgalopp beim 5:0-Erfolg gegen Westfalia Kinderhaus, bei dem vor allem das Rahmenprogramm und die Präsentation des Vereins im Münsterland im Vordergrund standen. Gegen den Ex-Klub von mittlerweile diversen Preußen, den SC Verl, gewann man anschließend mit 1:0. In diesem Spiel konnte sich Tidiane Gueye besonders in den Vordergrund spielen, er erzielte das Siegtor und bestach durch viel Spielwitz.

Die beiden folgenden Tests gegen Gent (2:3) und Duisburg (4:1) fanden ohne Zuschauer statt. Medienberichten zufolge war in beiden Spielen die Handschrift von Trainer Alexander Ende bereits klar erkennbar und es gab viele gute Ansätze. Gegen die Freunde aus Heracles Almelo setzte es anschließend die erste Testspiel-Niederlage seit 2022 . Mit 1:4 zeigte das Team dabei keine gute Leistung, was jedoch auch mit dem konditionellen Tiefpunkt der Vorbereitung zusammenhing. Solche Phasen sind in einer Vorbereitung typisch und sollten nicht überbewertet werden. In der Generalprobe gegen Viktoria Köln kam der SCP zuletzt zu einem 1:1-Unentschieden. Auch hier war spürbar, dass den Spielern das Trainingslager noch in den Knochen steckte. Insgesamt lässt sich die Vorbereitung als solide einschätzen, ohne dass sich schon klare Rückschlüsse ziehen lassen. Entscheidend wird sein, wie sich die Mannschaft am ersten Spieltag präsentiert und dass man keine Wunderdinge erwartet, sondern dem Ganzen auch Zeit gibt.

Aber auch in dieser Saison gilt, wie auch in den letzten Jahren: Auf dem Platz brauchen die Jungs erneut die volle Unterstützung!

ALLE ZUSAMMEN FÜR PREUSSEN MÜNSTER!

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