Jahresrückblick 2025: Es bleibt dabei – Preußen in Liga 2 (Teil 3)

In einer dreiteiligen Serie möchten wir zurückblicken auf das Preußen-Jahr 2025, das es in vielerlei Hinsicht in sich hatte. Sportlich gelang Mitte des Jahres der knappe Klassenerhalt nach einem sensationellen Schlussspurt. Zur Winterpause steht der SCP nun auf Platz 12 in der 2. Bundesliga, was die beste Platzierung zur Saisonmitte seit 1980 ist. Zudem nahm der Umbau des Preußenstadions Fahrt auf. Die Westkurve ist längst in Benutzung und auch die Ostkurve hat schon deutlich Form angenommen. Im dritten und letzten Teil blicken wir auf die Monate September bis Dezember. Wer den ersten Teil verpasst hat, findet ihn hier. Der zweite Teil ist hier zu finden.
September – Bombenalarm und wichtiger Heimsieg
Der September hielt einige wichtige und interessante Neuigkeiten für den Verein bereit, auch wenn auf dem Rasen „dank“ einer Länderspielpause mit gerade einmal drei Pflichtspielen nur wenig los war. Bereits am ersten September-Wochenende jagte erstmals seit 1964 ein Team des SC Preußen dem runden Leder in der 1. Bundesliga hinterher. Nach der Verschmelzung des SCP mit der Futsal-Mannschaft des UFC Münster, die in der Vor-Saison den Sprung in die höchste Spielklasse schaffte, startete das Team mit dem Adler auf der Brust in das Abenteuer Bundesliga. Dort läuft es bisher allerdings noch nicht wirklich rund, sodass bisher nur sechs Punkte aus 12 Spielen gesammelt werden konnten, was den letzten Tabellenplatz bedeutet. Vorbei ist die Saison aber noch längst nicht und die Hoffnung auf die Trendwende besteht weiterhin.
Zudem stellte der SCP im Laufe des Monats Jan Uphues als Sportdirektor und David Niehues als Technischen Direktor vor, die die Professionalisierung des Vereins weiterhin vorantreiben sollen.
Für Furore sorgte eine Meldung zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf, die mit der Stadion-Baustelle zusammenhing. Bei Erdarbeiten hinter der Ostkurve wurde ein 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entdeckt, der direkt entschärft werden musste. Diese lief aber reibungslos, sodass der Austragung des Spiels nichts im Wege stand.
Damit wären wir auch beim sportlichen Teil des Septembers: Das Spiel gegen die Fortuna war wohl eines der ärgerlichsten Spiele der laufenden Saison. Die Adlerträger machten über weite Strecken ein starkes Spiel und dominierten die Gäste aus Düsseldorf. Die 1:0-Halbzeitführung war somit hochverdient. Durch Unachtsamkeiten in Halbzeit zwei gaben die Preußen das Spiel aber trotz einer Torschuss-Bilanz von 21:10 noch aus der Hand und verloren am Ende knapp und bitter.
Weniger knapp, aber genauso bitter, lief es eine Woche später auf dem Betzenberg des 1. FC Kaiserslautern. Gegen den Aufstiegsanwärter waren die Münsteraner nahezu chancenlos und verloren am Ende deutlich mit 1:4.
Nach den zwei Niederlagen wurde das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig, die Jahr für Jahr um das Überleben in der 2. Liga kämpfen, umso wichtiger. Durch einen ungefährdeten 3:1-Sieg schafften es die Preußen, die Abstiegsränge weiterhin deutlich zu distanzieren und sprangen sogar vorübergehend in die obere Tabellenhälfte.
Spiele:
Sportfreunde Lotte – SCP 0:2 (Testspiel)
SCP – Fortuna Düsseldorf 1:2
1. FC Kaiserslautern – SCP 4:1
SCP – Eintracht Braunschweig 3:1
Oktober – Der Monat der Verletzungen
Abseits des sportlichen Geschehens war der Oktober ein ruhiger Preußen-Monat. Dafür hatte dieser auf der sportlichen Ebene einiges zu bieten und war geprägt von bitteren Rückschlägen.
