Bouchama serviert den Störchen Saures zu Halloween und Preußen siegt 2:1

2025/2026 - Spielbericht - SC Preußen Münster - Holstein Kiel - 2:1
Foto: Sanders (SCP)

Nach über hundert Minuten Kampf, Dramatik, Tragik und Zittern im gleißenden Flutlicht des LVM-Preußenstadions kam der Schlusspfiff von Schiedsrichter Jarno Wienefeld einer Erlösung gleich. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge mit nur einem Punkt und geschlagen mit einer beispiellosen Verletztenmisere, hatte der SCP mit großem Kampf und viel Leidenschaft in die Erfolgsspur zurückgefunden, den Kontrahenten aus Kiel tabellarisch überholt und den Abstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte anwachsen lassen.

Kiel reist direkt aus dem Trainingslager an

Es war wieder einer dieser magischen Abende, wie es sie nur unter Flutlicht an der Hammer Straße gibt. Bei besten äußeren Bedingungen kam der Gast aus dem Norden mit der Empfehlung eines 1:0-Auswärtssieges in Wolfsburg im Pokal unter der Woche direkt aus dem Kurztrainingslager ins Münsterland. Davor hatten sich die Gäste am vergangenen Wochenende daheim mit einem 1:1 gegen den VfL Bochum begnügen müssen und waren nun darauf aus, auch in der Liga endlich wieder einen Dreier einzufahren, um den Anschluss an die Spitzengruppe nicht schon frühzeitig zu verlieren. Die Adlerträger begannen im gewohnten 4-4-2-System, in dem, im Vergleich zur Niederlage in Magdeburg, Makridis für den gelb gesperrten Hendrix und Jaeckel für Paetow neu in die Mannschaft rotierten. Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Störche, wobei sich beide Teams nichts schenkten und es mitunter recht rustikal zuging. Schiedsrichter Wienefeld und sein Team hatten über den Abend einiges zu tun und sahen dabei nicht immer souverän aus.

Schock nach Batmaz-Verletzung

So entwickelte sich eine zerfahrene Partie und in der achten Spielminute hielten alle Anhänger der Heimmannschaft vor Schreck den Atem an, als Malik Batmaz binnen von zwei Minuten zweimal zu Boden ging und beim zweiten Mal nach kurzer Behandlungspause mit schmerzverzerrtem Gesicht, gestützt von zwei Betreuern, den Platz verlassen musste. Sollte es den Stürmer erneut am Kreuzband erwischt haben? Die Bilder ließen das Schlimmste befürchten. Während der Behandlungspause scharte Trainer Ende seine sichtlich betroffenen Spieler um sich, versuchte, sie noch einmal zu fokussieren, und brachte dann den gerade erst wieder genesenen Lokotsch, der eigentlich nur für ein paar Minuten eingeplant war, als zweite Spitze. Doch die Preußen fanden zunächst nicht mehr so richtig ins Spiel und wirkten verunsichert. Obendrein handelte sich Rico Preißinger in der 16. Minute auch noch eine gelbe Karte ein und musste in der Folge aufpassen, nicht noch des Feldes verwiesen zu werden.

Früher Rückstand

Kiel nutzte die Verunsicherung unserer Mannschaft, ließ unsere Jungs anlaufen, stand selbst sicher und nutzte mit schnellem Umschaltspiel die sich bietenden Räume. Und so gab es in der 18. Minute den nächsten Tiefschlag: Auf der rechten Seite setzte sich Rosenboom gegen aufgerückte Preußen stark durch und Kaprálik verwertete die Hereingabe souverän zum 0:1. Der SCP war jetzt angeknockt, schaffte es aber zumindest mit starkem Einsatz, den Schaden zu begrenzen, fand aber selbst offensiv kaum statt. Es dauerte bis zur 40. Minute, bis es vor dem Tor der Störche wieder gefährlich wurde, aber Makridis traf nach einer halbhohen Hereingabe leider nur die Querlatte. So ging es mit 0:1 in die Pause.

