Preußen erkämpfen sich in einem schwachen Spiel einen Punkt in Düsseldorf
Die guten Nachrichten zuerst: Der SCP bleibt auch im dritten Spiel gegen eines der formstärksten Teams der Rückrunde ungeschlagen und endlich stand auch hinten einmal wieder die Null nach dem Schlusspfiff. Doch objektiv betrachtet stecken die Preußen tiefer denn je zuvor in dieser Saison in der Abstiegszone fest, und wenn es ganz blöd läuft, droht heute Abend der vorletzte Tabellenplatz. Hinzu kommt die spielerische Armut, die gestern an den Tag gelegt wurde und die auch bei den größten Optimisten leichte Zweifel aufkommen lassen dürfte. Der Trend ist gerade kein Preuße.
Starker Fan-Support
7000 Anhänger in Schwarz-Weiß-Grün hatten sich auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht und sorgten von der ersten bis zur letzten Minute wieder für einen fantastischen Support.
Übungsleiter Ende bot mit Rondic und Amenyido zwei echte Stürmer auf, dahinter bildeten Sertdemir, Schulz, Hendrix und Benger die Mittelfeldraute und in der Abwehr rückte Heuer nach abgesessener Sperre wieder für Paetow in die Viererkette. Beide Mannschaften begannen abwartend, und da die Fortuna nur zögerlich anlief, boten sich den Adlerträgern zunächst Räume, um ihr Kombinationsspiel von hinten heraus aufzuziehen. Es waren gerade einmal sechs Minuten gespielt, da hatte der Preußen-Anhang den Torschrei auf den Lippen: Heuer schickte Schulz mit einem feinen Pass steil, doch dessen Abschluss wurde im allerletzten Moment von einem Abwehrspieler zur Ecke gelenkt.
Spiel verflacht nach starkem Beginn
Das ließ sich doch gut an, doch das war es dann leider auch. Die Gastgeber verdichteten das Mittelfeld, unterbanden damit den Münsteraner Spielfluss und versuchten jetzt ihrerseits, Chancen zu generieren. Beide Teams neutralisierten sich größtenteils gegenseitig im Mittelfeld und es entwickelte sich auf holprigem Untergrund ein unansehnlicher Kick, geprägt von Ungenauigkeiten und Abspielfehlern. Düsseldorf versuchte, hinter die Kette zu kommen und Neuntore-Stürmer Itten in Aktion zu setzen, Münsters Kette stand aber, doch nach vorne ging gar nichts mehr. In der 18. Spielminute gab es einen indirekten Freistoß für die Hausherren, nachdem Schenk einen Rückpass von Schulz mit der Hand aufgenommen hatte, doch mit allen Mann auf der Torlinie und weil Muslija den eigenen Mitspieler anschoss, konnte Schlimmeres verhindert werden. Mehr Highlights hatte der erste Durchgang nicht zu bieten. Düsseldorf hatte mehr Ballbesitz und wirkte offensiv etwas bemühter, aber richtige Aufreger gab es weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
Nach der Pause mit Batista Meier und Preißinger
Alexander Ende wechselte zum zweiten Durchgang und brachte Batista Meier, der überraschend nicht in der Startelf stand, für den blassen Amenyido und Preißinger für Marvin Schulz. Die Aktionen der Adlerträger wurden jetzt gefälliger, und direkt mit seiner ersten Hereingabe in den Strafraum sorgte OBM für Gefahr, doch ter Horst kam nicht an die Kugel. Richtig zwingend wurde es aber nicht, und so dauerte es bis zur 70. Minute, bis das Spiel etwas Fahrt aufnahm. Zunächst prüfte Suso Schenk, dann landete ein Distanzschuss von Preißinger in den Armen von Kastenmeier. Wieder dauerte es bis zur 82. Minute, bis die Preußen offensiv auffällig wurden – in der Zwischenzeit waren Kirkeskov und Raschel gekommen – und Hendrix mit einer Direktabnahme den Fortuna-Schlussmann prüfte. Auf der anderen Seite war es Itten der Schenk zweimal prüfte, allerdings waren auch das keine Möglichkeiten der Kategorie „hundertprozentige Chance“.
Gegen Ende nochmals Chancen auf beiden Seiten
Drei Zeigerumdrehungen vor dem Ende der regulären Spielzeit bot sich ter Horst, nach schöner Kombination über Jaeckel, Rondic und Batista Meier, nochmal die Chance, den Lucky Punch zu setzen, doch der aufgerückte Rechtsverteidiger schoss am langen Eck vorbei. Die Gastgeber versuchten in der fünfminütigen Nachspielzeit, das Spielglück auf ihre Seite zu ziehen, drückten und erarbeiteten sich Standards, doch auch eine Volley-Abnahme von Itten ging kurz vor Schluss links am Tor vorbei. Dann war Feierabend und nach 95 dürftigen Minuten erlöste Schiedsrichter Kampka die Zuschauer mit dem Schlusspfiff.
Ein Punkt gesichert, aber spielerisch schwach
Der SCP hatte sich einen Punkt gesichert und die Heim-Siegesserie der Fortuna beendet, aber es hatte wieder nicht zu dem so dringend benötigten Dreier gereicht. Hinten standen die Adler über weite Phasen sicher, doch offensiv war da wieder ganz viel Luft nach oben. Trainer Ende analysierte in der PK nach dem Spiel: „Wir mussten heute wieder sehr viel investieren. Das ist nicht unser Anspruch, so fehlerhaft zu spielen, wie heute. Ballverluste wie heute kenne ich von meiner Truppe nicht. Wir müssen unsere Leichtigkeit irgendwie wiederfinden, arbeiten, füreinander da sein. … Ganz klar: Wir haben einen anderen Anspruch. Grundsätzlich ist ein 0:0 in Düsseldorf nicht verkehrt, aber das ist nicht so, wie wir spielen wollen.“
Die Chance, es besser zu machen, bietet sich schon nächste Woche am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Alle zusammen für Preußen Münster!
Zusammenfassung
folgt
Pressekonferenz nach dem Spiel
Der Spieltag
