Berlin Calling – Der Adler hat die Alte Dame im Visier

Mit über 5.000 Fans im Rücken reist der SC Preußen Münster zur Berliner Hertha. Das Ziel ist dabei klar: Wie in der vergangenen Saison etwas zählbares mitnehmen. Foto: SCP
Mit über 5.000 Fans im Rücken reist der SC Preußen Münster zur Berliner Hertha. Das Ziel ist dabei klar: Wie in der vergangenen Saison etwas zählbares mitnehmen. Foto: SCP

Wenn die Adlerträger am Samstag um 13 Uhr im Olympiastadion antreten, dann ruft nicht nur die Hauptstadt, sondern es erwartet sie auch ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten. Über 5.000 Fans mit dem Adler auf der Brust machen sich auf den Weg – denn: Berlin, Berlin, wir fahren wieder nach Berlin!

Zugegeben: ich hätte persönlich sogar mit noch mehr Schlachtenbummlern gerechnet, schließlich ist sowohl die Terminierung am Samstag nach einem Feiertag, die sich gut für ein langes Wochenende eignet, als auch die sportliche Situation deutlich angenehmer als in der vergangenen Saison, als über 6.000 Preußenfans bei eiskalten Temperaturen noch lange nach dem Spiel mit der Mannschaft den Auswärtssieg feierten und diesen Abend im Dezember unvergesslich machten – inklusive Preußenfahne an der Siegessäule.

Aber hey, allein sowas zu denken, zeigt schon, wie viel sich positiv entwickelt hat um den SC Preußen Münster in den vergangenen Jahren. Denn es wartet wieder eine große Bühne: die Hertha erwartet 45.000 Zuschauer.

Hertha liegt Preußen, eigentlich

Mit Blick auf die beiden Spiele in der vergangenen Saison wird deutlich, dass die Berliner Hertha eine Mannschaft ist, die den Preußen zu liegen scheint. Nach dem 2:1-Sieg im Olympiastadion folgte kurz vor Saisonschluss ein 2:0-Erfolg im heimischen Preußenstadion. Und auch das DFB-Pokalspiel der diesjährigen ersten Pokalrunde vor wenigen Wochen lief super für den SCP, eigentlich.

Denn trotz großer spielerischer Überlegenheit schafften es die Jungs von Alexander Ende leider nicht, sich für diesen starken Pokalabend zu belohnen und den Sieg klarzumachen. Nach einem 0:0 nach 120 Minuten musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Und alle Preußenfans wissen, das wurde nichts – wann hat Preußen eigentlich das letzte Elfmeterschießen gewonnen?

Von Seiten einiger Berliner hörte man im Anschluss nicht nur die viel zitierten Vergleiche mit dem FC Barcelona, sondern auch das große Unverständnis, wie sie aus diesem Spiel als Sieger hervorgehen konnten. Nun bietet sich also die Möglichkeit für eine sportliche Revanche.

Selbstbewusst dank starkem Start

Sportlich reist Münster mit breiter Brust an. Zehn Punkte nach sieben Spielen – so gut ist der SCP noch nie in eine Saison der eingleisigen 2. Bundesliga gestartet. „Wir wollen unser System spielen und schauen auf uns. Wir müssen immer den Ball schnell bewegen“, sagt Cheftrainer Alexander Ende. Genau das tut seine Mannschaft: viel Ballbesitz, sehenswertes Kurzpassspiel, offensives Selbstverständnis. Der 3:1-Erfolg gegen Braunschweig war die passende Antwort auf das 1:4 in Kaiserslautern – und ein Fingerzeig, dass man sich nicht verstecken muss.

Verzichten muss Ende auf die beiden Langzeitverletzten Antonio Tikvic und Joshua Mees. Fraglich ist, ob Niko Koulis die Reise in seine Geburtsstadt mit antreten kann, er beendete das Donnerstagstraining aufgrund einer Verletzung vorzeitig.

Dennoch funktioniert das Gefüge. Gegen Braunschweig griffen die Rädchen, weshalb der Trainer alles beim Alten belassen wird und eventuell nur „ein, zwei Änderungen“ andeutet. Grund dafür ist neben den beiden umkämpften Positionen im Angriff, auf denen alle vier Kandidaten (Lokotsch, Amenyido, Vilhelmsson und Makridis) am vergangenen Sonntag Werbung in eigener Sache machen konnten, vor allem die Ungewissheit, in welcher Formation die Berliner Hertha auflaufen wird.

Die Anreise erfolgt am Freitag per Bahn, zurückgeht es nach dem Spiel mit dem Bus. Die Vorfreude ist greifbar. „Ich freue mich auf den Samstag, das Stadion. Die Jungs, die letztes Jahr dabei waren, verbinden mit dem Ort positive Momente. Es hilft natürlich, dass man da schon mal weggefahren ist und Glückshormone im Körper hatte. Das wollen wir Samstag wieder“, so Ende.

Die Alte Dame mit Ambitionen – und Baustellen

Hertha BSC kommt mit Rückenwind aus dem vergangenen Spieltag. Der zweite 3:0-Auswärtserfolg der Hertha in Folge, zuletzt in Nürnberg, machte Eindruck. Doch zu Hause ist noch Sand im Getriebe: letzter Heimsieg Anfang Mai, dazu in dieser Saison noch kein eigener Treffer im Olympiastadion und zuletzt zwei 0:2-Niederlagen gegen Paderborn und Elversberg. Trainer Stefan Leitl mahnt: „Wir müssen ehrlichen Zweitligafußball bieten, um erfolgreich zu sein.“

Mit Dawid Kownacki fällt ein wichtiger Offensivmann bis Jahresende aus. Und die Verletztenliste ist lang: Seguin, Klemens, Goller, Kolbe, Brooks und Demme fehlen ebenfalls. Leitl steht weiter im Vertrauen des Clubs. Das öffentlich formulierte Aufstiegsziel, was zum Saisonbeginn ausgegeben wurde, bestätigte Hertha-Boss Peter Görlich vor einigen noch einmal: „Wir trauen es uns zu“, doch aktuell hakt es noch.

Hertha dürfte gegen die Preußen auf defensive Stabilität und Umschaltmomente setzen. Stürmer Sebastian Grönning wird wieder beginnen. Was Leitl von seinem Team erwartet, machte er klar: „Es geht um eine hohe Aktivität, es geht um Kontrolle – auch in schwierigen Momenten. Wir als Mannschaft – und da meine ich, die Spieler, die auf dem Platz stehen, die Bank und das Trainerteam – müssen überzeugt von unserem Plan sein, daran festhalten und dürfen dabei nicht in Hektik verfallen.“

Mit Blick auf Münster betont er: „Ich wünsche mir ein offeneres Spiel. Ich erwarte einen hoch motivierten, unangenehmen Gegner.“

Adler gegen Alte Dame

Beide Seiten wissen, worum es geht. Hertha will die Heimflaute beenden, bevor noch mehr Unruhe aufkommt. Preußen will beweisen, dass die Euphorie, die durch die Spielfreude der Mannschaft und die guten Ergebnisse entstanden ist, Substanz hat. „Es wird eine harte Nuss, wir haben aber alles, um dort bestehen zu können“, sagt Ende.

Die Bühne stimmt, die Erinnerung schmeckt, die Perspektive reizt. Berlin ruft – und Münster will antworten.

Ein letzter Hinweis für alle, die anreisen: Die regulären Eintrittskarten gelten rund ums Spiel nicht als Fahrschein für den ÖPNV.

Alle zusammen für Preußen Münster!


Vorbericht Nullsechs.TV

Pressekonferenz Hertha BSC

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