Der Monat begann mit dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Im Jahr 2024 war der Auswärtssieg im Olympiastadion eines der größten Highlights und brannte sich in das Gedächtnis der rund 6.000 Preußen-Fans ein. Eine Wiederholung der magischen Nacht blieb allerdings aus, sodass die Adlerträger den Rasen nach einer eher schwachen Vorstellung als Verlierer verließen.
Nach einem ernüchternden Remis gegen den direkten Konkurrenten Dynamo Dresden im Preußenstadion, wartete mit dem Auswärtsspiel beim Tabellen-Schlusslicht 1. FC Magdeburg eine vermeintlich machbare Aufgabe auf den SCP. Aufgrund einer geradezu historischen Verletzungs-Misere, bei der gleich neun potenzielle Startelf-Spieler mehr oder weniger langfristig ausfielen, war diese Mission aber keineswegs einfach. Besonders schmerzhaft traf den Verein wohl der dritte Kreuzbandriss von „Fußballgott“ Simon Scherder, der bis mindestens kurz vor Saisonende ausfallen wird. Dementsprechend ging das Spiel in Sachsen-Anhalt verloren und die Magdeburger schöpften nach sieben sieglosen Spielen wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Die Preußen ließen sich davon aber nicht beirren und schlugen eine Woche später Holstein Kiel nach Rückstand und sind damit weiterhin absolut im Soll. Im Rahmen dieses Spiels riss sich dann allerdings mit Malik Batmaz der nächste Spieler das Kreuzband, sodass sich die Verletztenliste noch einmal verlängerte.
Spiele:
Hertha BSC – SCP 2:1
Borussia M’gladbach – SCP 3:2 (Testspiel)
SCP – Dynamo Dresden 2:2
1. FC Magdeburg – SCP 2:0
SCP – Holstein Kiel 2:1
November – Rekord-JHV und Derbysieg
Der November war geprägt von zwei besonderen Spielen und der Jahreshauptversammlung. Zunächst lag der Fokus allerdings auf dem wenig besonderen Auswärtsspiel bei der SpVgg Fürth. Auf dem unglücklichen Termin am Freitag-Abend konnten nur rund 700 Preußen-Fans den weiten Weg ins Frankenland auf sich nehmen, was mit sehr viel Abstand der niedrigste Wert des Jahres war. Diese Fans wurden für ihre Treue auch leider nicht belohnt und mussten eine 1:0-Niederlage mit ansehen.
Nach einer zweiwöchigen Pause war dann der FC Schalke 04 zu Gast im Preußenstadion, der nach einer durchwachsenen Vorsaison überraschenderweise das Jahr 2025 als Herbstmeister abschloss. Auf der Stadionbaustelle an der Hammer Straße taten sich die Gelsenkirchener aber schwer gegen kämpferische Preußen, die das 0:0 trotz 40-minütiger Unterzahl halten konnten. Damit gelang erstmals seit dem Aufstieg, dass dem scheinbar übermächtigen Nachbarn aus dem Ruhrgebiet immerhin ein Punkt abgenommen wurde.
Zum Monatsende stand dann DAS Spiel der Hinrunde auf dem Spielplan. Das Westfalenderby auf der Bielefelder Alm elektrisierte das Münsterland und Ostwestfalen. In einem ausgeglichenen Spiel mit Ex-Preuße Joel Grodowski als Reizfigur und Unglücksrabe stand es kurz vor Schluss 1:1. Ein Ergebnis, das niemanden begeisterte, aber mit dem man wohl hätte leben können. In der Nachspielzeit gelang es dem SCP dann aber wie aus dem Nichts, den Derbysieg durch ein Eigentor zu erzwingen. Der Jubel und die Euphorie im Gästeblock kannten daraufhin natürlich keine Grenzen mehr.
