Ein hart erkämpfter Punkt

2025/2026 - Spielbericht - SC Preußen Münster - SC Paderborn - 1:1

Am Ende musste man beim SC Preußen wohl mit dem einen Punkt zufrieden sein, denn nach der 1. Halbzeit hatte es nicht so ausgesehen, als könnten die Adlerträger an diesem Abend etwas Zählbares mitnehmen. Erst personelle Wechsel und eine Systemumstellung in der Halbzeitpause brachten den Turnaround und am Ende einen hart erkämpften Punkt im ersten Heimspiel der Saison.

Ende zu Umstellungen gezwungen

Kurzfristig musste Preußen-Trainer Alexander Ende bei seinem Heimdebüt auf Neuzugang Marvin Schulz verzichten und stellte in der Abwehr von der gewohnten Viere- auf eine Dreierkette mit Scherder, Jaeckel und ter Horst um. Davor formierte sich ein Fünfermittelfeld mit Makridis (links) und Meyerhöfer (rechts) auf den Außenpositionen. Die Doppelsturmspitze bildeten Lokotsch und Amenyido. Doch von Beginn an waren es die Gäste aus Paderborn, die das Spielgeschehen an sich rissen, die Preußen schon, in deren Strafraum attackierten und so extrem unter Druck setzten. Gegen dieses hohe Pressing fand unsere Mannschaft zunächst kein Mittel, um sich einmal spielerisch zu befreien, und so blieben Torchancen Mangelware. Hinzu kam einmal mehr, dass unsere Standardsituationen absolut harmlos blieben. Hier wurde Marc Lorenz schmerzhaft vermisst.

Verdiente Führung für Paderborn

Anders dagegen Paderborn: Technisch versiert, ballsicher und mit zahlreichen Diagonalpässen ließen sie das Spielgerät laufen und brachten den SCP ein ums andere Mal in Verlegenheit. So war es dann schließlich nur eine Frage der Zeit, bis Schenk, bester Preuße an diesem Tag, hinter sich greifen musste. Zwar bekam Simon Scherder bei seinem ersten Spiel über 90 Minuten seit vier Monaten einen Einwurf der Gäste noch verteidigt, doch dann spielte Amenyido den Ball vor dem eigenen Strafraum einem Gegner in die Beine und die Hereingabe von Curda verwertete Engelns in der 23. Minute mühelos zum 0:1. Eine Zeigerumdrehung später hätte es fast schon wieder geklingelt, doch Schenk parierte zunächst überragend gegen Filip Bilbija, bevor Makridis den folgenden Kopfball von Curda an die Latte lenkte. Der SCP fand nicht zu seinem Kurzpassspiel, da Paderborn die Räume geschickt verengte und nach Ballgewinn im Umschaltspiel immer wieder zu viel Raum hatte. Die wenigen Offensivaktionen der Gastgeber konnten von den Ostwestfalen mühelos geklärt werden und waren nicht wirklich gefährlich. Auf der anderen Seite hätte es mit dem Pausenpfiff dann fast noch einmal eingeschlagen, doch Schenk konnte einen Kopfball von Engelns nach Obermaier-Flanke parieren, und so ging es mit dem mehr als verdienten 0:1 unter dem konsternierten Schweigen der Preußen-Fans in die Pause.

Ende stellt in der Halbzeit um

Da gab es einiges an Gesprächsbedarf in der Kabine und Trainer Ende reagierte auf das Gesehene, brachte Benger für Meyerhöfer, Bolay für Makridis und stellte so auf Viererkette in der Abwehr und Raute im Mittelfeld um. Benger übernahm jetzt die Zentrale und Preißinger wechselte auf die rechte Halbposition. Doch zunächst waren es wieder die Paderstädter, die eine Duftmarke setzten, doch den Schuss von Bätzner konnte Jarckel noch zur Ecke klären. Aber die Preußen-Kicker, die nun auf die Baustelle Ost zu spielten, bissen sich jetzt ins Spiel. Mit der taktischen Umstellung griffen die Automatismen, der SCP konnte sich mehr und mehr befreien und selbst gefährliche Offensivaktionen durch Amenyido, nach schönem Solo (54.) und Hendrix (55.) kreieren. In der 58. Minute war es wieder Hendrix, der das gegnerische Tor aus spitzem Winkel nur knapp verfehlte, und eine Minute später forderten die Preußen-Anhänger lautstark einen Elfmeter, doch Lokotsch war wohl doch sauber im Strafraum vom Ball getrennt worden.

Preußen erzwingt den Ausgleich

Die Kulisse war jetzt da und die Adler machten weiter Druck, und in der 61. Minute durfte dann doch gejubelt werden. Benger setzte Preißinger ein, der den Ball gekonnt mit einem Chip zu ter Horst brachte, und unser Eigengewächs drang unwiderstehlich in den Strafraum ein und versenkte den Ball, der von Scheller noch abgefälscht wurde, im Tor der Gäste. Das Stadion eskalierte nun so richtig. Trainer Ende brachte Batista-Meier für Mees und der SCP versuchte weiter, Druck zu machen. Beide Fan-Lager waren jetzt voll da und auf dem Rasen entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Hier zeigte sich die Klasse der Gäste, die jetzt das Tempo nochmals anziehen konnten und die Preußen langsam in die eigene Hälfte zurückdrängten. Unser Trainer reagierte und brachte Neuzugang Jannis Heuer für Lars Lokotsch und eine Minute später (79.) Bouchama für Preißinger. In der 82. Minute wäre es dann fast erneut Janno ter Horst gewesen, der nach einem Konter über Batista-Meier die Chance hatte, das Spiel komplett zu drehen, doch sein Abschluss blieb zu harmlos.

