In einem intensiven Derby teilen sich Münster und Bochum die Punkte

Stadionfoto
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Am Ende, nach intensiven 90 Minuten, saßen unsere Jungs völlig ausgepowert auf dem Rasen und wirkten enttäuscht. Wieder hatte es nicht zu einem Sieg und den so dringend benötigten drei Punkten gereicht. Seit dem Erfolg auf der Alm warten die Adlerträger jetzt schon auf einen Erfolg, und spätestens Sonntag droht ein Abstiegsplatz. So konstatierte Coach Ende dann auch nach dem Spiel: „Unterm Strich ist ein Punkt gegen diese Bochumer Mannschaft aber natürlich auch okay. Trotzdem gehen wir hier daheim auf drei Punkte und haben vom Gefühl her zwei zu wenig“. Auf der anderen Seite bescheinigt VfL-Trainer Uwe Rösler seiner Mannschaft, die beste Auswärtsleistung seiner Amtszeit abgeliefert zu haben.

Preußen müssen erneut umstellen

Freundschaftlich ging es vor dem Spiel zu. Gemeinsam reisten die Fans beider Mannschaften an, tranken und fachsimpelten zusammen und machten das erste Aufeinandertreffen beider Vereine in Münster seit 2008 stimmungsmäßig zu einem Fußballfest. Einmal mehr musste unser Trainer vor dem Spiel umstellen, da sich Mikkel Kirkeskov kurzfristig krankgemeldet hatte. Für ihn rückte Meyerhöfer auf die linke Abwehrposition und Torge Paetow vertrat den gesperrten Heuer in der Zentrale. Im Sturm ließ Alexander Ende Neuzugang Rondic neben Oliver Batista Meier stürmen und zog Etienne Amenyido auf die 10er-Position zurück ins Mittelfeld. Die Raute komplettierten Hendrix, Sertdemir und Benger.

Druckvoller Beginn des VfL

Gästetrainer Rösler schien die Spielweise unserer Mannschaft vor dem Spiel gut analysiert zu haben, ließ seine Mannen von Beginn an hoch anlaufen und drückte die Preußen zunächst tief in die eigene Hälfte. Die offensiven Holtmann, Marshall, Hofmann, Miyoshi und Onyeka machten vom Anpfiff an mächtig Alarm und pressten unsere Mittelfeldraute fast auf eine Linie. Entlastung war erst einmal Fehlanzeige, doch die neu formierte Viererkette stand sicher und leistete sich keine Unsicherheiten. So dauerte es bis zur 13. Minute, ehe die Gäste zu einer ersten guten Chance kamen: Miyoshi tauchte frei vor Schenk auf, doch unser Keeper blieb cool und zeigte seine ganze Klasse. Fünf Minuten später enteilte der schnelle Gerrit Holtmann und zog aus vollem Lauf aus spitzem Winkel ab, aber auch hier war Jojo zur Stelle.

Münster kann sich befreien und geht in Führung

Nach zwanzig Minuten konnten sich unsere Jungs langsam etwas befreien und kamen zu ersten Torannäherungen, wobei zumeist der auffällige Imad Rondic gesucht wurde, und in Spielminute 28 hatten die Anhänger der Schwarz-Weiß-Grünen den Torschrei schon auf den Lippen, als der Ball von ter Horst an den zweiten Pfosten kam, wo sich Paetow und Rondic aber gegenseitig behinderten und aus kurzer Distanz das leere Tor verfehlten. Jetzt war richtig Feuer in der Begegnung, wobei die Gäste – völlig ungewöhnlich – die deutlich größeren Spielanteile hatten. Dann kam die 35. Minute. Gerade ging es nach einer VfL-Ecke im 16er der Preußen noch drunter und drüber, da hatte Hendrix im Mittelfeld einen Geistesblitz und spielte einen Traumpass in die Tiefe auf den rechtzeitig gestarteten Rondic, der Timo Horn im Bochumer Tor im Stile eines Klasse-Stürmers keine Chance ließ und die Preußen-Fans in Ekstase versetzte. Der SCP war jetzt voll im Spiel, stand hinten sicher, und als kurz vor der Pause ein Ball von Amenyido Onyeka im 16er an die Hand sprang, forderten viele einen Strafstoß, und in der Vergangenheit wurde in solchen Situationen schon häufiger gepfiffen, aber Preußen und die Schiedsrichter, das ist auch in dieser Saison wieder so eine Geschichte. Mit großem Einsatz brachten unsere Jungs aber dann das 1:0 noch in die Pause.