Viel Rauch nach der Pause

Zum Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann erst einmal in beiden Fanlagern munter gezündelt und das Spiel war minutenlang unterbrochen. Danach zogen die Adlerträger das Tempo langsam mehr und mehr an und auch auf den Rängen wurde es jetzt immer lauter. Auffällig war dabei, dass die Spieler in Grün versuchten, weniger Klein-Klein zu spielen, sondern das Mittelfeld mit langen Bällen schnell zu überbrücken, um dann in der Box zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Letztendlich musste aber ein Standard herhalten. Nach einer Ecke wurde der im zweiten Durchgang immer mehr aufdrehende Yassine Bouchama im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte OBM dann, nachdem er schon einmal getroffen hatte, der Elfer aber wiederholt werden musste, im zweiten Versuch, nervenstark, rechts unten. Das Stadion explodierte, die Kulisse war voll da und peitschte die Mannschaft bedingungslos nach vorne. Doch in der 69. Minute folgte zunächst die kalte Dusche, als Bernhardsson die Kieler vermeintlich erneut in Führung brachte. Aber nach kurzer Rücksprache mit dem VAR wurde dem Treffer aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung versagt. Allgemeines Aufatmen und weiter ging es, der SCP hatte sich richtiggehend in die Partie gekämpft und wollte mehr.

Yassine Bouchama dreht das Spiel

Sieben Zeigerumdrehungen später eskalierte die Hütte dann komplett! Der mittlerweile eingewechselte Paetow servierte eine seiner grandiosen Einwurfflanken, die Kieler bekamen den Ball nicht richtig verteidigt, Bouchama zog aus sechzehn Metern ab und der Ball schlug, leicht abgefälscht, im Tor der Gäste ein. Unsere Jungs hatten das Ding gedreht, jedoch waren noch dreizehn Minuten zu gehen und ob der zahlreichen Unterbrechungen war mit einem üppigen Nachschlag zu rechnen. Der KSV warf nun alles nach vorne und die Preußen sich in alles rein. Dabei gelang es uns immer wieder, offensive Nadelstiche zu setzen und für Entlastung zu sorgen. Es ging jetzt vogelwild hin und her. Die Kieler Bank stand nur noch, Co-Trainer Bremser sah Gelb-Rot, Lokotsch musste behandelt werden und spielte fortan, wie dereinst Dieter Hoeneß, mit Kopfverband weiter, und der Schiedsrichter hatte wohl so viel Spaß an dem Spiel gefunden, dass es noch einmal elf (!) Minuten obendrauf gab.

Aufopferungsvoll kämpfende Preußen bringen die Führung über die Zeit

In der 95. Minute stockte allen Preußen-Fans erneut der Atem, als Schenk einen Ball nicht festhalten konnte und Jaeckel das Spielgerät von der Linie kratzen musste. Die Zeit schien stillzustehen und die örtlichen Kardiologen dürfen sich am Montag über reichlich Kundschaft freuen. Doch dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, war es irgendwann endlich überstanden. Unsere Jungs ließen sich völlig ausgepowert auf den Rasen fallen. Sie hatten alles reingeworfen, das Spiel gedreht, den Kielern an Halloween Saures serviert, und endlich wieder einen Dreier eingefahren. Bei der anschließenden Ehrenrunde gab es auch aufmunternden Applaus für den verletzten Malik Batmaz. Doch wie der Verein gerade verlautbaren ließ, hat ein MRT leider ergeben, dass sich Malik erneut einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Wir wünschen ihm eine schnelle und gute Genesung! Junge, komm bald wieder!!! Der Mann des Spiels, Yassine Bouchama, wurde zum Abschluss noch auf den Zaun gebeten, und so endete der Abend in bierseeliger Glückseligkeit, mit dem Humba-Humba und den Punkten zwölf, 13 und 14 auf dem Konto, allerdings überschattet von der erneuten schweren Verletzung unseres Aufstiegshelden.

Alle zusammen für Preußen Münster!


Spielzusammenfassung

folgt

Stimmen zum Spiel

Pressekonferenz


Der Spieltag

2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 31. Okt. 2025
- 18:30
SC Preußen Münster
2 1
Holstein Kiel
2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 31. Okt. 2025
- 18:30
SV Elversberg
2 2
Hannover 96
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 1. Nov. 2025
- 13:00
Hertha BSC Berlin
2 0
SG Dynamo Dresden
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 1. Nov. 2025
- 13:00
1. FC Nürnberg
2 1
Eintracht Braunschweig
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 1. Nov. 2025
- 13:00
Karlsruher SC
2 1
FC Schalke 04
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 1. Nov. 2025
- 20:30
SV Darmstadt 98
2 2
Arminia Bielefeld
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 2. Nov. 2025
- 13:30
Fortuna Düsseldorf
1 1
1. FC Kaiserslautern
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 2. Nov. 2025
- 13:30
VfL Bochum
2 0
1. FC Magdeburg
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 2. Nov. 2025
- 13:30
SC Paderborn 07
2 1
SpVgg Greuther Furth

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