Offenes Visier in der Schlussphase

Aber auch Paderborn hatte jetzt wieder Chancen, aber Schenk hatte wieder einen Sahne-Tag und rettete spektakulär gegen Bilbija (86.) und den mittlerweile eingewechselten Ex-Münsteraner Grimaldi(90` +2). Die Ostwestfalen drückten nochmal, hatten auch Neuzugang Tigges eingewechselt, da kam nochmal richtige Offensivqualität von der Bank, doch die Preußen hielten, angefeuert von ihren jetzt entfesselten Fans, aufopferungsvoll dagegen. Nach 90´+ 7 war es dann endlich geschafft und der erste Punkt der Saison 25/26 war eingefahren. Der SC Preußen hatte wieder Charakter bewiesen, sich zurückgekämpft, war aber auch, wie schon beim KSC ganz schlecht ins Spiel gekommen. Anscheinend hat sich zu allem Überfluss auch noch Bolay bei einer Aktion in der 92. Minute verletzt. Bleibt zu hoffen, dass es nichts Gravierendes ist, denn die Liste der Ausfälle ist mit dem mittlerweile erfolgreich operierten Antonio Ticvic (Kreuzband), Marc Lorenz (Sprunggelenk), Mikkel Kirkeskov (Wade), Jakob Korte (Schambeinentzündung), Leon Tasov (Oberschenkel), Oscar Vilhelmson (Oberschenkel) und Torwart Marian Kirsch (Fingerbruch) schon fast auf Mannschaftsstärke angewachsen. Allen von dieser Stelle eine schnelle und gute Genesung. Jetzt ist erst einmal bis zum 18. August Zeit, den Akku wieder aufzuladen, das Spiel zu analysieren und weiter an den Feinheiten zu arbeiten. Dann geht es im Pokal gegen Hertha BSC.

Die neue „West“

Nun gab es aber neben dem eigentlichen Spiel noch etwas anderes, das die Gemüter bewegte: die neue West-Tribüne. Nach Jahrzehnten der Brache an dieser Stelle konnte sie gestern eingeweiht werden. Zeitgleich war im Laufe des Sommers die alte FGK abgetragen worden und dort entstehen gerade die Fundamente für die neue Ost-Tribüne. Dies hat zur Folge, dass sich viele, deren Heimat über Jahrzehnte im Osten unserer Antik-Arena lag, sich seit gestern ganz woanders im Stadion wiederfanden. Da das Stadion zurzeit eine begehbare Baustelle ist und mit dem ersten Heimspiel auch eine neue Stadionordnung in Kraft getreten ist, haben wir uns in der Redaktion überlegt, dass es doch ganz spannend sein könnte, unsere Eindrücke aus den unterschiedlichen Bereichen des LVM-Preußenstadions zusammenzutragen. Ich mache dann einmal in aller Bescheidenheit den Anfang:

Michael, Block L überdacht:

Ich war ja in erster Linie vom Sanitärbereich begeistert, wenn du jahrzehntelang auf der Ost knöcheltief in Flüssigkeiten, welcher Art auch immer, gestanden hast, dann ist das schon ein Quantensprung. Die Stimmung im Block war sehr heterogen, da treffen jetzt halt einige unterschiedliche Gruppen aufeinander. Aus unserer alten Gruppe aus Block L sind wir zurzeit zu sechst dort gestrandet. Die Sicht finde ich schon stark eingeschränkt und von den anderen Tribünen, besonders aus Block K, bekommt man eigentlich kaum etwas mit. Es ist sehr „muckelig“ und als der Block dann komplett besetzt war, konnte man in selbigem kaum mehr an ein Getränk kommen. Schneller ging es, wenn man an den Stand vor dem Block gegangen ist. Im Lauf des Spiels sind dann aber alle miteinander warm geworden und die Stimmung wurde richtig gut.

Sven, Block A:

Also von Block A heraus waren West und K gut zu hören und ich fand es gut, wie schnell sich die Blöcke von der Stimmung angepasst haben. Mit dem Schall ist es schon nicht einfach, gemeinsam einheitlich zu singen. War aber für das erste Mal gut. Macht echt mega Vorfreude auf die Ost. Das Bild selbst, so eine große Tribüne, die von SCP-Sicht aus ausverkauft war, zu sehen. Einfach nur jovel und ein wenig surreal.

Linus, Block L unüberdacht:

Man hat unsere Ultras null wahrgenommen, nur die Paderborner, außer es waren halt die gängigen Gesänge, die alle können. Zum Spiel: Ein Punkt ist super! Beide Mannschaften hätten gewinnen können und Jojo war heute unglaublich.

Andre, Block H:

Organisation bis auf die technischen Probleme zu Beginn des Einlasses top. Getränkeversorgung hat auch reibungslos funktioniert. Toilettenwagen waren meiner Meinung nach genug vorhanden und diese waren sehr sauber. Ein Cateringstand für die gesamte Tribüne ist meiner Meinung nach zu wenig. Was sich mit Sicherheit noch einspielen muss, ist der Umgang untereinander. Von einigen wurde man sofort doof angemacht, weil man für ein paar Sekunden gestanden hat.

Alle zusammen für Preußen Münster!


Pressekonferenz


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