Preußen- und Werder-Legenden begeistern in Greven

2025/2026 - Preußen- und Werder-Legenden begeistern in Greven

Es gibt Veranstaltungen, die schon bei der Ankunft ein gutes Gefühl vermitteln. So war es auch am Sonntag in Greven. Der Eintrittspreis von fünf Euro war absolut fair. Die Preise für Essen und Getränke hingegen erfreulich menschlich. Für eine Mantaplatte wurden ebenfalls fünf Euro aufgerufen, die Getränkepreise waren ebenfalls sehr fair. Die Anlage in Greven bot die perfekte Kulisse, einzig das Wetter zeigte sich herbstlich, kühl und windig, aber auch das konnte die positive Stimmung nicht trüben.

Rund 1.200 Zuschauer (vom Stadionsprecher munter geschätzt) fanden den Weg ins in die DW Werbung Arena und sorgten für eine Atmosphäre, die sowohl nach Fußballfest als auch nach Klassentreffen wirkte. Die einen gingen auf Autogrammjagd, andere schwebten in nostalgischen Erinnerungen an Werders erfolgreiche Bundesligazeiten Anfang der 2000er, als Namen wie Ailton, Ivan Klasnić oder Torsten Frings Woche für Woche für Furore sorgten. Wieder andere freuten sich, dass langjährige Ex-Preußen für diesen Anlass noch einmal die Schuhe schnürten und mit dem Adler auf der Brust aufliefen.

Die Aufstellungen: Lokale Helden und große Namen

Die Preußen, trainiert und betreut von Rainer Leifken und Jürgen Wältermann, begannen mit Hulliger im Tor und einer Dreierkette aus Neunaber, Bertelsbeck und Brüggemeyer davor. Im defensiven Mittelfeld agierten Benjamin Siegert und Schöneberg auf eher ungewohnten Positionen. Über die Außen liefen Julian Loose rechts und Alexander Langlitz links, im Zentrum lenkte Kapitän Güvenisik das Spiel. Vorne bildeten Marcus Fischer und Julian Lüttmann die Doppelspitze. Gerade für Lüttmann und Loose war es ein echtes Heimspiel: Lüttmann ist Trainer beim SC Greven, Loose agiert als sportlicher Leiter. Im weiteren Verlauf wurden noch Timo Höppner, Daniel Haxter, Vito Taurino, Jürgen Serr, Wojciech Pollok Ron Buschung und Uwe Pieper eingewechselt. Falls ich hier jemand vergessen habe: Pardon.

Auf Seiten der Bremer durfte man sich über große Namen freuen: Neben dem „Kugelblitz“ Ailton standen Philipp Bargfrede, Torsten Frings, Christoph Dabrowski und der frühere Preuße Dominik Schmidt auf dem Platz. Schon in den ersten Minuten war klar, dass Bargfrede seinen Rücktritt noch nicht lange hinter sich hat, er dominierte das Spiel, zeigte Kabinettstückchen und war auch als Torschütze erfolgreich aber dazu später mehr. Auffällig war zudem, dass der ehemalige Bundesligakeeper Felix Wiedwald bei Werder auf der linken Schiene agierte. Offenbar hatte er im Vorfeld das Torwartduell gegen Oliver Reck verloren. ;-) Trainer auf der anderen Seite war im Übrigen auch ein alter Bekannter: Peter Niemeyer nahm sich ebenfalls die Zeit und kam nach Greven.

Ein munteres Spiel mit sehenswerten Toren

Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Duell, in dem beide Seiten ihren Spaß hatten – und auch die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. In der 15. Minute war es Marcus Fischer, der die Adlerträger nach einem feinen Pass von Güvenisik in Führung brachte. Sein Schuss schlug unhaltbar im Winkel neben Oliver Reck ein. Nach einer Unachtsamkeit in der Defensive der Preußen glich Philipp Bargfrede für Werder aus. Kurz darauf zeigte Ailton, dass sein Torinstinkt auch Jahre nach seiner aktiven Zeit noch intakt ist: Nach einer Hereingabe staubte er in der 30. Minute zum 2:1 ab.

Nach der Pause, die Halbzeiten waren jeweils auf 35 Minuten angesetzt, blieb Bremen am Drücker. In der 60. Minute erhöhte erneut Bargfrede, diesmal nach einer Hereingabe am zweiten Pfosten. In bester Torjägermanier lauerte er am zweiten Pfosten und musste den Ball nur noch über die Linie schieben. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ivan Klasnić, der nach uneigennütziger Vorlage von Zengin auf 4:1 stellte. Wie auch 2003/2004 in einigen Spielen, waren die beiden Torjäger aus Werders letzter Meistersaison erfolgreich.

Am Ende stand ein 4:1-Sieg für die Bremer Legenden auf der Anzeigetafel. Das Ergebnis war zwar deutlich, spielte aber für viele eine eher untergeordnete Rolle. Zudem verkauften sich die Preußen leicht unter Wert, denn die Chancen für ein oder zwei Tore mehr waren durchaus da.  Entscheidend war aber, dass beide Mannschaften den Zuschauern über 70 Minuten ein unterhaltsames Spiel boten, mit bekannten Namen, sehenswerten Toren und einer tollen Atmosphäre.

Sowohl nach dem Spiel, als auch in der Halbzeit waren die Akteure noch am Stift gefragt. Unzählige Bälle, Jacken, Trikots oder Shirts mussten noch herhalten. Ex-Preußen Wojciech Pollok hatte sogar noch Autogrammkarten aus seiner aktiven Zeit beim SCP dabei.

Insgesamt kann man einen Besuch bei einem Spiel oder Turnier der Traditionsmannschaft wirklich nur empfehlen. Denn dort wächst gerade etwas Gutes zusammen, was zum einen mehr Aufmerksamkeit verdient und zum anderen sehr nahbar ist und viel Spaß bereitet.

1 Antwort

  1. speed stars sagt:

    Das Spiel war einfach brilliant! Die Atmosphäre war unglaublich, fast schon nostalgisch wie in den alten Bundesligazeiten. Bargfrede war einfach der Hammer, aber Ailton und Klasnić haben auch gezeigt, warum sie Legenden sind. Die Preußen haben zwar das Spiel verloren, aber es war klar, dass es um Spaß und Fans ging – keine Frage, dass beide Teams den Zuschauern etwas bieten wollten. Vielen Dank für die Berichterstattung, das gibt richtig Lust, beim nächsten Spiel dabei zu sein! Ein tolles Event, das einfach nicht genug Aufmerksamkeit bekommt.

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