Preußens Serie ist endlich gerissen
Nach neun sieglosen Spielen in Folge stand für die Adlerträger am Sonntag das wichtige Spiel beim direkten Konkurrenten im Abstiegskampf in Braunschweig an. Bei relativ mildem Frühlings-Wetter machten sich gut 2.000 Münsteraner auf den Weg ins etwa 250 km entfernte Eintracht-Stadion. Der Gästeblock war damit zwar nicht restlos ausverkauft, doch trotzdem sorgten sie unter den rund 21.000 Zuschauern für einen stimmungsvollen Auftritt.
Preußen-Coach Alexander Ende wechselte im Vergleich zur jüngsten Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern auf zwei Positionen. Marco Meyerhöfer ersetzte in der Abwehr Torge Paetow und zudem kehrte Kapitän Jorrit Hendrix nach überstandener Verletzung zurück auf den Rasen. Für ihn musste Tobias Raschl passen, was ebenfalls auf eine Verletzung zurückzuführen ist.
Niemals aufgeben!
Das Spiel wurde im Gästeblock mit einem schwarz-weiß-grünen Fahnenmeer und den Worten „Niemals aufgeben“ gestartet, was ein schönes Bild abgab. Auf dem Rasen taten sich die Münsteraner allerdings schwer gegen ebenfalls vorsichtig agierende Braunschweiger, sodass Highlights Mangelware blieben. In der ersten halben Stunde war für beide Teams jeweils eine Torchance zu verzeichnen, doch etwas Zählbares sprang dabei nicht heraus.
Insgesamt hatten die Gastgeber in dieser Phase der Partie etwas mehr vom Spiel und erarbeiteten sich auch eine weitere gefährliche Gelegenheit. Gejubelt wurde kurz vor der Pause dann allerdings trotzdem auf der anderen Seite. Nach einem eigentlich harmlosen langen Ball von Schulz standen sich der herausgeeilte BTSV-Ersatzkeeper Kastrati und Bell Bell gegenseitig im Weg, sodass Batista Meier den Ball behaupten konnte. Dieser lief daraufhin auf das leere Braunschweiger Tor zu und vollendete eiskalt. Batista Meier verzichtete jedoch direkt auf den Jubel, da er selbst wusste, dass ihm der Ball an den Arm gesprungen war. Dementsprechend nahm der VAR den Treffer zurück.
Den Schlusspunkt vor dem Pausenpfiff setzte in der Nachspielzeit noch einmal die Eintracht. Nach einer Ecke erwischte Schenk den Ball nicht richtig, sodass dieser den Weg zu Nkoa fand, während Schenk noch am Boden lag. Den Kopfball des Braunschweigers konnte Meyerhöfer allerdings auf der Linie abfangen, weshalb es zunächst beim torlosen Remis blieb.
Frenkert schockt den SCP
Nach Wiederanpfiff waren es weiterhin die Braunschweiger Löwen, die etwas mehr Spielanteile hatten und dem Führungstreffer näher waren als die Gäste. So dauerte es nicht lange, bis sich die Eintracht für das aktivere Spiel belohnte und das 1:0 erzielen konnte. Ausgerechnet der gebürtige Münsterländer Lukas Frenkert, der noch in der letzten Saison den Adler auf der Brust trug, beförderte den Ball per Kopf nach einer Ecke aus kürzester Distanz in die Maschen.
In der Folge gelang es dem SCP kaum, sich zurück in das Spiel zu kämpfen. Die Braunschweiger verteidigten geschickt und ließen den Ball phasenweise gut in den eigenen Reihen laufen, während es auf Münsteraner Seite an der zündenden Idee fehlte.
Spiel gedreht in 5 Minuten
Alexander Ende reagierte auf die fehlende Durchschlagskraft und sorgte mit Wechseln für eine offensivere Ausrichtung. Wie aus dem Nichts spielte ter Horst die Kugel nach 71 Minuten vom rechten Flügel zum Strafraumeck auf Jorrit Hendrix. Dieser fackelte nicht lange und erzielte mit einem sehenswerten Schuss den Ausgleich. Die Münsteraner hatten nun Blut geleckt und wollten den ersten Sieg seit November einfahren.
Keine fünf Zeigerumdrehungen nach dem 1:1 versuchte sich Batista Meier an einem direkten Freistoß. Vorbei an der schwach postierten Mauer und dem unglücklich agierenden Kastrati segelte der Ball tatsächlich in die Maschen, sodass die Münsteraner eine Viertelstunde vor Schluss die Führung übernehmen konnten.
Von nun an zogen sich die Preußen natürlich stark zurück und versuchten das 1:2 über die Zeit zu retten. Dies gelang beeindruckend gut, weshalb die Braunschweiger nur selten in Tornähe auftauchten. Erschwert wurde die Mission Auswärtssieg kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit durch eine schlecht getimte Grätsche von Paul Jaeckel, der nach einer Ampelkarte den Platz verlassen musste. In Unterzahl erkämpften sich die Adlerträger aber auch über die sechsminütige Nachspielzeit hinweg den Sieg. Endlich ist die sieglos-Serie der Münsteraner damit gerissen und drei Punkte wanderten auf das Punktekonto des SCP.
Die Tabelle sieht wieder besser
Mit dem Auswärtserfolg rutschten die Preußen in der extrem engen Tabelle vorbei an Kiel und Braunschweig und rangieren damit nun auf einem vorerst zufriedenstellenden 13. Platz. Am kommenden Spieltag steht für den SCP als einziges Team aus den letzten acht der Tabelle ein Heimspiel an, während alle Konkurrenten um den Klassenerhalt vergleichsweise schwere Auswärtspartien vor der Brust haben. Mit einem Sieg gegen Hertha BSC, mit denen die Preußen nach dem bitteren Ausscheiden im DFB-Pokal und der Niederlage im Olympiastadion noch zwei offene Rechnungen zu begleichen haben, wäre also ein weiterer Sprung in der Tabelle möglich
Alle zusammen für Preußen Münster!
