Werbefreie FGK und Pausierer im Fokus – Club/Fan-Dialog beim SCP

Der Heim-Blog

Für Fans unseres SCP war und ist derzeit einiges los: Die Rückrunde beginnt mit dem Spiel gegen Karlsruhe, ein neues und deutlich verjüngtes Präsidium tritt seine Amtszeit an, am Stadion wird weiter fleißig gebaut. Und dann war da ja noch das: Donnerstagabend trafen sich im Bauch der Haupttribüne eine ordentliche dreistellige Zahl an Preußenfans zum Club/Fan-Dialog.

Moderator Gerald von Gorrissen hatte eine hochkarätige Runde versammelt, die den Fans Rede und Antwort stand. Hier noch eine wichtige Bemerkung: Es ist wirklich schön zu sehen, dass sich auch außerhalb der Spieltage viele Menschen für den SCP interessieren und sich aktiv einbringen wollen. Schon eine halbe Stunde vor Beginn war es im Sparkassen-VIP-Raum proppenvoll und Sitzplätze waren Mangelware.

Neues vom Stadion: Was passiert mit der FGK?

Doch zurück zum Abend: Zunächst berichtete Stadion-Geschäftsführer Markus Sass über den aktuellen Stand beim Stadion. Besonders die Ostkurve stand hierbei im Fokus. Eine Fertigstellung der neuen FGK zum Start der nächsten Saison ist das erklärte Ziel aller Beteiligten. Hier lobte Sass explizit die Stadt Münster und die Hellmich-Gruppe, die gemeinsam mit dem SCP an einem Strang ziehen.

Eine frühere Fertigstellung der FGK in der laufenden Rückrunde ist zwar möglich, hängt aber laut Sass von vielen Faktoren ab. Nicht zuletzt, ob das Wetter im Januar und Februar bestimmte Arbeiten zulässt. „Die Planungen verändern sich da von Woche zu Woche“, sagte Sass. Eine vielleicht neue Info: Die neue FGK wird baulich in zunächst drei Sektoren unterteilt. Zur Abgrenzung der Sektoren werden Zäune errichtet, die 1,40 Meter hoch sein werden.

Weitere Infos zur FGK: Sie soll weitestgehend werbefrei bleiben. „Natürlich werden vor der Tribüne weiterhin LED-Banden stehen“, erklärte Sass. Außerdem besteht an der vorderen Dachkante noch eine Möglichkeit zur Anbringung von Werbung. Diese Werbefreiheit soll von den Fans durch etwas teurere Stehplatztickets subventioniert werden. Laut dem ebenfalls anwesenden Geschäftsführer Philipp Deipenbrock (zuständig für Marketing & Vertrieb) bleiben 20 Euro hier aber eine „magische Grenze“, die der Verein nicht überschreiten möchte.

Was geht im restlichen Stadion?

Bei den Eckgebäuden braucht es noch etwas Geduld. Im Südosten, wo eine neue Geschäftsstelle und eine Kita errichtet wird, muss noch der Abriss des dort stehenden Flutlichtmasten abgewartet werden. „An der Ost wird demnächst Flutlicht angebracht, das den Flutlichtmasten ersetzt. Dann kann es dort weitergehen“, so Sass. Im Südwesten dauert es nochmal etwas länger.

An der Westtribüne ist seit dieser Woche eine neue Leinwand aktiv, die mit 47 Quadratmetern Größe einen Quantensprung für das Preußenstadion darstellt. „Das war ganz schön aufwendig“, erklärte Sass. Hier mussten zwei vollkommen unterschiedliche Systeme miteinander verbunden werden, damit alles funktioniert. Der entsprechende Dienstleister hätte es in gerade einmal drei Stunden geschafft, die Leinwand ans Laufen zu bekommen. „Beeindruckend“, fand Sass.

Auch die Haupttribüne war Thema und hier vor allem Block A. Die dort aktuell stehenden Fans sollen und wollen nach Fertigstellung auf die neue Gegengerade oder in die Nordost-Ecke umziehen. Genau scheint das noch nicht festzustehen. Fest steht jedoch, dass es für die gewachsene Kultur dort sogenannte Vario-Seats geben wird. Für alle Nicht-Wissenden: Das ist eine Mischung aus Steh- und Sitzplatz, die aus einem Klappsitz und einem Wellenbrecher besteht. Aus dem dann quasi leeren Block A soll nach aktuellen Planungen ein Familienblock werden. Direkt nebenan befindet sich nach Fertigstellung die Kita, die an Spieltagen für die Kinderbetreuung genutzt werden könnte.

