Böse Klatsche auf dem Betze

2025/2026 - Spielbericht - 1. FC Kaiserslautern - SC Preußen Münster - 4:1

Es gibt so Tage, da wäre man besser liegengeblieben, und es gibt so Spiele, die möchte man möglichst schnell vergessen. Wenn beides auf die Spieler deines Lieblingsvereins zutrifft, dann ist es kein Vergnügen, darüber zu schreiben, denn du musst dich erinnern und das Trauma des Spiels noch einmal durchleben. Dabei war doch alles gerichtet für ein Fußballfest: Freitagabend, Flutlicht, mit 46.079 Zuschauern auf dem traditionsreichen Betzenberg und ein gut gefüllter und lautstarker Gästeblock. Dazu konnte Trainer Ende, mit Ausnahme von Mees, an seinem 46. Geburtstag auf seine vermeintlich stärkste Start-Elf zurückgreifen.

Heuer und Amenyido zurück

Münster also im 4-4-2 mit den wieder genesenen Amenyido und Heuer, dafür musste der Fußballgott wieder auf die Bank weichen. Die Lauterer setzten ein 3-4-2-1 dagegen und waren von Beginn an darauf aus, früh zu attackieren und das Kurzpassspiel der Münsteraner zu unterbinden. Mit stellenweise fünf Mann presste der FCK und von Minute eins an fanden unsere Preußen keine Lösung. Dachte man zunächst noch, dass es vielleicht die eindrucksvolle Kulisse ist und die Automatismen der Adlerträger mit der Zeit greifen würden, um sich dem Zugriff aggressiv pressender roter Teufel zu entziehen, so dämmerte spätestens mit dem Pfostenkracher von Nataan Skyttä in der vierten Minute auch dem letzten Preußen-Fan, dass das ein ganz unangenehmer Abend werden würde.

Preußen von der Rolle

Beim SCP ging nichts zusammen. Die Abstände zwischen den Ketten waren zu groß, die Zuspiele zu ungenau und die Aktionen unserer Mannschaft wirkten behäbig und unentschlossen. Die beiden Offensiven Lokotsch und Batista Meier einmal ausgenommen, konnte keiner unserer Spieler seine Leistung auch nur im Ansatz abrufen. Kaiserslautern dagegen, nach dem 3:0-Auswärtssieg in Fürth mit breiter Brust, schien alles zu gelingen. FCK-Trainer Lieberknecht hatte das Konzept der Preußen dechiffriert, ließ seine Spieler hoch anlaufen und immer wieder hohe Flanken in die Box schlagen, was die SCP-Abwehr in eine Verlegenheit nach der anderen stürzte. Besonders unsere linke Abwehrseite hatten die Hausherren als Schwachstelle ausgemacht und forcierten dort ihre Angriffsbemühungen. Dort wirkte Luca Bolay stellenweise überfordert, allerdings wurde er, der wenigstens immer wieder einmal versuchte, offensiv Akzente zu setzen, von seinen Mitspielern auch kläglich alleine gelassen. So kam es dann, wie es kommen musste: Nach sieben Minuten klärte Schenk suboptimal in die Mitte, Amenyido ließ unmotiviert zum Gegner abtropfen, Bolay wurde gedoppelt und Sahin konnte komplett unbedrängt auf den ebenso unbedrängten Pratjin flanken. Der sagte danke und es stand 1:0. In diesem Turnus ging es jetzt weiter. 17. Minute, Flanke Pratjin, Kopfball Skyttä, 2:0 und sieben Minuten später Flanke Joly, 3:0 Pratjin. Die Spieler des SCP schauten fast schon andächtig zu, und es musste einem Angst und Bange um die Adlerträger werden. Mit mehr Glück als Verstand ging es mit einem schmeichelhaften 0:3 aus Preußen-Sicht in die Pause.