Bochum kommt mit Wucht aus der Pause

Der VfL kam früh und mit Wucht aus der Pause. Es dauerte dennoch fast eine Viertelstunde, bis die Gäste durch Miyoshi und Holtmann zu Abschlüssen kamen. Doch Schenk zeigte in beiden Situationen seine ganze Klasse. In der 59. Spielminute war aber auch er leider geschlagen: Hofmann setzte sich im Luftkampf durch und legte auf Miyoshi ab, der dieses Mal cool blieb und zum Ausgleich einnetzte. Das Spiel stand auf des Messers Schneide und ter Horst hatte die nächste Chance für den SCP, doch Horn entschärfte seinen Schuss aufs lange Eck und auch Paetow fand kurze Zeit später im Bochumer Schnapper seinen Meister. Coach Ende nahm unseren Torschützen vom Feld und wechselte den eher defensiveren Marvin Schulz ein. Später kam auch Neuzugang Raschl für Sertdemir zu seinem ersten Einsatz, Preißinger ersetzte den blassen Benger und Makridis und Yamada kamen für Amenyido und Batista Meier. Das Spiel wogte jetzt mit höchster Intensität hin und her. Münster stand hinten sicher, doch es fehlten etwas die offensiven Momente. Fünf Minuten gab es obendrauf, und in der letzten Minute stockte allen Preußen nochmals kollektiv der Atem, als nach einem Bochumer Konter der eingewechselte Olsen frei zum Abschluss kam. Der gestern überragend aufspielende ter Horst warf sich jedoch in den Schuss und verhinderte einen späten Nackenschlag.

Gerechtes Unentschieden

Danach war Feierabend und man trennte sich schiedlich-friedlich mit 1:1. Spielerisch war das sicherlich, auch bedingt durch den tiefen Rasen, nicht das ganz große Spektakel, aber immer spannend und mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Amenyido schien sich in der Rolle des Spielmachers, die er erstmalig bekleidete, nicht richtig wohlzufühlen, und unsere Standards, von Paetows Monster-Einwürfen einmal abgesehen, blieben einmal mehr ausbaufähig. Was aber Kampf und Einsatz anging, war das eine ganz starke Vorstellung unserer Jungs. Allerdings wird es langsam Zeit, so einen großen Einsatz auch einmal wieder mit drei Punkten zu belohnen. Nächster Versuch: Düsseldorf.

Trainer Ende mit Spielweise unzufrieden

Während sich Bochums Trainer Rösler in der PK dann zufrieden mit der Leistung der Seinen zeigte und seiner Mannschaft zwei freie Tage spendierte, wirkte Alexander eher etwas angefressen. Sein Statement: „Leider mal wieder eine neue Aufstellung, wir mussten mal wieder reagieren. Marko hat es links richtig gut gemacht, aber es hilft nicht, dass wir andauernd umstellen müssen. Wir haben heute einen Punkt geholt, aber nicht in der Art und Weise, die unser Weg sein wird. Wir haben mit Imad einen körperlich starken Spieler, aber wenn der lange Ball jetzt die erste Option ist, dann habe ich damit ein Problem. Das ist eine Art und Weise, von der ich glaube, dass es nicht der Weg zum Erfolg sein wird, weil das andere Teams besser können.“

Klingt, als gäbe es unter der Woche noch einiges zu analysieren, bevor es nächsten Freitag in Düsseldorf dann auf ein Neues heißt:

Alle zusammen für Preußen Münster!


Zusammenfassung

folgt

Stimmen zum Spiel

Pressekonferenz nach dem Spiel

Der Spieltag

2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 6. Feb. 2026
- 18:30
SpVgg Greuther Furth
4 5
1. FC Magdeburg
2025/2026 - 2. Bundesliga
Fr., 6. Feb. 2026
- 18:30
SC Preußen Münster
1 1
VfL Bochum
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 7. Feb. 2026
- 13:00
FC Schalke 04
2 2
SG Dynamo Dresden
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 7. Feb. 2026
- 13:00
SC Paderborn 07
2 1
1. FC Nürnberg
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 7. Feb. 2026
- 13:00
SV Elversberg
0 3
Hertha BSC Berlin
2025/2026 - 2. Bundesliga
Sa., 7. Feb. 2026
- 20:30
SV Darmstadt 98
4 0
1. FC Kaiserslautern
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 8. Feb. 2026
- 13:30
Hannover 96
- -
Holstein Kiel
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 8. Feb. 2026
- 13:30
Arminia Bielefeld
- -
Eintracht Braunschweig
2025/2026 - 2. Bundesliga
So., 8. Feb. 2026
- 13:30
Karlsruher SC
- -
Fortuna Düsseldorf

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