Neben dem Platz war im November vor allem die Jahreshauptversammlung des e.V. von Bedeutung, die wegen der explodierenden Mitgliederzahlen diesmal in der Halle Münsterland stattfand. Im Fokus der JHV, an der erstmals in der Vereinsgeschichte über 1.000 Mitglieder teilnahmen, standen die Wahlen zum Aufsichtsrat. Dieser wurde in seiner Zusammensetzung überwiegend bestätigt. Mit Hendrik Brüggemann als Vertreter der aktiven Fanszene wurde jedoch eine neue Person mit überwältigender Zustimmung in das Gremium gewählt, das den Verein zukünftig vorrangig führt. Dafür musste Tim Schwencke seinen Posten räumen.
Spiele:
SpVgg Fürth – SCP 1:0
SCP – FC Schalke 04 0:0
Arminia Bielefeld – SCP 1:2
Dezember – Last-Minute-Preußen gegen Aufstiegskandidaten
Nach dem emotionalen Last-Minute-Derbysieg Ende November und dem umkämpften Remis auf Schalke, knüpften die Adlerträger im Dezember unmittelbar an diese beeindruckenden Willens-Leistungen an. Gegen den Aufstiegsfavoriten Hannover 96 lag der SCP nach 90 Minuten scheinbar hoffnungslos mit 0:2 zurück. Mit zwei ganz späten Toren gelang aber tatsächlich noch ein 2:2, das sich natürlich wie ein Sieg anfühlte. Eine Woche später wartete mit dem SV Darmstadt 98 die nächste Mannschaft, die sich Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen darf, auf die Münsteraner. Am Böllenfalltor konnten die kämpferischen Qualitäten dann aber leider nicht so effektiv gezeigt werden wie zuletzt, sodass die Heimreise ohne Punkte angetreten werden musste.
Da bekanntermaßen alle guten Dinge drei sind, war auch der dritte Gegner im Dezember ein klarer Aufstiegskandidat. Mit den spielerisch starken Elversbergern war der Tabellen-Zweite zu Gast im vorweihnachtlichen Preußenstadion. Erstmals seit Februar 2024 waren dabei unter 10.000 Zuschauer (8.898 gegen Sandhausen in der 3. Liga) bei einem Heimspiel anwesend. Dies lag aber natürlich nicht an den Preußen-Fans, denn der Heimbereich war wie immer restlos ausverkauft. Allerdings reisten nur wenige Fans aus dem Saarland an, sodass im Gästeblock weite Teile frei blieben.
Auf dem Rasen lieferten die Münsteraner ein starkes Spiel ab, verzweifelten jedoch immer wieder am überragenden SVE-Keeper Kristof. Der Bann konnte dann allerdings, wie zuletzt häufig, in der Nachspielzeit doch noch gebrochen werden, sodass immerhin ein Punkt gewonnen wurde. Einer entspannten Weihnachtszeit stand also nichts mehr im Wege.
Für Aufsehen sorgte im Dezember auch die Meldung, dass der SCP zukünftig nicht mehr an der Hammer Straße beheimatet sein wird. Dies bedeutet allerdings keinen Umzug vom angestammten Platz, sondern lediglich eine Neustrukturierung der Adressen. Somit sind nun alle Gebäude auf dem Vereinsgelände am Fiffi-Gerritzen-Weg angesiedelt.
Spiele:
SCP – Hannover 96 2:2
SV Darmstadt 98 – SCP 1:0
SCP – SV Elversberg 1:1
Das war es mit unserem Rückblick auf das Preußen-Jahr 2025. Das jetzt langsam anlaufende Jahr 2026 wird für uns wohl mindestens genauso spannend und ereignisreich wie das zurückliegende. Unsere Mannschaft hat sich für die Rückrunde eine gute Ausgangslage erarbeitet, sodass der erneute Klassenerhalt zweifellos möglich ist. Zudem wird wohl im Laufe der Rückrunde die neue Fiffi-Gerritzen-Kurve nutzbar werden, sodass wir das Preußenstadion endlich wieder zu unserer Festung machen können. Freuen wir uns also auf viele schöne und packende Momente und lasst uns die aktuelle Situation rund um unseren Verein weiterhin genießen.
Teil 1 des Jahresrückblicks ist hier zu finden.
Teil 1 des Jahresrückblicks ist hier zu finden.
Alle zusammen für Preußen Münster!