Zukunftspläne beim Ticketing

Philipp Deipenbrock berichtete von den geplanten Entwicklungen im Bereich Ticketing. Neben der Aussage zur „magischen“ 20-Euro-Grenze betonte er die Wichtigkeit der sogenannten „Pausierer“. Zur Erinnerung: Das sind die DK-Inhaber, die nach dem Abriss der FGK auf eine Dauerkarte verzichtet hatten, weil sie auf die Fertigstellung der neuen Ost warten wollten. „Wir werden diese Gruppe als Erstes nach der Fertigstellung ansprechen“, versprach Deipenbrock.

Außerdem werden die Fans von der Gegengerade einem bestimmten Sektor der neuen FGK zugeteilt. Block K soll in den Sektor zentral hinter das Tor ziehen. Block L zieht links daneben ein. Letztere Aussage allerdings ohne Gewähr, da der genaue Wortlaut hierzu leider etwas im allgemeinen Gemurmel unterging. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob die FGK früher oder später fertig wird.

Da viele Preußenfans aktuell nicht mehr mit ihren gewohnten Gruppen ins Stadion gehen können, wird der Club bei Fertigstellung der Ostkurve allen aktuellen DK-Inhabern die Möglichkeit einräumen, einen gemeinsamen Blockwunsch für die Ost einzureichen. Sollten beispielsweise Fans mit Dauerkarten für die West wieder auf die Ost zurückgehen wollen, wird der Differenzbetrag erstattet.

Das Bier der Zukunft

Schließlich wurden noch zwei weitere Stadionthemen besprochen: Da ist zum einen der Umstand, dass das umgebaute Preußenstadion komplett bargeldlos funktionieren wird. Neben der möglichen Zahlung mit Bank- und Kreditkarte wird es aufladbare Bezahlkarten geben. Und zum anderen werden zur neuen Saison viele Verträge mit Dienstleistern des Vereins neu ausgeschrieben. Hierzu zählen neben Pommes und Bratwurst auch die Getränkepartner. Ob es eine Abkehr vom mittelmäßig beliebten Warsteiner geben wird, blieb aber an diesem Abend offen.

Deipenbrock ließ sich nichts Genaueres entlocken: „Bestehende Dienstleister, die auch in schwierigen Zeiten mit uns zusammengearbeitet haben, sind natürlich unsere ersten Ansprechpartner. Aber es ist ein offenes Rennen.“ Und Markus Sass betonte in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Arbeitsbedingungen im Stadion für Caterer äußerst schwierig waren. Vor allem eine ausreichende Zahl an Stromanschlüssen sei hier immer wieder Thema gewesen.

Eine brandheiße Info hatte sich Deipenbrock für den Schluss aufgespart: Am 23. Januar eröffnet im Fanshop an der Klemensstraße die obere Etage. Dort wird es in Zukunft möglich sein, Trikots direkt vor Ort beflocken zu lassen. Der Club verspricht sich davon eine deutliche Reduzierung von Lieferzeiten.

Wo und wie kann man sich engagieren?

Weitere Fanthemen kamen leider etwas zu kurz, wurden aber von Präsidiumsmitglied Burkhard „Buggy“ Brüx (Glückwunsch an dieser Stelle zur erneuten Berufung!) sehr gut aufgefangen. Er stellte die vielen Arbeitskreise (AK) vor, in denen man sich bei Preußen engagieren kann. Neben dem bekannten AK Stadion gibt es auch AK zum Thema Ticketing, Spieltag und Merchandising. Es scheint auch eine Runde zum Thema Musik im Stadion zu geben. Ganz sicher ist das nicht, leider streikte ein ums andere Mal die Mikrofontechnik und ließ ein lautes Rauschen hören. Den Aufruf, sich in diesen Arbeitskreisen zu engagieren, haben aber sicherlich alle gehört.

Ganz zum Schluss ergriff noch Fanbetreuer Tom Klapdor das Wort. Er war gemeinsam mit dem zweiten hauptamtlichen Fanbetreuer Thorsten Lohmann vor Ort. Von ihm kam der Appell, sich bei Schwierigkeiten im SCP-Kontext gerne an ihn und Thorsten zu wenden. Wir geben das gerne so weiter und verweisen in diesem Kontext auch auf die E-Mail-Adresse fanbetreuung@scpreussen-muenster.de.

Positives Fazit einer runden Veranstaltung

Damit endete eine wirklich runde Veranstaltung, die viele aktuelle, individuelle und auch kritische Fragen beantworten konnte. Manchmal muss man sich immer noch kneifen, wie viele Dinge rund um den SCP aktuell gut laufen. Natürlich sorgen der Stadion-Umbau und der sportliche Erfolg für besonders ausgeprägte „Friede-Freude-Eierkuchen“-Stimmung, aber das viele Jahre lang schwierige Kommunikationsthema wird vom Verein inzwischen deutlich besser angepackt.

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