Wieder starker Support der Fans

Das war nix vom SCP. Die Einzigen, die ihre Leistung gebracht hatten, waren die fast 2000 Fans der Westfalen, die ihr Team weiter ungebrochen und lautstark anfeuerten. Respekt! Wir werden wohl nie erfahren, was Trainer Ende seinen Spielern in der Halbzeitpause gesagt hat, auf jeden Fall wurde es besser. Der komplett indisponierte Amenyido wurde von Vilhelmsson ersetz und die Lauterer schienen noch im Pausenmodus, als der Schuss vom emsigen Lokotsch von Kim von der Linie geschlagen wurde. Geht da noch was? Drei Minuten später hatte es den Anschein. Batista Meier schickte Vilhelmsson, der Krahl eiskalt tunnelte und da war wieder so etwas wie Hoffnung. Und hätte wenige Minuten später erneut Vilhelmsson zum 2:3 genetzt, wer weiß…

Pratjin macht den Deckel drauf

Aber Torsten Lieberknecht hatte wohl keinen Bock auf Spannung, brachte Ritter und Tachie und beendete damit die kurze Drangphase der Adler. Als die Preußen-Abwehr in der 64. Minute, nach einer halbherzig in die Mitte geklärten Ecke zu behäbig rausrückte, war es erneut Pratjin, der komplett blank vor Schenk stand und das Spielgerät kompromisslos unter die Latte nagelte. Game over für den SCP. Es ging nur noch darum, das Spiel irgendwie in Würde von der Uhr zu nehmen und dank Schenk und der Tatsache, dass Lautern jetzt zwei Gänge zurückschaltete, blieb es beim mehr als verdienten 4:1 für die Pfälzer.

Das Spiel muss dringend aufgearbeitet werden

Geburtstagskind Ende – Glückwunsch nachträglich! – und seine Jungs haben jetzt über eine Woche Zeit zu analysieren, was da gestern alles schiefgelaufen ist. Der Kader ist groß und gibt einiges an Alternativen her. Die Frage bleibt, wie konnte fast die komplette Mannschaft so neben sich stehen. So machte Ende nach dem Spiel im Interview aus seinem Herz auch keine Mördergrube und legte den Finger in die Wunde: „Kaiserslautern hat viele Dinge gut gemacht, wir nicht ….Wir wollten den Ball schnell bewegen, aber wir waren sehr langsam!“ Noch stehen unsere Preußen über dem Strich und der Gegner wird sich wohl auch in Zukunft in anderen Regionen der Tabelle bewegen, als der SCP. Nach zwei Niederlagen wartet nun am kommenden Sonntag Braunschweig. Da wird sich zeigen, ob man seine Lehren gezogen hat und wohin der Weg in dieser Saison führt. Vielleicht wurde da unter der Woche dann doch etwas zu viel über die ganzen Barcelona-Vergleiche nachgedacht. Unser Ziel ist aber weiter Platz 15. Träumen ist natürlich erlaubt, aber nach gestern dürften wir alle wieder unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet sein! Mund abwischen und weiter:

Alle zusammen für Preußen Münster!


Spielzusammenfassung

Nullsechs.TV


Der Spieltag

2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 19. Sep. 2025
- 18:30
Arminia Bielefeld
1 3
SpVgg Greuther Furth
2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 19. Sep. 2025
- 18:30
1. FC Kaiserslautern
4 1
SC Preußen Münster
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 20. Sep. 2025
- 13:00
Hertha BSC Berlin
0 2
SC Paderborn 07
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 20. Sep. 2025
- 13:00
1. FC Magdeburg
0 2
FC Schalke 04
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 20. Sep. 2025
- 13:00
Eintracht Braunschweig
1 4
SV Elversberg
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 20. Sep. 2025
- 20:30
1. FC Nürnberg
2 1
VfL Bochum
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 21. Sep. 2025
- 13:30
Fortuna Düsseldorf
0 3
SV Darmstadt 98
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 21. Sep. 2025
- 13:30
SG Dynamo Dresden
2 2
Hannover 96
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 21. Sep. 2025
- 13:30
Holstein Kiel
3 0
Karlsruher SC

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